„Industrie 4.0 Barometer 2024“ veröffentlicht China hat bei der Digitalisierung die Nase vorn

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Die Management- und IT-Beratung MHP hat gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) das „Industrie 4.0 Barometer 2024“ herausgegeben. Es zeigt unter anderem weltweit Fortschritte in Industrieunternehmen auf. Dennoch bleiben die Rahmenbedingungen unverändert schwierig.

Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin ein Bremsklotz, wie das „Industrie 4.0 Barometer 2024“ von MHP und der LMU München zeigt.(Bild:  MHP)
Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin ein Bremsklotz, wie das „Industrie 4.0 Barometer 2024“ von MHP und der LMU München zeigt.
(Bild: MHP)

Weltweit schreitet die Digitalisierung der Industrie voran und hat sogar trotz insgesamt eher schwieriger Rahmenbedingungen weiter an Fahrt aufgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt das „Industrie 4.0 Barometer 2024“ von MHP und der LMU München. Befragt wurden 856 Mitarbeiter aus Industrieunternehmen in China, den USA, der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie dem Vereinigten Königreich.

China legt die Messlatte höher

Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Vergleich der einzelnen Länder: Während zwei Drittel der Teilnehmer aus China (66 Prozent) angaben, bereits Ortungstechnologien in der gesamten Wertschöpfungskette zu nutzen, liegt die DACH-Region hier mit 36 Prozent deutlich zurück – und 30 Prozent der dort beheimateten Befragten wollen daran auch nichts ändern.

Ähnlich sieht es beim Thema Digitaler Zwilling und der Abbildung der gesamten Logistik einschließlich Prozess- und Zustandsdaten aus. In China ist dies bei 72 Prozent der befragten Unternehmen teilweise oder vollständig der Fall, während die USA (43 Prozent), UK (29 Prozent) und die DACH-Region (25 Prozent) deutlich hinterherhinken. Ebenso verzichten Firmen im DACH-Gebiet (41 Prozent) und in den USA (28 Prozent) häufig auf den Einsatz autonomer Maschinen und Roboter. In China liegt dieser Anteil nur bei zwei Prozent.

„Im Grunde findet sich dieses Bild bei allen Industrie-4.0-Aspekten: China führt mit erheblichem Abstand – mittlerweile liegen auch die USA fast überall ein gutes Stück zurück. Das Vereinigte Königreich folgt in der Regel auf dem dritten Rang. Die DACH-Region hat meist den größten Nachholbedarf“, fasst Prof. Dr. Christina Reich von der FOM Hochschule für Oekonomie & Management sowie MHP-Managerin zusammen.

Fachkräftemangel bremst weiterhin

Ein wesentlicher Grund für diese teils deutlichen Unterschiede zwischen den Ländern ist der Mangel an entsprechend qualifizierten Mitarbeitern. Während in China neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) der Unternehmen über ausreichend viele KI-versierte Teammitglieder verfügen, bejahte das in der DACH-Region nur gut ein Drittel der Firmen (36 Prozent). Weitere Problemfelder sind Legacy-Systeme einschließlich veralteter oder inkompatibler Software (47 Prozent) sowie die komplizierte Einbindung von Industrie-4.0-Technologien in das Tagesgeschäft (47 Prozent). Eine unsichere Bewertung des Return-on-Investment (ROI) spielt für 43 Prozent der Teilnehmer eine wichtige Rolle.

Positiv wirkt es sich laut dem „Industrie 4.0 Barometer 2024“ dagegen aus, wenn der Chief Information Officer (CIO) Teil der Geschäftsführung ist. In solchen Fällen schneiden die betreffenden Unternehmen in allen Industrie-4.0-Aspekten besser ab. So bewerten etwa Teilnehmer aus derartigen Firmen den eigenen KI-Reifegrad um 91 Prozent höher als in Betrieben ohne CIO in der Chefetage. Zudem sind sie mit der Finanzierung von KI-Projekten signifikant zufriedener. Über alle befragten Unternehmen hinweg ist der CIO bei knapp der Hälfte (48 Prozent) Teil der Geschäftsführung. In China liegt dieser Anteil bei 83 Prozent.

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