Physical AI für humanoide Roboter Digit 5 mit Nvidia Halos: Agilitys neuer Humanoide soll ohne Schutzzaun arbeiten

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Agility Robotics hat mit Digit 5 die fünfte Generation seines humanoiden Roboters vorgestellt. Herzstück ist eine neue Sicherheitsarchitektur auf Basis von Nvidia IGX Thor und Halos Core. Damit ist der US-Hersteller erster Launch-Partner der Halos-Plattform für Robotik.

Digit 5 soll ohne physische Schutzbarrieren neben Menschen arbeiten. Die Sicherheitsarchitektur läuft auf Nvidia IGX Thor.(Bild:  Agility Robotics)
Digit 5 soll ohne physische Schutzbarrieren neben Menschen arbeiten. Die Sicherheitsarchitektur läuft auf Nvidia IGX Thor.
(Bild: Agility Robotics)

Agility Robotics hat mit Digit 5 die nächste Generation seines bipedalen Humanoiden für Fertigung, Lager und Logistik vorgestellt und soll ohne die physischen Schutzbarrieren auskommen, die klassische Industrieroboter erfordern. Die Sicherheitsarchitektur kombiniert drei Elemente. Eine KI-basierte Personenerkennung nutzt proprietäre Algorithmen und mehrere Sensortechnologien, um den Roboter je nach Situation ausweichen, stoppen oder sich hinsetzen zu lassen. Visuelle und akustische Signale kommunizieren die Bewegungsabsicht an Umstehende. Ein unabhängiger Safety-Controller überwacht die Reaktionen, sobald definierte Abstände zu Personen unterschritten werden.

Die Rechenbasis liefert Nvidia. Agility koppelt Digit 5 mit dem Edge-System Nvidia IGX Thor, dem „dritten Computer“ im Physical-AI-Stack, sowie mit der Halos-Core-Infrastruktur, dem Sicherheits-Framework des Chipherstellers für Robotik. Der sichere Betrieb in unmittelbarer Nähe von Menschen und Anlagen sei der entscheidende Schritt, um humanoide Roboter aus Pilotprojekten in den industriellen Skalen-Einsatz zu bringen, sagt Deepu Talla, Vice President Robotics and Edge AI bei Nvidia.

Bis zu 22,7 Kilogramm Nutzlast, 90 Minuten Laufzeit und neun Minuten Ladezeit: Mit Digit 5 zielt Agility Robotics auf Vollschicht-Einsätze in Fertigung, Lager und Distribution.(Bild:  Agility Robotics)
Bis zu 22,7 Kilogramm Nutzlast, 90 Minuten Laufzeit und neun Minuten Ladezeit: Mit Digit 5 zielt Agility Robotics auf Vollschicht-Einsätze in Fertigung, Lager und Distribution.
(Bild: Agility Robotics)

65.000 Betriebsstunden als Basis

Digit 5 baut nach Herstellerangaben auf mehr als 65.000 kumulierten Betriebsstunden der Vorgängergeneration auf. Digit 4 ist unter anderem bei GXO, Schaeffler, Amazon und Toyota Motor Manufacturing Canada im Einsatz.

Für die regulatorische Einordnung verweist Agility auf eine unabhängige Feldevaluation von Digit 4 durch die US-Arbeitsschutzbehörde OSHA. Der Hersteller arbeitet zudem als Project Leader am technischen Report ANSI/A3 TR R15.108 sowie am ISO-Standard 25785-1 mit, laut Anbieter der erste internationale Sicherheitsstandard für die Kategorie der Humanoiden.

Kommerziell verfügbar wird Digit 5 in Europa und Großbritannien ab dem ersten Halbjahr 2027 im Early Access. Die allgemeine Verfügbarkeit plant Agility für Ende 2027, eine CE-Kennzeichnung ist angekündigt.

Damit fällt der Zeitplan mit dem Wirksamwerden der neuen EU-Maschinenverordnung im Januar 2027 zusammen, die verschärfte Anforderungen an selbstlernende Systeme, sichere Mensch-Roboter-Interaktion und CE-Kennzeichnung stellt. Eine Capgemini-Studie unter Großunternehmen zeigt, wo Digit 5 dabei ansetzen muss: 72 Prozent der Befragten nannten technische Unreife als zentrale Hürde für humanoide Roboter. Genau gegen diesen Einwand positioniert Agility die neue Safety-Architektur.

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