Berufliche Perspektiven für Studenten

Ich bin ein Statistik-Profi – welche Perspektiven hat das?

| Autor / Redakteur: Marina Feidel * / Nico Litzel

Statistik ist mittlerweile fester Bestandteil in vielen Studienfächern. Das eröffnet interessante berufliche Perspektiven.
Statistik ist mittlerweile fester Bestandteil in vielen Studienfächern. Das eröffnet interessante berufliche Perspektiven. (Bild: © ra2studio - stock.adobe.com)

Wer Mathe oder Informatik studiert, muss selbstverständlich Kurse in Statistik belegen. Doch was viele nicht wissen: Auch in den Sozial-, Human- und Wirtschaftswissenschaften ist Statistik mittlerweile ein fester Bestandteil des Studiums. Dies eröffnet den Absolventen eine viel größere Berufsauswahl – und die Chance, sich zu spezialisieren.

Das Ziel von Studien – an Hochschulen wie in der freien Wirtschaft – ist bekanntlich der Erkenntnisgewinn. Um diesen zu erlangen, sind statistische Methoden eine elementare Technik. Bereits vor 6.000 Jahren haben die Regierungen in Babylon Volkszählungen durchgeführt. Heute untersucht man jedoch nicht mehr nur Bevölkerungszahlen, sondern sämtliche Merkmale und Facetten der ganzen Gesellschaft.

Deswegen ist die Lehre von statistischen Methoden mittlerweile auch fester Bestandteil in vielen Studienfächern. Klassischerweise beschäftigt man sich als Student der Informatik oder Mathematik viel mit Statistik. Aber auch im Bereich Medizin, Chemie, Psychologie, Pädagogik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften müssen Studenten heute Statistikscheine ablegen.

Je nach Studienschwerpunkt kann man sich vorrangig mit der theoretischen (deskriptiven) oder praktischen (explorativen) Statistik beschäftigen. An vielen Unis gehören eigene Erhebungen und Analysen im Rahmen von Forschungsprojekten dazu. Darüber hinaus lernt man meist auch verschiedene Auswertungssoftwares kennen, wie beispielsweise SPSS.

Grundsteine für eine Zukunft im Statistik-Service legen

Als Statistik-Profi stehen einem sehr viele Türen offen. Unabhängig davon, welches Fach man studiert – gute Datenwissenschaftler (Data Scientists) sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Wer eine Karriere im Bereich Statistik anstrebt, sollte sich daher auch neben der Uni bereits darauf spezialisieren. Verschiedene Programmiersprachen zu lernen ist zum Beispiel ein guter Anfang.

So hilft SPSS bei der Erforschung von Big Data

Kommentar von Robert Grünwald, Novustat

So hilft SPSS bei der Erforschung von Big Data

03.06.16 - An vielen Stellen werden heute Daten erhoben und gesammelt, um aus ihnen weiter führende Erkenntnisse zu gewinnen. In diesem Kontext taucht in jüngerer Zeit immer wieder der Begriff „Big Data“ auf. Dabei geht es weniger um die Datenanalyse als solches, sondern um das Problem bzw. Phänomen, eine enorme Menge von Daten effizient und effektiv analysieren zu können. Im Folgenden wird beschrieben, wie die Software SPSS bei dieser Aufgabe hilft. lesen

Praktika in der Marktforschung, bei Statistikämtern oder im Bereich Statistik-Service, Beratung und Support sind ebenfalls nützlich. Vielleicht ergibt sich daraus gar ein längerfristiger Job. Darüber hinaus eignen sich auch größere Projekt- oder Abschlussarbeiten wie die Bachelorarbeit oder Masterarbeit dafür, seine Statistikkenntnisse zu vertiefen und zu beweisen. Oftmals bieten Unternehmen in dieser Branche sogar eine Zusammenarbeit mit Studenten oder Young Professionals an.

Berufliche Perspektiven als Statistik-Profi

Seit der Erfindung des Internets, insbesondere aber in den letzten Jahren, generieren wir immer mehr Computerdaten. Zum einen durch Suchmaschinen und soziale Netzwerke, zum anderen durch unseren digitalisierten Alltag. Jedes Smartphone, Navigationsgerät oder Amazon-Konto erzeugt schließlich jeden Tag große Datenströme.

Data Science

Diese Informationsflut an „Big Data“ zu überblicken und zu analysieren, ist Aufgabe eines sogenannten Data Scientists. Die Universität Harvard kürte Data Scientist sogar zum attraktivsten Beruf des 21. Jahrhunderts.

In sämtlichen Branchen werden mittlerweile Datenexperten gesucht: Bei Beratungsfirmen, Banken, Versicherungen, Marktforschungsunternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Logistikunternehmen und Autoherstellern bis hin zu Regierungsbehörden. Das Ziel ist es, aus den Datenmengen spezielles Wissen herauszufiltern und für individuelle Geschäftsentscheidungen nutzbar zu machen. Und daran ist heutzutage schließlich nahezu jedes Unternehmen interessiert (vgl. Jobporträt in der „FAZ“).

Der Chief Data Officer etabliert sich

Umfrage

Der Chief Data Officer etabliert sich

09.10.17 - Auf der obersten Unternehmensebene gibt es eine neue Verantwortlichkeit: Immer mehr Betriebe engagieren einen Daten- oder Analytikchef. Richtig so, findet das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner. lesen

Statistik-Beratung

Doch muss man natürlich nicht unbedingt Datenwissenschaftler werden, wenn man im Bereich Statistik arbeiten will. Denkbar sind beispielsweise auch Jobs im Statistik-Service. Es gibt mittlerweile einige Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben. Man berät dort zum Beispiel Kunden, die eigene statistische Erhebungen oder Analysen durchführen wollen, hinsichtlich einer geeigneten Vorgehensweise. Oder man arbeitet ganz praktisch, und führt die Erhebung oder Datenauswertung selbst durch.

Denkbar ist dabei auch der Bereich (Telefon-) Support, bei dem man den Kunden ganz kurzfristig unterstützen kann. Vor allem bezüglich der gängigen Statistikprogramme ist der Beratungsbedarf hier sehr hoch. Beim Umgang mit Big Data ist es äußerst wichtig, dass man die Software und ihre Funktionen richtig anwenden kann. Es lohnt sich also, wenn man sich dahingehend spezialisiert.

Marktforschung und Statistikämter

Klassischerweise werden Statistik-Profis auch in der Marktforschung gesucht. Hier werden neben Statistikkenntnissen jedoch auch einige andere Fähigkeiten gefordert. Marktforscher beurteilen zum Beispiel auch Marktentwicklungen und bewerten Marketingmaßnahmen.

Darüber hinaus werden natürlich auch in statistischen Ämtern Menschen mit sehr guten Statistikkenntnissen gesucht. Hier liegt der Fokus jedoch eher auf demografischen Daten von Bund oder Ländern. Mit Big Data kommt man hier eher selten in Berührung.

Schulung und Lehre

Ein weiteres Berufsfeld liegt schließlich in der Lehre. Zum einen können Statistik-Profis nach dem Studium an der Universität bleiben und auf einen festen Lehrstuhl hinarbeiten. An einigen, insbesondere technisch ausgerichteten Unis gibt es auch eigene Forschungszentren, in denen Data Scientists eingesetzt werden.

Zum anderen besteht die Möglichkeit, als Dozent in der freien Wirtschaft tätig zu sein. Denn viele Branchen entdecken die Vorteile von Big-Data-Analysen gerade erst für sich. Diese Akteure wollen entsprechend informiert und geschult werden. Auch Statistik-Nachhilfe wird hier gebraucht.

Für den Bereich Lehre ist es von Vorteil, wenn man bereits während des Studiums als Statistik-Tutor gearbeitet hat. So kann man nicht nur testen, ob einem diese Tätigkeit liegt. Man kann sich auch die nötigen pädagogischen Methoden aneignen, um komplexe statistische Themen möglichst einfach zu vermitteln.

Wer im Bereich Statistik arbeitet, bewegt sich somit in einem sehr interdisziplinären und spannenden Berufsfeld. Auch die Einstiegsgehälter sind für Akademiker sehr attraktiv. Je nach Branche stellen die Arbeitgeber aber auch hohe Anforderungen an Bewerber. Technisches Verständnis allein ist meist nicht ausreichend. Sich als Statistik-Profi früh zu spezialisieren und weiterzubilden, lohnt sich also.

* Marina Feidel ist Human Resources & Qualitätsmanagerin bei Mentorium

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