ELIZA ist der Name eines von Joseph Weizenbaum in den 1960er-Jahren entwickelten Computerprogramms. Es ermöglicht eine natürlichsprachige Kommunikation zwischen Mensch und Maschine per Texteingabe. ELIZA hat eine skriptbasierte Arbeitsweise und gilt als einer der ersten Chatbots in der Geschichte der Informatik. Mit heutigen Chatbots ist das Computerprogramm kaum vergleichbar. Es verwendet kein neuronales Netzwerk, lässt sich nicht trainieren und besitzt keine echte Künstliche Intelligenz.
ELIZA ist der Name eines zwischen 1964 und 1967 von Joseph Weizenbaum entwickelten Computerprogramms. Der Name „ELIZA“ ist an Anlehnung an das Schauspiel Pygmalion von George Bernard Shaw entstanden. ELIZA gilt als einer der ersten Chatbots in der Geschichte der Informatik.
Joseph Weizenbaum war Informatiker und gleichzeitig Gesellschafts- und Wissenschaftskritiker. Er wurde 1923 in Berlin geboren und verstarb 2008. Von 1963 an lehrte Weizenbaum als Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem er ELIZA entwickelte. Sich selbst bezeichnet Weizenbaum auch als „Ketzer der Informatik“.
ELIZA war als eine Art Simulation der Möglichkeiten der natürlichsprachigen Kommunikation zwischen Mensch und Maschine gedacht. Weizenbaum wollte mit dem Computerprogramm eigentlich aufzeigen, wie oberflächlich die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ist. ELIZA arbeitet skriptbasiert in englischer Sprache und antwortet auf Texteingaben von Menschen. Das Computerprogramm lässt den Benutzer glauben, dass er ein Gespräch mit einem echten Menschen führt. Den Turing-Test konnte das Programm aber nicht bestehen, auch wenn sich viele Menschen von ELIZA täuschen ließen, wie angeblich die Sekretärin von Weizenbaum.
Weizenbaum zeigte sich überrascht und schockiert, wie leicht sich Menschen in der Kommunikation mit einer Maschine täuschen ließen. Einige sprachen der Maschine sogar menschenähnliche Gefühle zu. Die größte Bekanntheit erlangte die Variante des Computerprogramms, bei der sich ELIZA wie ein Psychotherapeut verhält und Therapiegespräche führt. Mit der Funktionsweise und den Fähigkeiten heutiger Chatbots wie ChatGPT von OpenAI oder Google Bard hat ELIZA nur wenig gemeinsam. Das Computerprogramm basiert nicht auf einem künstlichen neuronalen Netzwerk, lässt sich nicht trainieren und besitzt keine wirkliche Künstliche Intelligenz. Im Internet sind nach wie vor zahlreiche Programme, Webversionen und Implementierungen von ELIZA in verschiedenen Programmiersprachen sowie mehr oder weniger stark veränderte Varianten und Abarten des Computerprogramms verfügbar, mit denen sich die Fähigkeiten von ELIZA ausprobieren lassen.
Die Fähigkeiten von ELIZA
ELIZA arbeitet im Chatmodus. Der Benutzer stellt über ein Texteingabefenster eine Frage in englischer Sprache oder gibt eine Antwort oder eine andere Art von Äußerung ein. Das Computerprogramm antwortet in englischer Sprache, stellt Rückfragen oder fordert den Benutzer auf, seine Anfrage weiter auszuführen. Die Antworten von ELIZA nehmen Bezug auf die Eingaben des Benutzers. In der bekanntesten Version von ELIZA als Simulation eines Psychotherapeuten lesen sich die Antworten von ELIZA für viele Menschen so, als kämen sie von einem intelligenten, empathischen und verständnisvollen Therapeuten.
Die Fähigkeit, realen Personen einen echten Gesprächspartner vorzuspielen und Menschen zu täuschen, ist einer der Hauptgründe für die Bekanntheit von ELIZA. Den sogenannten Turing-Test bestand ELIZA allerdings nicht, auch wenn das Computerprogramm einige Menschen täuschen konnte. Beim Turing-Test muss ein menschlicher Proband anhand eines Frage-Antwort-Spiels über ein Textterminal entscheiden, ob der Gesprächspartner ein Mensch oder eine Maschine ist. Mit etwas gesundem Menschenverstand lässt sich schnell feststellen, dass ELIZA nur ein Computerprogramm ist und menschliche Kommunikation nur simuliert.
Funktionsweise von ELIZA
Geschrieben ist ELIZA in der von Weizenbaum selbst entwickelten Programmiersprache MAD-SLIP. Als Rechner verwendete Weizenbaum einen IBM 7094. Lange Zeit galt der Original-Sourcecode von ELIZA als verschollen. Später wurde er in den Archiven des MIT wiedergefunden und auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht.
ELIZA arbeitet skriptbasiert und verwendet ein strukturiertes Wörterbuch. Mit der Funktionsweise heutiger Chatbots hat ELIZA kaum etwas gemeinsam. ELIZA durchsucht die Eingabe des Benutzers nach im Wörterbuch vorhandenen Schlüsselwörtern und ordnet dem Schlüsselwort eine Priorität zu. Die Textausgabe generiert das Programm mithilfe der erkannten Schlüsselwörter und ihrer Priorität, den im Wörterbuch zum Schlüsselwort gefundenen Synonymen oder verwandten Begriffen und Oberbegriffen und den vordefinierten Transformations- und Konstruktionsregeln. Darüber hinaus nutzt ELIZA eine Sammlung von typischen Phrasen verschiedener Themengebiete. Findet ELIZA zum Beispiel das Schlüsselwort „Bruder“ in der Anfrage, stellt das Programm den Bezug zum Oberbegriff „Familie“ her und antwortet mit einer Phrase aus diesem Themenkomplex wie „Erzählen Sie mir mehr über Ihre Familie“. Werden keine Schlüsselwörter gefunden, antwortet ELIZA mit allgemeinen und ausweichenden Phrasen wie: „Das verstehe ich nicht, erklären Sie mir das genauer“ oder „Lassen Sie uns über etwas anderes reden“.
Stand: 08.12.2025
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Was ist der ELIZA-Effekt?
Vom Computerprogramm ELIZA leitet sich der sogenannte ELIZA-Effekt ab. Es handelt sich um einen Effekt, der häufig zu beobachten ist, wenn Menschen mit Maschinen oder Computerprogrammen kommunizieren. Sobald die maschinellen Antworten einigermaßen menschlich erscheinen, verhalten sich Menschen gegenüber der Maschine, als wäre die Maschine ein Mensch, und das, obwohl sie sich darüber im Klaren sind, dass es sich um ein Programm oder einen Computer handelt. Sie schreiben dem maschinellen Gesprächspartner menschliche Eigenschaften wie Gefühle oder Empathie zu oder geben ihm einen menschlichen Namen. Die Maschinen und ihre Algorithmen werden quasi vermenschlicht.