Big Data und Information Governance

Datenflutsteuerung mit Verantwortung

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Es gibt zahlreiche Fragestellungen bei der Information Governance im Hinblick auf Big Data.
Es gibt zahlreiche Fragestellungen bei der Information Governance im Hinblick auf Big Data. (Bild: IBM)

Die Zusammenführung zahlreicher Datenquellen in Kombination mit Big-Data-Analyse-Anwendungen ermöglichen den gläsernen Kunden. Die Sorge, wie Datenbestände im Umfang von Petabyte geschützt werden können, ist verknüpft mit der Expertenforderung nach einer verbesserten Information Governance im Umgang mit solchen Daten.

Seit 2004 das Information Governance Council gegründet wurde, gilt folgende Definition für diese Disziplin: „Information Governance ist die Orchestrierung von Personen, Prozessen und Technologien, die eine Organisation befähigt, Information wie ein Wirtschaftsgut zu nutzen.“ Massendaten sind also das „neue Erdöl“, wie es einmal Carsten Bange, der Geschäftsführer des BARC-Instituts, genannt hat. Somit sind Daten ein wertvoller Rohstoff und damit Kapital.

Doch wie beim Öl darf auch hier nicht gezündelt werden: Vorsicht und Schutzmaßnahmen sind geboten. Darüber hinaus gilt auch hier: Erst nach dem Raffinieren wird aus Öl nutzbarer Kraftstoff. Erst Analyseanwendungen machen aus Daten Informationen und erst diese lassen sich im Einklang mit Erfahrungswerten zu klugen Entscheidungen verwenden. Information Governance schützt nicht nur schützenswerte und wertvolle Daten (es gibt ja auch wertlose Daten), sondern stellt sie in einem gesteuerten Prozess den befugten Nutzern zur Verfügung. Diesen Prozess steuert der Data Steward.

Information Governance

Holger Kisker
Holger Kisker (Bild: Forrester Group)

Die IT-Disziplin der Information Governance legt fest, wer in einem Unternehmen oder einer Organisation was, wann und wie mit den vorhandenen Daten machen darf. In einer Zeit, in der sowohl die gesetzlichen Vorgaben steigen als auch Gefahren von außen und innen zunehmen, kommt dieser Disziplin eine wachsende Bedeutung zu. „Sie ist für manche Szenarien leider noch eine Grauzone“, moniert Holger Kisker, Berater bei der Forrester Group. Die deutschen Unternehmen seien verunsichert, was die Umsetzung angehe. „Das führt zu einer erheblichen Investitionsblockade, insbesondere in Deutschland, viel mehr als in den USA.“ Dort wurden die Sammlung und die Zusammenführung von Daten bislang wesentlich weniger restriktiv gehandhabt.

Um wenigstens in den Unternehmen selbst die Unsicherheit zu beseitigen, fordert Kisker mit einem Chief Data Officer (CDO) die Einrichtung eines Vorstandsmitglieds, das für alle Belange des Datenschutzes im Sinne der Information Governance zuständig ist. Bislang ist lediglich die Stelle des Data Stewards bzw. Dateneigners genauer beschrieben.

Wertschöpfung optimieren

Wolfgang Martin
Wolfgang Martin (Bild: VBM-Archiv)

Der Unternehmensberater Wolfgang Martin definiert dessen Rolle so: „Die Aufgabe eines CDOs besteht darin, die Wertschöpfung von Daten und Informationen im Unternehmen zu optimieren.“ Er stelle sicher, dass im Unternehmen die richtigen Daten gesammelt, analysiert und von befugten Personen zum Entscheiden genutzt werden können. Er stelle ebenfalls sicher, „dass dazu eine Ethik im Unternehmen entwickelt wird und im Rahmen der Unternehmens-Compliance eingehalten wird.“ Sowohl Martin als auch Kisker merken an, dass eine solche Ethik derzeit vielfach nicht vorhanden sei. Auch herrsche große Unsicherheit bei deutschen Unternehmen hinsichtlich ihrer rechtlichen Spielräume.

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