Gartner stellt die vier wichtigsten Trends im Bereich Data and Analytics (D&A) für das Jahr 2024 vor und erörtert die weitreichenden potenziellen Auswirkungen auf Unternehmen. Diese, so die Analysten, seien vor allem organisatorischer und menschlicher Natur.
Gartner zufolge müssen IT-Führungskräfte diese Trends in ihre D&A-Strategien einbeziehen.
(Bild: Gartner)
„Die Macht der KI und die zunehmende Bedeutung von GenAI verändern die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, Teams interagieren und Prozesse ablaufen“, sagt Ramke Ramakrishnan, VP Analyst bei Gartner. „Wir befinden uns mitten in einer technologischen Revolution. Unternehmen, die es nicht schaffen, D&A im Allgemeinen und KI im Besonderen effektiv zu nutzen, werden nicht erfolgreich sein.“
Trend 1: Sich unverzichtbar machen
KI wird die Industrie auf strategischer Ebene revolutionieren. Daher müssen D&A-Verantwortliche unter Beweis stellen, dass sie über die nötigen Fähigkeiten verfügen, KI-Strategien innerhalb der Unternehmen umzusetzen.
„D&A-Führungskräfte müssen zeigen, dass sie für ihr Unternehmen wertvoll sind, indem sie genau jene Kompetenzen erwerben, mit denen die gewünschten Geschäftsergebnisse erzielen werden können“, erläutert Ramakrishnan. „Wenn dies nicht geschieht, werden Probleme wie die fehlerhafte Zuweisung von Ressourcen und unzureichend genutzte Investitionen weiter eskalieren. In diesem Fall wird D&A nicht mit der Umsetzung der KI-Strategie innerhalb des Unternehmens betraut werden.“
Da KI die Art und Weise, wie Geschäfte geführt werden, verändert, steuern Unternehmen auf eine Kostenlawine zu. D&A-Führungskräfte müssen handeln und FinOps-Praktiken einführen, mit denen sie Standards festlegen und durchsetzen und gleichzeitig Ausgaben senken können.
Gartner erwartet, dass Chief Data and Analytics Officers (CDAOs), die als vertrauenswürdige Berater und Partner des CFOs bei der Generierung von Mehrwerten fungieren, es bis 2026 schaffen, D&A zu einem strategischen Wachstumstreiber für das Unternehmen zu machen.
Trend 2: Komplexität managen
Viele D&A-Systeme sind kompliziert und Überschneidungen können Chaos und zusätzliche Kosten verursachen. „Führende Unternehmen arbeiten daran, dieses Chaos in etwas zu verwandeln, das sie beherrschen können – Komplexität. Komplexität ist laut Definition kein einfacher Zustand, aber wenn man sie akzeptiert, erhält man ein realistisches Verständnis des dynamischen Umfelds und hilft den D&A-Teams, geeignete Maßnahmen zu ergreifen“, so Ramakrishnan.
D&A-Führungskräfte müssen sich der Komplexität stellen und KI-gestützte Tools zur Automatisierung und Produktivitätssteigerung einsetzen. Dies erfordert Investitionen in ein besseres Datenmanagement, in die Automatisierung der Entscheidungsfindung und in Analysefunktionen wie die Verarbeitung natürlicher Sprache. Bis 2025, so prognostiziert Gartner, werden CDAOs eine Data Fabric als entscheidenden Faktor für die erfolgreiche Bewältigung der komplexen Datenverwaltung eingeführt haben und sich dadurch auf wertschöpfende digitale Business-Prioritäten konzentrieren können.
Trend 3: Vertrauen gewinnen
Die zunehmende Verfügbarkeit und Effizienz von GenAI führt dazu, dass die Zuverlässigkeit der Daten ständig in Frage gestellt wird. Mangelndes Vertrauen innerhalb von Organisationen, Bedenken hinsichtlich des Werts und der Qualität von Daten sowie Regulierungen rund um KI führen zu großem Misstrauen.
„Wenn man den Daten nicht vertraut, werden sie nicht richtig für die Entscheidungsfindung genutzt“, so Ramakrishnan. „Führungskräfte im Bereich D&A sollten Methoden der Entscheidungsintelligenz nutzen, um Vertrauen in Daten aufzubauen und Entscheidungsprozesse und Ergebnisse zu überwachen. Darüber hinaus sind die Implementierung einer effektiven KI-Governance und verantwortungsvolle KI-Praktiken von entscheidender Bedeutung für die Schaffung von Vertrauen unter allen Beteiligten. Dazu gehört auch, die Daten KI-fähig zu machen, d. h., sie müssen nach ethischen Gesichtspunkten verwaltet werden, sicher und frei von Bias sein und so aufbereitet werden, dass genauere Aussagen getroffen werden können.“
Trend 4: Mitarbeiter unterstützen
„Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeiter durch den Einsatz von KI gestärkt und nicht etwa bedroht fühlen“, betont Ramakrishnan.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter für den Umgang mit künstlicher Intelligenz sensibilisieren, adaptive Methoden für eine wirksame Governance anwenden und einen vertrauensbasierten Ansatz für die Verwaltung von Wissensbeständen verfolgen, der den Menschen hilft, die Herkunft der von ihnen genutzten Informationen zu verstehen.
Stand: 08.12.2025
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„Bei der KI-Schulung geht es nicht nur um Quantität, sondern auch um einen anderen Ansatz. Die Fähigkeiten, die für KI-Experten erforderlich sind, unterscheiden sich stark von denen anderer Nutzer“, sagt Ramakrishnan. „Gartner prognostiziert, dass bis 2027 mehr als die Hälfte der CDAOs die Finanzierung von Programmen für Datenkompetenz und KI-Kenntnisse sicherstellen werden, da die Unternehmen den erwarteten Wert der generativen KI bis dahin nicht realisieren können.