Nicht nur in der IT werden Governance, Risikomanagement und Compliance (GRC) immer wichtiger. Nun erweitert Auditboard, einer der großen Anbieter entsprechender Cloud-Softwareservices, sein Geschäft nach Deutschland.
Das gesamte Auditboard-Team wartete vereint auf das Durchschneiden des blauen Bandes, das den Einstieg ins Deutschlandgeschäft markiert.
(Bild: Rüdiger)
Der Bereich Governance, Risk, Compliance (GRC) wird dank immer neuer Regulierungen und Vorschriften immer wichtiger. Die Handhabung der Datenmassen, die in Zukunft das Hauptkapital vieler Unternehmen bilden werden, erfordert die Berücksichtigung zahlreicher und komplexer Vorschriften.
Künstliche Intelligenz (KI) verlangt die Einhaltung vollkommen neuer Regeln. Umweltvorgaben müssen eingehalten und dokumentiert werden. Es gilt, die Risiken von Cyberangriffen und veralteter oder noch sehr unerprobten IT-Systemen und -Infrastrukturen abzufedern.
GRC fällt vielen schwer
Die Verantwortung für verschiedene interne GRC-Bereiche ist nur bei zwei Dritteln der Unternehmen in einer Hand.
(Bild: Auditboard)
Das fällt vielen nicht leicht. Eine aktuelle Studie zum deutschen GRC-Wesen, die der GRC-Softwarespezialist Auditboard durchführte, umfasste 232 Entscheider aus entsprechenden Bereichen deutscher Unternehmen. Sie zeigte, dass 46 Prozent der Befragten die Normlandschaft, auf die hin auditiert wird, hochkomplex finden.
Dabei arbeiten interne Revision und GRC bei einem guten Drittel der Unternehmen nicht unter einer Leitung. Nur bei 27 Prozent der Unternehmen haben diese Bereiche eine gemeinsame Technologieplattform. Vielmehr stehen in vielen Unternehmen zahlreiche Softwarelösungen parallel und siloförmig nebeneinander.
Zersplitterung erhöht die Kosten
Die Folgen: Erhöhte Kosten für das Risikomanagement, kein Durchblick zwischen den einzelnen Risikoblöcken, fehlende Einsicht in mögliche versteckte Zusammenhänge zwischen den diversen Risikobereichen sowie unverbunden nebeneinanderstehende Daten- und Regelsammlungen. Probleme bei Datenschutz und -sicherheit sowie hinsichtlich der Systempflege hemmen trotzdem die Umrüstung auf zeitgemäße integrierte Lösungen. Dazu kommt der allgegenwärtige Personalmangel.
Dies alles versuchen Cloud-GRC-Plattformen anzugehen. Von denen gibt es inzwischen eine ganze Reihe. Nun startet einer der großen Anbieter aus dem angloamerikanischen Raum, Auditboard, in Deutschland.
20 bis 30 deutsche Mitarbeiter in drei Jahren
„Wir wollen in den nächsten drei Jahren einen Personalstamm von etwa 20 bis 30 Mitarbeitenden haben“, umreißt der designierte deutsche Geschäftsführer Philipp Verhoeven seine Ziele. Er arbeitet seit Februar für Auditboard. Zuvor war er für diverse andere Softwarefirmen tätig. Bislang sind in Deutschland vier Mitarbeiter tätig. Man habe zwar bereits eine zweistellige Kundenzahl in Deutschland, aber bislang noch keinen deutschen Support. Das wird jetzt anders.
Seinen Einstand gab das Unternehmen in einem traditionsreichen Gebäude: der ehemaligen Bayerischen Staatsbank, heute Standort eines innenstädtischen Hotels, mit dem „Audit Leadership Summit“. Zu der Veranstaltung kamen neben Kunden, Partnern und Interessenten auch zahlreiche Auditboard-Mitarbeiter – vor allem aus den USA.
Von Auditoren für Auditoren
Auditboard wurde 2014 in einem nahe Los Angeles, Kalifornien, gelegenen kleineren Ort gegründet und beschäftigt heute rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gegründet wurde die Firma von Spezialisten für internes Auditieren. Sie stehen auch heute im Mittelpunkt der Personalakquise. Für sieben Jahre fokussierte man sich auf den US-Markt, um dann schrittweise zu expandieren. Der europäische Markt wurde bislang von einem mittlerweile 50-köpfigen Team in London gesteuert.
Auditboard sieht seine besondere Stärke in dem sogenannten Connected-Risk-Ansatz, der sich auch im Aufbau der Softwareplattform widerspiegelt. Was das ist, darüber referierte Richard Chambers, der sich seit nahezu einem halben Jahrhundert mit internen Audits beschäftigt. Bei Auditboard ist er „Accomplished Chief Audit Executive“.
Connected Risks: Mit Silos schwer zu managen
In der heutigen sich schnell wandelnden, oft überraschende und sich exponentiell ausdehnende Risikolandschaft sei eine ständige Überwachung aller Systeme und Prozesse unabdingbar. Die zahlreichen Risiken hätten inzwischen eine Lücke zwischen Bewältigungsfähigkeit und Risiken entstehen lassen. Die bestehende siloförmig organisierte Risikomanagementlandschaft in den Unternehmen führe zu fehlendem Schutz, Produktivitäts- und Effektivitätsverlusten.
Das hätten inzwischen auch die Regulierer verstanden und forderten in neuen Normentwürfen vermehrt mehr Kommunikation, Koordination und Zuverlässigkeit von allen Bereichen des GRC-Managements. Ein Gegenmittel wäre die Fokussierung auf strategische Ergebnisse sowie das Verhältnis von Risiko und Ertrag, gekoppelt mit enger Kooperation aller Stakeholder. Denn schließlich hingen ja auch viele Risiken miteinander zusammen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Integrierte Technologieplattform nötig
Damit eine solche Neuausrichtung des GRC-Bereichs möglich wäre, sei eine entsprechende Technologieplattform nötig. Die Connected-Risk-Platform von Auditboard biete dafür die nötigen Voraussetzungen, da sie alle GRC-Funktionen unter einem Dach bündele und durch ihr Design eine enge Kommunikation zwischen allen Beteiligten fördere.
Die Plattform, die als Cloud-Service angeboten wird, besteht aus vier Bereichen: Audit und interne Kontrollen, Risk Management, IT Compliance und rechtliche sowie ESG Compliance. Darunter werden in einzelnen und einzeln abonnierbaren Modulen diverse Funktionen realisiert. Kunden kaufen jährliche Softwareabonnements.
Preisangaben sehr vage
Bei den Preisen hüllt sich der Anbieter wie häufig bei komplexeren Softwareangeboten in Wolken. Verhoeven erklärt, dass die Kosten eine Modul- und eine Nutzerzahl-Komponente haben. Denn die Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen hätten teilweise komplexe, hochspezifische Compliance-Anforderungen, die sich nicht mit Standardlösungen erfüllbar wären, sondern eine individuelle Gestaltung im Beratungsprozess erforderten. Es werden nur diejenigen als Nutzer gezählt, die das Recht haben, im System zu konfigurieren. Wer lediglich Daten eingibt, zählt nicht. Die externe Prüfung erspart die Softwarelösung nicht, sie erleichtert aber die Arbeit des Prüfpersonals, weil alle Reports vorkonfiguriert werden können.
Selbstverständlich nutzt Auditboard bereits eingebettete KI, allerdings im Moment vor allem dafür, die plattforminternen Prozesse zu streamlinen und zu automatisieren, auch mit generativen KI-Workflows. Dazu gehört beispielsweise, Doppeleingaben zu verhindern oder zusammengehörige Daten auch zusammen zu präsentieren. Auch Microsoft Copilot ist in das System eingebettet. Weitere Beispiele sind automatisierte Lieferantenbewertungen, wobei KI die Mitarbeiter-Ressourcen mit den Projektanforderungen abgleicht, sowie automatisierte Framework-Updates. Reports entstehen schneller und genauer.
Nützliche Dashboards
Nützlich für die gerade beim Einsatz von KI notwendige Transparenz sind spezielle Dashboards für das Management, die Zahlen oder grafische Darstellungen aus allen vorhandenen Bereichen enthalten können. Das meint zumindest Dr. Sonja Bartels, Senior Vice President Internal Audit Intelligence & Steering beim Energieunternehmen Uniper, einem der deutschen Auditboard-Kunden. Dort ist das Modul Audit des Systems seit Kurzem im Einsatz.
„Uns hat vor allem die große Benutzerfreundlichkeit überzeugt“, sagt sie. KI-Aufgaben größeren Umfangs erledigt bislang aber nicht Auditboard, sondern ein Team von Werkstudenten. Dem ist es etwa gelungen, ein Tool für zur Firmenterminologie konforme Übersetzungen zu entwickeln. Ein anderes Werkzeug schreibt Zusammenfassungen, beispielsweise von Audit-Berichten. Es bleibt jetzt abzuwarten, wie sich der deutsche Markteinstieg und die KI von Auditboard entwickeln.