Kommentar von Karin Sondermann, Avanade Deutschland

Internet of Things – mehr Mut mit der Cloud

| Autor / Redakteur: Karin Sondermann / Nico Litzel

Die Autorin: Karin Sondermann ist Solution Manager Digital Business (IIoT) & Hybrid Cloud Projects bei Avanade Deutschland
Die Autorin: Karin Sondermann ist Solution Manager Digital Business (IIoT) & Hybrid Cloud Projects bei Avanade Deutschland (Bild: Avanade Deutschland)

Viele Unternehmen haben über die Jahre enorme Datenberge angehäuft, die heute über fortschrittliche Analysen und Vorhersagen als wesentliche Basis für die Digitalisierung und die Gewinnung neuer geschäftlicher Einblicke dienen könnten – ja, könnten: Denn nach wie vor scheint es vielfach so, als fehlte es an der notwendigen Entschlossenheit, auf die dafür erforderliche Cloud-Technologie zu setzen. Darum ein Plädoyer für mehr Mut mit der Cloud.

Aktuell gestaltet sich die Situation in Unternehmen oftmals wie folgt: Unmengen gesammelter Daten liegen ungenutzt in den Speichern. Um Vorteile aus den vorhandenen Informationen ziehen zu können, wäre deren Anreicherung und intelligente Verarbeitung mithilfe von Cloud-Technologie erforderlich. Denn nur wenn Datentöpfe mit modernen-Tools tiefergehend analysiert werden, lassen sie sich gewinnbringend auswerten und aufbereiten. Unternehmen können dadurch werthaltige Erkenntnisse über industriespezifische Szenarien zur Ausweitung ihrer Geschäftsmodelle erlangen. Doch obwohl die bestehenden Potenziale hinlänglich bekannt sind, werden sie vielerorts regelrecht verschwendet. Das ist nicht nur ärgerlich, das kann existenzbedrohend wirken.

Doch um Mehrwerte zu heben, sollte die Aufbereitung von Daten nicht isoliert betrachtet werden: Denn erst wenn Unternehmen die aus Informationen gewonnen Erkenntnisse in Aktionen umsetzen und damit „actionable“ machen, können sie Prozessverbesserungen automatisieren, Preisprognosen und Erträge optimieren oder auch Produktklassifizierungen auf das Kundenverhalten anpassen. Cloud-basierte Algorithmen bilden dabei die Basis, um geschäftlichen Nutzen aus den zugrundeliegenden Daten zu generieren – etwa durch die Anwendung von Data Mining, Machine Learning sowie Prognose- und Optimierungsverfahren.

Die Cloud als Startpunkt für mehr Business

Um langfristigen unternehmerischen Erfolg zu gewährleisten, darf Cloud-Technologie aber nicht nur zur Sicherung des Bestandsschutzes dienen – zu sehr zwingt der Wettbewerb zu Innovationen. IoT-Konzepte bilden einen wichtigen Bereich und Einstieg zur nächsten Evolutionsstufe, die für zahlreiche Unternehmen schon bald zwingend notwendig sein wird: In vielen Industrien lassen sich zum Beispiel durch die zusätzliche Anbindung von Maschinen, Sensoren über das Internet weitere wertvolle Informationen gewinnen, verknüpfen und analytisch „verproben“; man denke an Gerätezustände, Temperaturen oder auch Schichtinformationen. Die Ergebnisse liefern einen Wettbewerbsvorteil über vorhersehbare Aussagen zum Verschleiß von Bauteilen oder zum Ausfall bzw. zur Wartung von Maschinen – Stichworte Predictive Monitoring bzw. Maintenance – oder über ganze Produktionsstraßen in Fabriken; hier lautet ein entsprechender Terminus „Overall Equipment Efficiency“ (OEE).

An dieser Stelle sollte auch nicht beim Konzept der Smart Factory im Sinne der Industrie 4.0 Stopp gemacht werden. Natürlich bringen vernetzte und dadurch verbesserte Produktionsumgebungen Vorteile. Die möglichen Erkenntnisse, die Cloud-basierte Intelligenz bereitstellt, reichen jedoch weiter und tragen nicht nur zu genaueren Vorhersagen von Lieferprozessen der jeweiligen Hersteller bei: So lassen sich zum Beispiel Kunden aktiv in Vertriebsprozesse einbinden, Kaufverhalten und -chancen im Vorfeld analysieren. Die Möglichkeiten der „Customer Value Prediction“ für sogenannte Next-Best-Offer-Konzepte tragen in einem integrierten Cloud-basierten Kontext definitiv die meisten und größten Früchte. Damit lässt sich mittels Cloud-Technologie nicht mehr „nur“ ein Wettbewerbsvorteil realisieren, sondern zusätzlicher Umsatz. Avanade hat bereits viele Kunden erfolgreich bei entsprechenden Projekten unterstützt, von der Idee bis zur Implementierung – und darum auch der Aufruf, schnell zu handeln, denn es ist möglich: Innovationstag, Design-Thinking-Workshop und Proof-of-Concept-Phase lassen sich häufig schon in nur acht bis zwölf Wochen realisieren.

Sicherheit? Bedenkenträger!

All diesen Vorteilen steht – immerhin bei rückläufiger Tendenz – die augenscheinlich deutsche Urangst möglicher Sicherheitsrisiken gegenüber; zu allem Überfluss werden dabei auch noch Datenschutz und Datensicherheit bisweilen hemmungslos vermischt. Beim Datenschutz lassen sich alle Fragen zufriedenstellend beantworten. Das fängt schon mit der Art der Daten an; die allermeisten davon sind weder kritisch noch personenbezogen. Falls ein Unternehmen einen verbrieften Schutz in Sachen Privatsphäre benötigt oder bieten möchte, wird es mit der Microsoft Cloud Deutschland fündig. Zur IT-Security: Kaum ein Unternehmen hat die Ressourcen, um Daten so sicher unterzubringen wie ein professioneller Cloud-Anbieter. Spezialisierung und Outsourcing sind in der Unternehmenswelt überall akzeptiert außer beim eigenen Rechenzentrum – warum eigentlich?

Da Sicherheitsbedenken de facto eben nur Bedenken sind und keine wirklichen Argumente, müssen Unternehmen schnell über solche Diskussionen hinauskommen. Wer im Wettbewerb bestehen und mit Innovationen führen möchte, kommt um die Cloud-Technologie nicht herum. Sie ist der Schlüssel, um Daten zu nutzen. Umso unverständlicher ist es, wie fahrlässig nach wie vor manche Unternehmen ihre Potenziale regelrecht vergeuden – allem Innovations- und Kostendruck zum Trotz: Erst im Mai 2016 ergab eine BITKOM-Studie, dass die Mehrheit der Unternehmen inzwischen Cloud Computing nutzt. Das mag nach viel klingen, ist aber zu wenig! Das Rezept lautet dabei: groß denken, klein anfangen, schnell skalieren und durch mehr Mut mit der Cloud gewinnen!

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