Verantwortungsvoller Umgang mit neuen Technologien Die UN macht’s vor – Leitfaden für Responsible Tech

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Ein von Thoughtworks und den Vereinten Nationen erarbeiteter Leitfaden bietet UN-Teams praxisbezogene Anleitungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit aufstrebenden Technologien und soll sicherstellen, dass Kriterien eingehalten werden, u. a. bei generativer KI.

Thoughtworks kooperiert mit den Vereinten Nationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit aufstrebenden Technologien.(Bild:  Thoughtworks)
Thoughtworks kooperiert mit den Vereinten Nationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit aufstrebenden Technologien.
(Bild: Thoughtworks)

Das Responsible Technology Playbook entstand im Einklang mit der Strategy On New Technologies des UN-Generalsekretärs. Der Leitfaden soll sicherstellen, dass neue Technologien inklusive generativer KI auf Kriterien wie Inklusion und Barrierefreiheit, Sensibilisierung für möglichen Bias und Transparenz hin untersucht werden. Im Anschluss an eine Reihe von Interviews und Workshops mit zahlreichen UN-Mitarbeitern entwickelten das Team von Thoughtworks und den Vereinten Nationen einen Rahmen und verschiedene Ansätze für eine verantwortungsbewusste Herangehensweise bei Entwicklung und Management von Technologien und Produkten.

„Wenn wir neue Technologien einsetzen, um eine bessere Welt zu schaffen, wollen wir sicherstellen, dass sie keine Nebenwirkungen haben, die unseren Werten und Absichten zuwiderlaufen“, sagt Lambert Hogenhout, Head of Data, Analytics and Emerging Tech, United Nations. „Primäres Ziel der Thoughtworks-Partnerschaft war stets die Entwicklung eines Ansatzes und die Identifizierung von Tools und Techniken, die die UN-Mitarbeiter praktisch übernehmen können. Aber auch das sekundäre Ziel, die breitere globale Gemeinschaft zu inspirieren, diese verantwortungsvollen Prinzipien und Praktiken zu übernehmen, ist äußerst spannend.“

Es ist eine kollektive und gemeinschaftliche Anstrengung über die verschiedenen Arbeitsgruppen und Aufgabenbereiche des Generalsekretariats der UN hinweg, Einfluss auf heutige Technologieprojekte zu nehmen und gleichzeitig die Fähigkeit zu schaffen, künftige Risiken zu überwachen und darauf zu reagieren. Deshalb richtet sich das Responsible Technology Playbook an ein breites Spektrum von Interessenvertretern, von Führungskräften über politische Entscheidungsträger bis hin zu Entwicklern. Der Schwerpunkt liegt auf bewährten Best Practices, Werkzeugen und Techniken, die jeder – nicht nur Technologiespezialisten – nutzen kann und die das Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Technologie und Gesellschaft verbessern.

Das Responsible Technology Playbook befasst sich schwerpunktmäßig mit den Bereichen, die das größte Potenzial haben, sich auf den Einzelnen, sein Umfeld und die Gesellschaft auszuwirken:

  • Verantwortungsbewusstes technisches Denken: An erster Stelle steht das Bewusstsein für den potenziellen Schaden, der durch Handeln oder Nichthandeln verursacht werden kann. Im Fokus stehen muss, wer der Nutzer ist und welche unerwarteten und unbeabsichtigten Folgen technische Systeme, Produkte und sogar Funktionen haben können.
  • Nachhaltigkeit: Bei der Entwicklung von Technologien rücken diejenigen in den Vordergrund, die während ihrer gesamten Lebensdauer die Umwelt nur wenig belasten.
  • Daten und KI: Durch das Aufkommen generativer KI-Tools wird es immer schwieriger, zwischen echt und gefälscht zu unterscheiden. Die Bekämpfung von Fehlinformationen und Desinformation im Zeitalter von Big Data und generativer KI muss für „vertrauenswürdige“ Organisationen Priorität haben.
  • Privatsphäre: Der Schutz der Privatsphäre ist ein Grundrecht und trägt wesentlich zur Förderung von Vielfalt und Integration bei. Ohne das Bewusstsein für den Datenschutz und eine fest verankerte Kultur des Risikomanagements ist es unmöglich, gute Datenschutzpraktiken aufrechtzuerhalten, die die potenziell schädlichen Folgen einer unsachgemäßen Verarbeitung, Speicherung oder Übertragung von Daten abmildern.
  • Barrierefreiheit: Ursprünglich ging es bei der Barrierefreiheit darum, Produkte und Orte so zu gestalten, dass sie für Menschen mit Behinderungen geeignet sind. Heute bedeutet Barrierefreiheit vor allem, Ausgrenzung zu erkennen, aus der Vielfalt zu lernen und Lösungen für alle anzubieten.
  • Diversity, Equity & Inclusion (DEI): Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven und Erfahrungen sind wir besser in der Lage, den Bedürfnissen unserer Nutzer gerecht zu werden. Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion können einen positiven sozialen Wandel bewirken und helfen, ungewollte Folgen zu vermeiden.
  • Sicherheit: Der Schutz der Daten, der Ressourcen und des Rufs der Vereinten Nationen ist von entscheidender Bedeutung. Da die Organisation immer mehr sensible Informationen elektronisch speichert, verarbeitet und weitergibt, ist es von höchster Bedeutung, Verstöße zu verhindern.

„Durch die Schaffung eines Rahmens für Best Practices, der Ethik und Verantwortung an erste Stelle setzt, stellen sich die Vereinten Nationen der Herausforderung, das Potenzial der digitalen Technologie zur Veränderung der Gesellschaft zu nutzen“, sagt Dr. Rebecca Parsons, Chief Technology Officer - Emerita, Thoughtworks. „Thoughtworks hat sich stark dafür eingesetzt, dass Organisationen eine verantwortungsbewusste Einstellung zur Technologie einnehmen. Wir haben erkannt, dass es in unserer sich ständig weiterentwickelnden, allgegenwärtigen digitalen Landschaft von entscheidender Bedeutung ist, das Potenzial der Technologie für außergewöhnliche Auswirkungen zu nutzen und gleichzeitig Inklusion, Sensibilisierung für Vorurteile und Transparenz zum Wohle aller zu fördern.“

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