Um eine unternehmensweit einheitliche Datenstrategie zu etablieren, sollten Unternehmen ihre Daten demokratisieren. Das heißt: Alle, auch weniger IT-affine Mitarbeiter, müssen freien Zugang zu den für sie relevanten Informationen haben. Entscheidend ist zudem, dass die Daten aus einer Single Source of Truth stammen und dass die Mitarbeiter über ein gewisses Maß an Datenkompetenz verfügen.
Der Autor: Andy Fairclough ist Director of Consulting bei Adverity
(Bild: Adverity)
Entscheidungen auf der Basis von Daten helfen Unternehmen, ihre Marketing-Aktivitäten zu optimieren und den Umsatz und ROI (Return on Investment) zu erhöhen. In einer Umfrage unter rund 300 kleinen und mittelgroßen Unternehmen bezeichneten 85 Prozent der CMOs die Fähigkeit, datengestützte Entscheidungen zu treffen, als entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Voraussetzung dafür ist allerdings eine datengesteuerte Kultur, in der alle Mitarbeiter Zugang zu den für sie relevanten Daten haben und in der Lage sind, die richtigen Erkenntnisse daraus zu ziehen. Zu diesem Zweck müssen Unternehmen ihre Daten demokratisieren und eine Self-Service-Analytics-Architektur implementieren. Das heißt, sie müssen die Voraussetzungen schaffen, dass alle Mitarbeiter die für sie relevanten Daten ohne fremde Hilfe für ihre Tätigkeiten nutzen können.
Das bietet drei wesentliche Vorteile:
1. Beschleunigung datengestützter Entscheidungen
Die Mitarbeiter gewinnen auf der Basis von Daten Erkenntnisse, ohne dafür die Hilfe von IT- und Datenspezialisten in Anspruch nehmen zu müssen. Das vermeidet Engpässe, die durch den Umweg über die IT-Abteilung entstehen. Und es entlastet die IT-Mitarbeiter, die nicht mehr mit Datenabfragen und Analysen überhäuft werden und mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten haben.
2. Unternehmensweite Vergleichbarkeit der Daten
Durch den direkten Zugriff auf harmonisierte und transformierte Daten stehen den Mitarbeitern einheitlich formatierte Kennzahlen zur Verfügung, die unternehmensweit vergleichbar sind. Entscheidend ist dabei, dass die Daten aus einer Single Source of Truth stammen. Damit sind die datengestützten Erkenntnisse auf das gesamte Unternehmen übertragbar – alle Teams sprechen in einer gemeinsamen Datensprache. Werbepartner sowie Endnutzer können darauf vertrauen, dass Entscheidungen auf einer glaubwürdigen Grundlage getroffen werden.
3. Effizienteres Marketing durch bessere Entscheidungen
Eine Datendemokratie verschafft den Nutzern einen klaren Überblick über die Chancen und Risiken bei der Kampagnenoptimierung. Die Teams können Erfolge und Misserfolge besser nachverfolgen und schneller auf datengestützte Erkenntnisse reagieren. Dies spart Zeit und erleichtert die Bewertung von Marketing-Aktivitäten. Die Arbeit mit ungenauen Daten, ineffiziente Targeting-Strategien und die Erstellung falscher Inhalte gehören damit der Vergangenheit an.
4. Kontrolle über den Datenzugriff
Durch die Integration einer effektiven Data Governance lässt sich festlegen, wer auf welche Daten zugreifen darf. Die Berechtigungen werden vom DataOps-Team verwaltet und automatisiert. Durch diese Maßnahmen sind die Unternehmensdaten vor unbefugtem Zugriff geschützt.
4 Tipps zur Datendemokratisierung
1. Überblick über die eigene Daten- und Unternehmensstruktur verschaffen: Es ist von größter Priorität, sich zunächst einen Überblick über die verfügbare Technologie, existierende Datenströme sowie über den Aufbau des eigenen Unternehmens in Teams, Abteilungen und Regionen zu verschaffen. Vor allem in großen Firmen wissen die Verantwortlichen nicht auf Anhieb, wer wofür zuständig ist, wie die Daten miteinander verbunden sind, oder wer welche Daten benötigt. Solche Informationen sind jedoch erforderlich, um ein Projekt gut planen zu können.
2. Geschäftsziele definieren: Unternehmen müssen zudem die Ziele definieren, die sie mithilfe von Daten erreichen wollen. Dazu ist es nötig, dass sich die Entscheidungsträger mit Mitarbeitern aus dem gesamten Unternehmen abstimmen. Entscheidend ist dabei, einen Rahmen zu schaffen, der lokale Anforderungen berücksichtigt und gleichzeitig zu einem einheitlichen Zielkatalog führt.
3. Data Governance einführen: Auch in einer Datendemokratie müssen nicht alle Informationen für alle Mitarbeiter zugänglich sein. Es ist zu definieren, welche Datenansicht die verschiedenen Teams je nach Rollen und Regionen benötigen, um die Unternehmensziele zu erreichen. So nutzen einige eher übergreifende Einblicke, um sich einen Überblick über das große Ganze zu verschaffen, andere brauchen Details. Durch die Einrichtung einer Data Governance lässt sich genau festlegen, wer Zugang zu welchen Daten haben soll.
4. Datenarchitektur an die eigenen Anforderungen anpassen: Bevor sie eine Architektur aufbauen, mit der alle Mitarbeiter auf relevante Daten zugreifen können, sollten Unternehmen sich folgende Fragen stellen: Welche Technologie kommt für die Datenspeicherung zum Einsatz? Wie sollen die Daten verarbeitet und harmonisiert werden? Wie lassen sie sich für verschiedene Nutzergruppen anzeigen und spezifizieren? Sind Schulungen erforderlich, um die Akzeptanz der Mitarbeiter sicherzustellen?
Die richtigen Tools sind zweifelsohne wichtig. Aber Technologie allein reicht nicht, um alle Vorteile der Datendemokratie nutzen zu können. Vielmehr muss die gesamte Unternehmenskultur datengetrieben sein. Eine gute Kommunikation hilft dabei. Die Mitarbeiter sollten kontinuierlich in die Datenkultur eingebunden werden – etwa in Form von Umfragen oder Workshops. Ziel ist es, einen firmenweiten Standard für den Umgang mit Daten zu verankern.
Entscheidend sind die Mitarbeiter
Damit die Datendemokratie in der Praxis funktioniert, müssen die Anforderungen der einzelnen Teams frühzeitig ermittelt und die Daten entsprechend abgebildet werden. Wichtig ist auch zu messen, ob und wie die Nutzer datengestützte Erkenntnisse umsetzen. Dabei helfen die folgenden Fragen: Laden die Mitarbeiter Daten herunter? Ergreifen sie auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse entsprechende Maßnahmen? Welche datenbasierten Entscheidungen treffen sie?
Eine wichtige Rolle spielt auch das Thema Datenkompetenz. Unzureichende Kenntnisse können Mitarbeiter davon abhalten, Daten zielgerichtet zu nutzen. Und wenn zwei Kollegen dieselbe Ansicht eines Dashboards haben, aber nur einer von ihnen dessen Inhalt versteht, verfügen sie nicht über dieselben Informationen. Und damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Datendemokratie nicht gegeben. Alle Mitarbeiter sollten daher über ein gewisses Maß an Datenkompetenz verfügen, das bei Bedarf in Schulungen vermittelt wird.
Fazit
Bei einer Demokratisierung der Daten müssen sich Unternehmen nicht mehr auf Spezialisten verlassen, um datengestützte Erkenntnisse zu gewinnen. Auch Berichte mit unterschiedlich formatierten Metriken gehören damit der Vergangenheit an. Wenn alle Mitarbeiter Zugang zu den für sie relevanten Daten haben, können sie selbständig Analysen fahren, wertvolle Erkenntnisse gewinnen und daraus Entscheidungen ableiten, die ihr Unternehmen voranbringen.
Stand: 08.12.2025
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