Kommentar von Benjamin Bohne, Cloudera Wird der Chief Data Officer die Nummer eins im Unternehmen?

Von Benjamin Bohne 3 min Lesedauer

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Die Mehrheit der Unternehmen sucht aktuell nach Möglichkeiten, mit Künstlicher Intelligenz (KI) das Geschäft zu modernisieren und Effizienzpotenziale zu heben. Der Treibstoff von KI sind und bleiben Daten. Ohne eine gute Datenqualität, -quantität und eine Architektur, die das volle Potenzial der Daten zugänglich macht, bleibt jedoch das leistungsstärkste KI-Modell eine reine Kostenverschwendung. Das macht Datenverantwortliche – und insbesondere den CDO (Chief Data Officer) – zu wichtigen Entscheidungsträgern im Unternehmen.

Der AAutor: Benjamin Bohne ist Group Vice President Sales Central EMEA bei Cloudera(Bild:  Nicolas Armer)
Der AAutor: Benjamin Bohne ist Group Vice President Sales Central EMEA bei Cloudera
(Bild: Nicolas Armer)

Jedes digitale Geschäftsmodell basiert auf Daten. Das bedeutet, je effizienter ein Unternehmen seinen Umgang mit Daten gestaltet, desto profitabler werden neue Initiativen. Das gilt insbesondere dann, wenn Künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Ein effektiver und effizienter Umgang mit Daten kann Unternehmen zügig voranbringen. Viele Firmen haben jedoch immer noch Schwierigkeiten, aus der Fülle an Informationen, über die sie verfügen, einen Mehrwert zu schöpfen. Laut einer Cloudera-Studie sind 62 Prozent der deutschen IT-Entscheider sogar besorgt, dass die Daten in ihrem Unternehmen außer Kontrolle geraten.

Daher rückt eine Führungskraft besonders in den Fokus, die für die Entwicklung einer unternehmensweiten Datenstrategie, die Implementierung der dafür technologischen Grundlage und die Förderung einer datengetriebenen Kultur verantwortlich ist: der Chief Data Officer (CDO). Das Forschungsinstitut IDC prognostiziert, dass bis 2028 etwa 60 Prozent der CDOs in den G2000-Unternehmen den gleichen Einfluss auf die Technologie-Investitionen haben werden wie die Chief Information Officer (CIO).

Warum gewinnen CDOs immer mehr an Bedeutung?

Die Kernkompetenz des Daten-Chefs ist es, gewinnbringende Erkenntnisse aus der überwältigenden Datenflut zu ziehen. Er ist dafür verantwortlich, Möglichkeiten zur Monetarisierung von Daten und zur Beschleunigung der digitalen Transformation zu identifizieren und umzusetzen. Dafür entwirft und implementiert er die passende Datenstrategie für sein Unternehmen. Er gibt vor, wie Daten gesammelt, gespeichert und gemanagt werden, um die Unternehmensziele zu erreichen. Nicht zuletzt treibt er bereits bestehende Dateninitiativen voran.

Um datengetriebene Geschäftsmodelle zu realisieren, legt der CDO die notwendige Basis: Es gehört zu seinen Aufgaben, die passenden Tools, Plattformen und Prozesse zu beschaffen und zu implementieren. Bei allen Schritten – von der ausgehenden Vision bis zur konkreten Umsetzung – ist der CDO der federführende Verantwortliche. Daher sind die klare Definition von Zielen für alle Beteiligten über die Abteilungsgrenzen hinweg sowie die komplette Kommunikation in Bezug auf die Datenstrategie wichtige Aufgabenbereiche.

Der CDO macht Daten zur Chefsache

Datenbezogene Entscheidungen sollten immer mit Blick auf den Return on Investment (ROI) getroffen werden – auch in Bezug auf die Datenarchitektur. Die Speicherung großer Datenmengen per se ist heutzutage keine schwierige Aufgabe mehr. Die Herausforderung besteht für Unternehmen vielmehr darin, ihre Daten von lokalen Servern über die Public Cloud bis hin zu Edge-Netzwerken effektiv zu verwalten und zu optimieren. Die Implementierung moderner Datenarchitekturen – Data Lakehouses, Data Mesh und Data Fabric – gehört daher zur Kernaufgabe des CDO und sollte einen konkreten ROI aufweisen, um die Unterstützung der Unternehmensleitung zu erhalten. Diese Rendite wird häufig in Form von Geschäftswert gemessen, der ohne einen CDO möglicherweise nicht realisiert wird.

Ohne einen CDO könnten Daten schnell zur Nebensache werden. Das ist insbesondere dann die Gefahr, wenn andere Mitglieder der Geschäftsleitung, wie etwa der CIO, zusätzlich zu ihren Kernaufgaben mit datenbezogenen Aufgaben betraut werden. Ein speziell zugewiesener CDO hingegen garantiert, dass die Datenstrategie oberste Priorität beim Management genießt und nimmt großen Einfluss auf die Entstehung einer datengetriebenen Kultur. Er stellt auch sicher, dass die datenbasierten Erfolge für das Management sichtbar sind – und dass der Wert, den das Datenteam für das Unternehmen erbringt, an die gesamte Belegschaft vermittelt wird.

Ausblick: Kommt nun der CAIO?

Der hohe Stellenwert von Daten für den Geschäftserfolg verschafft Datenverantwortlichen neben den klassischen CIOs eine zunehmend einflussreiche Position im Unternehmen. Das Aufkommen neuer Technologien wie KI verstärkt den Trend hin zu speziell datenzentrierten C-Level-Stellen. So gibt es in einigen Firmen mittlerweile nicht nur den CDO, sondern es wird extra die Position des CAIO (Chief Artificial Intelligence Officer) geschaffen. Seine Aufgabe liegt vornehmlich darin, die KI-Strategie zu entwerfen und umzusetzen. Dafür sammelt er KI-Projektideen und prüft sie auf ihre Nützlichkeit und Umsetzbarkeit. Er soll die Technologie gezielt zum Einsatz bringen, um bessere und effizientere Dienstleistungen für die Kunden verfügbar zu machen.

Die Entwicklung im C-Level bleibt also spannend. Neue disruptive Technologien wirken sich auf bisherige Aufgabenverteilungen aus und können sogar gänzlich neue Stellenbereiche schaffen. Wollen Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich bleiben, gilt es, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und aktiv mitzugestalten.

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