SAS-Studie Deutsche Behörden zeigen wenig Bereitschaft für KI

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Eine neue globale Studie von SAS zeigt gravierende Defizite bei der digitalen Transformation deutscher Behörden. Im internationalen Vergleich gelten sie als die am wenigsten veränderungsbereiten Institutionen, wenn es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geht.

Globale SAS Studie zu KI in der öffentlichen Verwaltung: Deutsche Behörden sind weltweit am wenigsten bereit für Veränderung.(Bild:  KI-generiert)
Globale SAS Studie zu KI in der öffentlichen Verwaltung: Deutsche Behörden sind weltweit am wenigsten bereit für Veränderung.
(Bild: KI-generiert)

Laut der Studie „Reimagining the future of public sector productivity“ (Registrierung erorderlich) von Economist Impact im Auftrag von SAS, einem Anbieter für KI- und Analytik-Lösungen, zeigen sich deutsche Behörden besonders zögerlich bei der Implementierung neuer Technologien. Während weltweit 95 Prozent der Verwaltungsexperten die Vorteile digitaler Technologien anerkennen, nutzen lediglich 29 Prozent der deutschen Institutionen moderne KI-Technologien wie Machine Learning oder Generative KI in ihren Bürgerservices.

Der Hauptgrund für diese Zurückhaltung liegt im Widerstand der Mitarbeiter. 65 Prozent der Befragten gaben an, dass interne Skepsis die größte Hürde für Produktivitätssteigerungen darstellt. „Die Angst vor Veränderungen und das Festhalten an traditionellen Arbeitsweisen sind tief in der deutschen Verwaltungskultur verankert“, heißt es in der Studie.

Technologischer Nachholbedarf trotz digitaler Vorteile

Trotz der allgemeinen Anerkennung digitaler Vorteile zeigt sich, dass deutsche Behörden neue Technologien erst dann einführen, wenn diese sich bereits in anderen Ländern bewährt haben. 77 Prozent der Institutionen verfolgen diesen konservativen Ansatz. Neben der internen Skepsis werden auch Budgetrestriktionen und externe Faktoren wie wechselnde Regierungskonstellationen als Hindernisse genannt.

Technologien wie Machine Learning, das große Datenmengen analysiert und Muster erkennt, oder Generative KI, die eigenständig Texte oder Bilder erstellt, könnten Verwaltungsprozesse effizienter gestalten und Bürgerservices verbessern. Doch der Einsatz bleibt begrenzt. „Es fehlt an einer klaren Digitalstrategie und dem politischen Willen, diese Technologien aktiv zu fördern“, kritisiert die Studie.

Internationale Vergleiche zeigen deutliche Unterschiede

Im internationalen Vergleich schneiden Länder wie Estland, Dänemark oder Kanada deutlich besser ab. Diese Nationen integrieren KI-Lösungen nicht nur schneller, sondern nutzen sie auch gezielt zur Optimierung von Verwaltungsprozessen. „Deutschland verliert im globalen Innovationswettlauf an Boden“, warnt ein Experte im Bericht.

Während andere Länder die Potenziale von KI zur Bürgerbeteiligung und Effizienzsteigerung ausschöpfen, bleibt Deutschland in traditionellen Strukturen verhaftet. Die Studie sieht hier akuten Handlungsbedarf, um den Anschluss an internationale Entwicklungen nicht zu verlieren.

Dringender Reformbedarf in deutschen Behörden

Die Ergebnisse der SAS-Studie legen nahe, dass deutsche Behörden ihre Zurückhaltung gegenüber KI-Technologien überdenken müssen. Der Widerstand innerhalb der Verwaltung, kombiniert mit strukturellen Hürden und fehlender Innovationsbereitschaft, könnte langfristig negative Auswirkungen auf die Effizienz und Bürgerzufriedenheit haben.

Obwohl die Vorteile von Künstlicher Intelligenz weithin anerkannt sind, bleibe die praktische Umsetzung in Deutschland hinter internationalen Standards zurück. Ohne eine grundlegende Veränderung der Einstellung gegenüber digitalen Innovationen drohe der deutschen Verwaltung eine digitale Stagnation.

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