Open-Source-Modelle aus China im Aufwind Alibaba legt mit Qwen3 in der KI-Entwicklung nach

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit Qwen3 stellt Alibaba Cloud ein KI-Modell vor, das auf Open Source setzt und hybrides Schlussfolgern erlaubt. Die Modellfamilie könnte westlichen Systemen Konkurrenz machen – und entwickelt sich damit zum strategischen Werkzeug in der globalen Tech-Rivalität.

Qwen3 kombiniert hybrides Denken mit offener Lizenz – und könnte westlichen KI-Modellen technisch und politisch Konkurrenz machen.(Bild:  KI-generiert)
Qwen3 kombiniert hybrides Denken mit offener Lizenz – und könnte westlichen KI-Modellen technisch und politisch Konkurrenz machen.
(Bild: KI-generiert)

Alibaba Cloud hat eine neue Familie offener KI-Modelle vorgestellt. Die Modellreihe Qwen3 kombiniert verschiedene Technologien und bringt erstmals ein sogenanntes „Hybrid Reasoning“ in die Open-Source-Welt ein. Nach Angaben des Anbieters kann das System zwischen einem schnellen Antwortmodus und einem komplexeren Denkmodus wechseln – je nachdem, welche Anforderungen ein Anwendungsszenario stellt.

Damit könnte sich Qwen3 für Echtzeitanwendungen wie Chatbots oder Agentensysteme ebenso eignen wie für anspruchsvolle Aufgaben im Bereich Analyse, Codierung oder Simulation. Die Modelle stehen unter einer Apache-2.0-Lizenz und sind auf Plattformen wie Hugging Face, GitHub und ModelScope verfügbar.

Mehrstufige Architektur mit MoE und Dichte-Modellen

Die Modellfamilie besteht aus zwei sogenannten Mixture-of-Experts (MoE)-Modellen mit 30 und 235 Milliarden Parametern sowie sechs dichten Modellen mit bis zu 32 Milliarden Parametern. Die Modelle wurden auf einem Datensatz mit 36 Billionen Tokens in 119 Sprachen trainiert.

In Benchmarks wie AIME25 (mathematisches Denken), LiveCodeBench (Programmierung) oder BFCL (Funktions- und Toolaufrufe) schnitt Qwen3 nach Angaben von Alibaba ähnlich gut oder besser ab als vergleichbare Modelle, darunter Googles Gemini 2.5 Pro oder OpenAIs o3-mini.

Ein direkter Leistungsvergleich bleibt mangels standardisierter Transparenzmethoden allerdings schwierig. Unterschiede in Trainingsdaten, Architektur und Evaluierung erschweren die Einordnung – dennoch positioniert sich Alibaba damit technisch auf Augenhöhe mit westlichen Anbietern.

Offene Lizenz als strategischer Hebel

Auffällig ist die vollständige Open-Source-Freigabe. Die Apache-2.0-Lizenz erlaubt eine kommerzielle Nutzung und Anpassung ohne Auflagen. Damit geht Alibaba weiter als viele Konkurrenten, deren Lizenzen meist restriktiver formuliert sind.

Open-Source-Modelle gelten inzwischen als politische und wirtschaftliche Machtfaktoren. Wer sie kontrolliert, gestaltet die Spielregeln der Zukunft mit – ob beim Zugang zu Technologie, bei der Ausbildung von Entwicklern oder beim Aufbau digitaler Souveränität.

China verfolgt diesen Kurs strategisch: Neben Alibaba investieren auch Baidu und Start-ups wie DeepSeek massiv in offene KI-Modelle. Damit könnten sie auf mittlere Sicht Abhängigkeiten von westlichen Systemen abbauen – und global neue Allianzen in der Technologiepolitik schmieden.

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