KNIME ist eine Open-Source-Software für die interaktive Analyse großer Datenmengen. Sie bietet eine intuitive, grafische Benutzeroberfläche, mit der datengetriebene Workflows ohne tiefgehende Programmierkenntnisse erstellt werden können. Neben der kostenlosen Kernversion existieren kommerzielle Erweiterungen für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen.
KNIME ist eine Open-Source-Plattform für Datenanalyse und Machine Learning, die es Nutzern ermöglicht, komplexe Datenprozesse durch eine intuitive Drag-and-Drop-Oberfläche zu automatisieren – ganz ohne Programmierkenntnisse.
(Bild: KNIME)
KNIME steht für „Konstanz Information Miner“ und ist eine frei zugängliche Software für das Data Mining und die interaktive Analyse großer Datenmengen. Sie wurde 2004 von einem Entwicklerteam unter der Leitung von Michael Berthold an der Universität Konstanz in Leben gerufen, um komplexe Datenverarbeitungsprozesse durch eine grafische Benutzeroberfläche zu vereinfachen und es Nutzern zu ermöglichen, datengetriebene Workflows ohne tiefgehende Programmierkenntnisse zu erstellen.
Die erste Version erschien 2006 und fand schnell Anklang in akademischen und industriellen Kreisen. Durch die wachsende Nutzerbasis und die steigende Nachfrage nach leistungsfähigen Analysetools wurde die Software kontinuierlich weiterentwickelt. Heute wird die Low-Code-Entwicklerplattform von der KNIME AG mit Sitz in Zürich betreut und weiter ausgebaut. Neben der Open-Source-Kernversion existieren kommerzielle Erweiterungen für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an Sicherheit und Skalierbarkeit.
Geschrieben ist KNIME in Java. Die KNIME Analytics Platform nutzt Funktionalitäten des quelloffenen Programmierwerkzeugs Eclipse. Mithilfe von Plug-ins und Konnektoren lässt sich KNIME umfangreich erweitern, beispielsweise für das Image Mining, für komplexe Zeitreihenanalysen und für die Kompatibilität mit zahlreichen Dateiformaten und Datenbanksystemen. Auch Machine-Learning-Algorithmen lassen sich integrieren.
KNIME steht für Betriebssysteme wie Windows, MacOS und Linux zur Verfügung und lässt sich auch als Service aus der Cloud beziehen. Anbieter wie Amazon oder Microsoft bieten auf ihren Cloud-Plattformen entsprechende Lösungen. Die Software steht unter freier GPL-Lizenz. Die aktuelle Version 5.4 ist im Dezember 2024 erschienen.
KNIME Hub: Die Community-Plattform
Der KNIME Hub ist eine zentrale Plattform, auf der Benutzer Workflows, Knoten, Komponenten und Erweiterungen teilen und entdecken können. Er ermöglicht es, bewährte Lösungen schnell in eigene Projekte zu integrieren und erleichtert den Austausch innerhalb der Community. Durch den Zugriff auf eine Vielzahl von bereits entwickelten Workflows können Anwender ihre Analyseprozesse effizienter gestalten und von der Expertise anderer profitieren. Unternehmen und Forscher nutzen den KNIME Hub, um Best Practices zu teilen und datengetriebene Entscheidungsprozesse zu optimieren.
Merkmale von KNIME
KNIME basiert auf einer modularen Architektur und bietet eine visuelle Entwicklungsumgebung, in der Benutzer Datenpipelines mittels Drag-and-Drop-Technik erstellen können. Das Konzept umfasst unter anderem:
Datenintegration: Unterstützung zahlreicher Datenquellen, darunter SQL-Datenbanken, Cloud-Speicher, Excel-Dateien und Big-Data-Plattformen.
Datenanalyse: Einbindung von Machine-Learning-Algorithmen, Statistik-Tools und Methoden zur Mustererkennung.
Datenvorbereitung: Transformation und Bereinigung von Daten durch eine Vielzahl von vorgefertigten und individuell anpassbaren Knoten.
Visualisierung: Vielfältige Optionen zur Darstellung und Exploration von Daten.
Erweiterbarkeit: Möglichkeit zur Integration externer Tools wie R, Python, TensorFlow oder Apache Spark.
Automatisierung und Skalierung: KNIME Server ermöglicht die Automatisierung von Workflows sowie die parallele Verarbeitung großer Datenmengen.
Integration in Unternehmensumgebungen: Die Software bietet API-Schnittstellen und unterstützt die Einbindung in bestehende IT-Infrastrukturen.
Anwendungsbereiche von KNIME
KNIME wird in verschiedenen Branchen und Fachgebieten genutzt, darunter Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Verwaltung. Die Plattform findet Anwendung in Bereichen wie Gesundheitswesen, Energieversorgung und Telekommunikation, wo große Datenmengen effizient verarbeitet und analysiert werden müssen.
Biowissenschaften und Pharma: Analyse von medizinischen Daten, Wirkstoffforschung und Genomik.
Finanzwesen: Risikomodellierung, Betrugserkennung und Marktanalysen.
Marketing und Kundenanalyse: Segmentierung, Prognosen und Empfehlungsalgorithmen.
Fertigung und Industrie 4.0: Qualitätskontrolle, Predictive Maintenance und Supply-Chain-Optimierung.
E-Commerce und digitale Plattformen: Personalisierte Werbung, Kundenverhalten-Analysen und Produktoptimierung.
Funktionsweise von KNIME
KNIME arbeitet mit visuellen Workflows. Datenanalyseaufgaben werden in viele verschiedene Einzelschritte zerlegt. Die einzelnen Schritte stellt die Benutzeroberfläche mithilfe grafischer Elemente dar. Der Anwender kann die einzelnen Elemente per Drag-&-drop auswählen, zusammenstellen und verketten. Die Programmierung eines Codes ist für die Datenanalysen und das Data Mining nicht notwendig.
Die KNIME Workbench bietet eine visuelle Umgebung zur Erstellung und Analyse von datengetriebenen Workflows. Mit Drag-and-Drop-Knoten lassen sich Machine-Learning-Modelle und Datenprozesse intuitiv entwickeln.
(Bild: KNIME)
Die einzelnen Elemente eines Workflows repräsentieren Knoten mit Ein- und Ausgängen, die zu einem Graphen verbunden sind. Ein Knoten stellt einen bestimmten Algorithmus dar. Er gibt beispielsweise Knoten für Einleseaufgaben, Transformationsaufgaben, Analyseaufgaben, Visualisierungsaufgaben und Ausgabeaufgaben. Einleseknoten sind für das Einlesen der Daten und ihre Integration in den Workflow zuständig. Daten werden in der Form von Tabellen mit Kopfzeile und ID-Spalte dargestellt. Transformationskonten verwandeln die eingelesenen Daten in die benötigten oder gewünschten Formate. Sie übernehmen auch die Aufgaben der Gruppierung und Filterung der Daten. Die eigentliche Auswertung der Daten findet in den Analyseknoten statt.
Den Abschluss eines Workflows bilden die Visualisierungsknoten und Ausgabeknoten. Mit diesen ist es möglich, Diagramme und andere Visualisierungen oder bestimmte Dateien wie CSV-Dateien zu generieren. Die Verbindungen zwischen den Knoten werden auch als Kanten oder Assoziationen bezeichnet. Ein Workflow kann aus beliebig vielen Knoten und Kanten bestehen.
Stand: 08.12.2025
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Vorteile von KNIME
Die Datenanalyse und das Data Mining mit der KNIME Analytics Platform bietet zahlreiche Vorteile. Im Folgenden ein kurzer stichpunktartiger Überblick über die wichtigsten Vorteile:
Benutzerfreundlichkeit: Dank der intuitiven Oberfläche können auch Anwender ohne Programmierkenntnisse komplexe Analysen durchführen.
Flexibilität: Durch die Open-Source-Architektur und zahlreiche Erweiterungen lässt sich KNIME an individuelle Bedürfnisse anpassen.
Community-Unterstützung: Eine aktive Nutzer- und Entwicklergemeinschaft stellt Plugins, Tutorials und Support bereit.
Kostenfreiheit: Die Grundversion von KNIME steht unter GPL-Lizenz und ist somit kostenlos verfügbar, was es besonders attraktiv für kleine Unternehmen und Forschungseinrichtungen macht.
Interoperabilität: Die Unterstützung von Open-Source-Technologien wie R, Python und SQL erlaubt eine nahtlose Integration in bestehende IT-Infrastrukturen.
Transparenz und Reproduzierbarkeit: Die visuelle Workflow-Entwicklung ermöglicht eine nachvollziehbare Dokumentation und einfache Wiederverwendung von Analysen.