Celonis lud im November Kunden und Partner zur jährlichen weltweiten Konferenz Celosphere nach München. Unter anderem erhielt Celonis‘ Software ein neues Datenmodell und die Prozessintelligenz wurde gesteigert
Rund 3.000 Kunden und Partner kamen zur Celosphere 2023 nach München.
(Bild: Celonis)
Celonis, gegründet erst 2011, versteht sich als Weltmarktführer im Bereich Process Mining. Bislang taugten die Softwaretools von Celonis dazu, Prozesse im Unternehmen zu erkennen, zu dokumentieren, zu analysieren und Ursachen von Ineffizienzen zu beheben. Kunden konnten Dashboards erstellen und hatten die Informationen für ein sauberes Reporting.
Auch bestimmte Automatisierungsprozesse ließen sich mit Celonis-Werkzeugen umsetzen. So konnte man etwa Zahlungssperren implementieren oder Zahlungen priorisieren, wenn das zu den aktuellen Finanzzielen des Unternehmens passte.
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Mit seinem neuen, auf der Celosphere rund 3.000 Kunden und Partnern vorgestellten Process Intelligence Graph (PI Graph) folgt jetzt ein nächster Schritt. Er soll stärkere unternehmensweite Integration, weitergehende Automatisierung und vertiefte Einsichten ermöglichen. PI Graph wird, so Manuel Haug, Leiter Produktentwicklung des Softwarespezialisten, „die Datengrundlage der Zukunft.“
Gemeinsame Prozessbeschreibungssprache für alle Prozesse
Das zugrundeliegende Datenmodell liefert eine gemeinsame Prozessbeschreibungssprache für alle Unternehmensprozesse. Bislang ließen sich meist nur einzelne Prozesse samt ihrer Ziele abbilden. Jede Abteilung und jedes Unternehmen hat bislang eine eigene Prozessterminologie, was zu Verständigungsschwierigkeiten und damit Friktionen beitrug.
PI Graph sammelt alle verfügbaren Prozessdaten im jeweiligen Unternehmen. Dazu kommen tiefes Prozesswissen, das Celonis mit der Zeit bei seinen Kunden gewinnen konnte hat, und ein ML-Algorithmus. Damit wird der PI Graph zu einem systemagnostischen digitalen Zwilling der Unternehmensabläufe.
Intelligente digitale Schicht
Haupteinsatzgebiet sind Prozesse, die über Dokumente abgebildet werden, von Back und Front Office bis ans Edge. Aber auch Objekte und Events lassen sich abbilden. Die Software bildet eine intelligente digitale Schicht, die Zugriff auf alle Systeme hat beziehungsweise von allen Systemen genutzt werden kann. Sie ermöglicht so Prozessverbesserung, Automatisierung und die komplette Transformation von etablierten Systemen.
Externe Daten, etwa aus neutralen Quellen (z. B. Wetterdaten) oder von Unternehmenspartnern, lassen sich über eine PI API hinzufügen. Das gilt auch für Daten-Streams, etwa aus Kafka-Umgebungen, klassische Unternehmenssoftware, etwa ein CRM-System, oder LLMs.
Standardkatalog mit Prozessen und Objekten wird mitgeliefert
Mitgeliefert wird ein Standardkatalog wichtiger Prozesse, Objekte, Aktionen und Erweiterungen. Damit lassen sich Standardprozesse etwa im Einkauf darstellen und individuell modifizieren.
Außerdem werden auch typische Prozessziele vorgegeben und daran ausgerichtete Verbesserungsvorschläge gemacht. Selbstverständlich können Kunden ihre eigenen Ziele implementieren oder die bestehenden modifizieren. Der Katalog wird zusammen mit Partnern erweitert.
Intuitive Chat-Schnittstelle
Doch PI Graph ist nicht die einzige Neuerung, auf die Celonis verweisen kann. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Process Copilot an. Diese intuitive Chat-Schnittstelle bindet weniger IT-affine Anwender an den PI Graph an. Sie erleichtert das Auffinden und Nutzbarmachen von Chancen zur Wertgenerierung.
Process Sphere wurde in Process Adherence Manager umbenannt. Die Software verhilft Unternehmen zu einer modellbasierenden Analyse ihrer Prozesse. Dafür nutzt sie Process Mining, Modellierung und reale Daten. Damit können Organisationen sich leichter an die definierten Prozesse anpassen.
Verbesserte Entwicklungsumgebung
Die Entwicklungsumgebung Studio wurde verbessert. Sie hilft bei der Entwicklung von Apps, Dashboards und Aktionen für die Celonis-Plattform und enthält jetzt mehr Daten aus erfolgreichen Praxisbeispielen. Das hilft beim Schreiben eigener Software für Celonis.
Am Transformation Hub, einer kompletten Neuerung, lässt sich zentral der geschäftliche Einfluss einer Celonis-Implementierung messen. Ergebnisse, Ziele und die einzelnen Stadien von Wertschöpfungsketten werden hier gesammelt abgebildet.
Genaue Erfolgsmessung durch Transformation Hub
Dadurch können Anwender Geschäftsprozesse tiefgehender analysieren und Zielprozesse flexibler modellieren. Auf Geschäftsprozesse lassen sich nun Regeln anwenden. Abweichungen zwischen Ziel und Realität erzeugen Signale: Läuft ein Prozess etwa gegenüber festgelegten Grenzwerten aus dem Ruder, werden Warnungen abgesetzt oder automatisiert Korrekturen angestoßen.
Stand: 08.12.2025
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Für die Zukunft plant Celonis laut Haug, die Plattform weiter zu öffnen, sodass Drittpartner dafür Lösungen bauen können. Diese dürfen sie dann über den seit zwei Jahren existierenden App Store den Celonis-Anwendern anbieten. Den Store gibt es seit rund zwei Jahren – zunächst wurde er nur Celonis-intern genutzt, inzwischen auch extern.
Emissionskontrolle per Celonis-App
Typische Softwareprodukte für den App-Store sind etwa spezifische Use Cases, Modelle oder Referenzdaten für bestimmte Industrien wie die Gesundheitsbranche. Eine neue Lösung, die Celonis mit seinem Partner Climatiq realisiert hat, ist die Material Emissions App. Sie hilft Kunden, ihre in der Lieferkette versteckten Kohlendioxid-Emissionen (Scope 3) ständig zu messen, die gemessenen Werte zu berichten und sie zu verringern, beispielsweise indem die Kunden entsprechende Anbieter auswählen.
Produzierte Güter und Services werden automatisch die im Lauf ihres Lebens entstehenden Emissionen zugeordnet, so dass sich eine transparente Emissions-Buchhaltung ergibt. Dazu dienen Daten von Celonis‘ Partner Climatiq. Hintergrund sind die erweiterten Nachhaltigkeits-Berichtspflichten von Unternehmen in der EU, die insgesamt dazu dienen, die definierten Ziele für die Reduktion des Ausstoßes von Kohlendioxid zu erreichen.
Proaktive Empfehlungen für den Einkauf
Die Emissionen einzelner Materialien werden permanent verfolgt. Damit sind gezielte Eingriffe möglich, die wiederum das Erreichen von Umweltzielen vereinfachen. Nachhaltigkeits-Teams können ständig einschätzen, ob die realen Emissionen im Einklang mit den definierten Emissionszielen stehen.
Zudem generiert das System proaktiv Empfehlungen für den Einkauf, um die Scope-3-Emissionen so schnell wie möglich zu verringern. So kennzeichnet es alle Materialien, die aus nachhaltigeren Regionen bezogen werden können, ohne andere geschäftliche Leistungsparameter zu beeinträchtigen.
Zukauf von Prozessmodellierungs-Spezialist Symbioworld
Auch Spezialapplikationen für die Finanzindustrie oder die Logistikbranche werden von Celonis-Partnern entwickelt, von denen es laut Haug mehr als hundert gibt. „Unser Ziel ist letztlich der Aufbau eines ganzen Ökosystems“, sagt der Manager.
An der Erweiterung des internen Ökosystems wird weiter gearbeitet. So gab Celonis im Umfeld seiner Veranstaltung den Aufkauf des KI-Spezialisten Symbioworld bekannt. Die Firma hat sich auf die Prozessmodellierung mithilfe von KI spezialisiert und passt damit sehr gut zum Portfolio von Celonis. Das Celonis-Cockpit ist ein gemeinsam entwickeltes Produkt.