Gartner kritisiert übersteigerte Erwartungen an Data Lakes

Data Lake oder Datensumpf?

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Verfälschung der Grundlagen und wenig Effizienz in der Suche

Aus dem Daten-See wird ein „Datensumpf“, so White. Dann stellt sich die Frage, wie man denn aus einem Wirrwar von Daten die interessanten Informationen fischen will. Das Netz aus Suchalgorithmen müsste jedes Mal von Neuem geknüpft werden. Das könnte wenig ökonomisch sein, nämlich letztlich anspruchsvoller und zeitraubender als die Strukturierung beim Datenzufluss.

Hieraus leitet sich der eigentliche Kritikpunkt ab: Sollen wirklich alle im Teich fischen dürfen? Schließlich wären da auch etliche Daten im See, die eigentlich besonderen Schutzes bedürfen.

Wie sollen persönliche Daten und Firmengeheimnisse gesichert werden? Kollidiert nicht das Data-Lake-Konzept schon an diesem Punkt mit Firmenrichtlinien und – noch schlimmer – mit Gesetzen und anderen Vorschriften? Die Sicherheitstechnologien für Data Lakes sind laut Gartner-Analyst White „noch embryonal“.

Wer darf was und wie?

Wohl kaum wird jeder Mitarbeiter mal eben in einen Data Lake eintauchen können. Außer einigen weniger geschulten IT-Spezialisten und Datenanalytiker wird wohl kaum jemand mit der Informationsflut umzugehen wissen. Entsprechenden Schulungen sind unabdingbar, so White, aber zeitintensiv und kostspielig.

Es bleibt das Gartner-Fazit: Für die eine Organisation mag ein Data Lake attraktiv sein, für die andere gänzlich ungeeignet. Eine solche Bewertung von einem Marktforschungsunternehmen, das nicht schlecht davon lebt, Hypes zu schaffen und zu propagieren, bedeutet nur eins: Diese Sau wird nicht durchs Dorf getrieben, sondern gleich geschlachtet.

Der Autor:

Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

(ID:42853256)

Über den Autor

 Ludger Schmitz

Ludger Schmitz

Freiberuflicher Journalist