Bitkom-Studie Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz?

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom setzen inzwischen 36 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) ein. Bitkom spricht dabei von einem Durchbruch. Die Zahlen zeigen allerdings eher einen Reifeprozess: KI wird zwar häufiger eingesetzt, bleibt aber oft auf bekannte Anwendungsfelder beschränkt.

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland nutzt inzwischen KI – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr  (Bild:  KI-generiert)
Jedes dritte Unternehmen in Deutschland nutzt inzwischen KI – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr
(Bild: KI-generiert)

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz nimmt in deutschen Unternehmen spürbar zu. Das zeigt eine repräsentative Umfrage* des Branchenverbands Bitkom unter 604 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. Demnach setzen aktuell 36 Prozent der Unternehmen KI-Technologien ein. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 20 Prozent. Weitere 47 Prozent befinden sich in der Planungs- oder Diskussionsphase, während 17 Prozent der Unternehmen angeben, sich nicht mit KI zu beschäftigen.

Bitkom bezeichnet diese Entwicklung als „Durchbruch“. Der Einsatz erfolgt laut Studie vor allem im Kundenkontakt (88 Prozent), im Marketing (57 Prozent) sowie in der internen Kommunikation (51 Prozent). Anwendungen in Produktion (20 Prozent), Forschung und Entwicklung (18 Prozent) oder Personalmanagement (17 Prozent) werden seltener genannt. In zwölf Prozent der Unternehmen ist KI in Produkte oder Dienstleistungen integriert.

Laut Bitkom setzen immer mehr Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz ein. Die aktuelle Umfrage zeigt Fortschritte, aber auch rechtliche Unsicherheiten und personelle Engpässe.(Bild:  Bitkom)
Laut Bitkom setzen immer mehr Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz ein. Die aktuelle Umfrage zeigt Fortschritte, aber auch rechtliche Unsicherheiten und personelle Engpässe.
(Bild: Bitkom)

Die Haltung gegenüber KI fällt überwiegend positiv aus: 81 Prozent der Befragten betrachten KI als wichtigste Zukunftstechnologie. 51 Prozent gehen davon aus, dass Unternehmen ohne KI langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben.

29 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen in KI auszubauen. Nur fünf Prozent beabsichtigen, die Ausgaben zu reduzieren. Zwei Drittel der Unternehmen erwarten keine Veränderungen beim Personalstand durch KI, 20 Prozent rechnen mit einem Rückgang, sieben Prozent mit einem Zuwachs.

Hemmnisse beim Einsatz identifiziert Bitkom ebenfalls: 53 Prozent der Befragten sehen rechtliche Unsicherheiten als zentrales Problem, ebenso viele nennen fehlendes technisches Know-how. Weitere Barrieren sind fehlende personelle Ressourcen (51 Prozent), Datenschutzbedenken, mangelnde Nachvollziehbarkeit von KI-Ergebnissen sowie hohe Kosten.

Auch die Herkunft von KI-Anbietern spielt eine Rolle. Für 88 Prozent der Unternehmen ist das Herkunftsland wichtig, 93 Prozent würden einen Anbieter aus Deutschland bevorzugen. Der kürzlich verabschiedete EU AI Act wird mehrheitlich kritisch gesehen: 56 Prozent der Befragten erwarten durch die Regulierung eher Nachteile, insbesondere aufgrund des Aufwands zur Einstufung und Umsetzung von Anforderungen bei Hochrisiko-KI-Systemen.

* Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 604 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 27 bis KW 32 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.

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