IDC Retail Predictions vorgestellt

Wie die Digitalisierung 2018 den Handel beeinflusst

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Der Einzelhandel muss sich auf Veränderungen einstellen.
Der Einzelhandel muss sich auf Veränderungen einstellen. (Bild: JÉSHOOTS / pexels.com / CC0)

Schon jetzt sind Technologien für neue Erfahrungen und Einkaufserlebnisse im Einzelhandel keine Science-Fiction mehr. Händler tun gut daran, sich 2018 auf die moderne Technik und die entsprechenden Kundenbedürfnisse einzustellen.

Zu diesem Schluss kommen die Marktforscher von IDC in ihren Retail Predictions 2018. Besonders die Erwartungen und Ansprüche potenzieller Kunden sollten als Richtschnur für die Priorisierung fortschrittlicher Technologien im Einzelhandel dienen. Dazu zählen zum Beispiel biometrische Daten, standortbezogene Dienste, Internet, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz (KI). Aber auch hyperpersonalisierte Empfehlungen und Angebote sind wichtig. IDC erwartet, dass Retailer auf Plattformen setzen, die kontinuierlich Mikroservice-fähige Funktionen und Erfahrungen bereitstellen können.

Vorhersagen für 2018

Für den weltweiten Handel prognostiziert IDC die folgenden Entwicklungen:

  • Bis 2019 werden 50 Prozent der Händler eine Omni-Channel-Handelsplattform für den Einzelhandel eingeführt haben. Die Senkung von TCO, Lagerhaltungskosten, Betriebskosten und des Werbeaufwands ermöglichen eine Steigerung der Omni-Channel-Profitabilität um bis zu 30 Prozent.
  • Bis 2019 werden die Top 30 Prozent der Einzelhandelsunternehmen aktiv an der digitalen Transformation teilhaben. Sie werden die organisatorischen Veränderungen und Investitionsstrategien in Plattformtechnologien, die Cloud-basiert, AI-fähig und Composable sind, vorantreiben.
  • Bis 2019 werden 40 Prozent der Einzelhändler eine CX-Architektur entwickelt haben, die von einem AI Layer unterstützt wird. Eine solche Plattform ermöglicht eine Hyper-Micro-Personalisierung, die bis zu 30 Prozent Konversionssteigerung und damit bis zu 25 Prozent höhere Einnahmen ermöglicht.
  • Bis 2021 werden Einzelhändler auf Geodaten zurückgreifen, um die Effizienz in der Omni-Channel-Orchestrierung zu steigern und die Lagerhaltungskosten um bis zu 25 Prozent zu senken.
  • Bis 2020 wird mehr als die Hälfte der Verbraucher eine perfekte Ausführung des Fulfillments als Hauptgrund für die Loyalität gegenüber den Einzelhändlern erwarten. Folglich werden die Einzelhändler ihre Budgets für diese Technologien um bis zu 20% erhöhen, um eine vollkommen transparente und benutzerfreundliche Fulfillment-Erfahrung zu schaffen.
  • Bis 2021 werden 10 Prozent der Umsätze der Handelskette über sprachgesteuerte digitale Assistenten erzeugt und verwaltet, was die Marktbeherrschung von Handelsplattformen für den Kauf von Alltagsgütern beschleunigen wird.
  • Inmitten sich rasant entwickelnder Cyber-Bedrohungen und immer raffinierterer Angriffe werden 75 Prozent der Einzelhändler bis 2020 auf künstlicher Intelligenz basierende Cyberdefence-Technologien eingeführt haben.
  • Bis zum Jahr 2019 werden 40 Prozent der Einzelhändler mit einer signifikanten Umstrukturierung ihrer Belegschaft begonnen haben, um dem wachsenden Druck gerecht zu werden und durch den Abbau von Silos für ein positives Kundenerlebnis im Omni-Channel zu sorgen.
  • Bis 2020 werden 20 Prozent der Einzelhändler das PIM/MDM-System als AI-fähige Netzwerke umgestaltet haben, um wettbewerbsrelevante Informationen zu erhalten, auf Basis derer Produktattribute durch Social Semantics intelligent in den Kundenkontext eingebunden werden und somit wertvolle Erkenntnisse zur Vereinheitlichung von Merchandising und Marketing bereitgestellt werden können.
  • Bis zum Jahr 2021 werden Einzelhändler, die die Erwartungen der Stakeholder erfüllen und die AI, AR und IoT für die Mitarbeiter- und Kundenbindung einsetzen, die Kundenzufriedenheit um bis zu 20 Prozent, die Mitarbeiterproduktivität um bis zu 15 Prozent und die Lagerbestände um bis zu 25 Prozent steigern.

Tipps für Retailer

IDC hat nicht nur Prognosen, sondern auch Empfehlungen für Retailer parat:

  • Strukturieren Sie das Customer Experience im Hinblick auf Agilität und Kontextrelevanz neu, so dass eine dynamische Kombination der Kundenservices möglich wird, die Informationen (Kunden-, Produkt-, Bestands-, Mitarbeiter- und externe Daten), Prozesse und Aktivitäten (Aktionen, Kanäle) konsistent nutzt.
  • Beschleunigen Sie Investitionen in Omni-Channel-Commerce-Plattformen für den Einzelhandel. Entwickeln Sie Retail Analytics und AI als grundlegendes Element, das in jede Geschäftsfunktion des Einzelhandels eingebettet ist, und verbinden Sie Daten, Anwendungen und externe Services über die Omni-Channel-Commerce-Plattform des Einzelhandels.
  • Gewährleisten Sie die Ausführung von Fulfillment-Prozessen auf der Grundlage von geografischer Omni-Channel-Orchestrierung und "hub and spoke" Omni-Channel-Vertriebsmodellen.
  • Nutzen Sie ein einheitliches, netzwerkorientiertes Datenmanagement (MDM/PIM, Kundendaten, Zweit- und Drittdaten) für Agilität und ökosystemgestützte Wertschöpfung.
  • Transformieren Sie Ihre produktzentrische Warenwirtschaft und Sortimentsplanung zu einer kunden- und ertragsorientierten Planung, die durch eine neue Generation von vernetzten Planungsmodellen und Anwendungen, die schnellere und granularere Sortiments- und Kaufentscheidungen ermöglichen, realisierbar ist.

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