VivaTech Confidence Barometer 2026 Vertrauen in die KI, aber wenig Kontrolle über die eigenen Daten

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Führungskräfte setzen auf Technologie, investieren massiv in Künstliche Intelligenz (KI) sowie Cybersicherheit und nehmen gleichzeitig wachsende Risiken bei Datenschutz und Souveränität in Kauf. Das VivaTech Confidence Barometer 2026 zeigt ein widersprüchliches Stimmungsbild.

Mit mehr als 180.000 Besuchern in 2025 ist die VivaTech eines der größten Start-up- und Tech-Event Europas. Der Veranstalter, Viva Technology, gibt jedes Jahr vorab eine internationale Umfrage in Auftrag.(Bild:  VivaTech)
Mit mehr als 180.000 Besuchern in 2025 ist die VivaTech eines der größten Start-up- und Tech-Event Europas. Der Veranstalter, Viva Technology, gibt jedes Jahr vorab eine internationale Umfrage in Auftrag.
(Bild: VivaTech)

Das Vertrauen in neue Technologien bleibt auf Rekordniveau. 89 Prozent der im Rahmen des VivaTech Confidence von OpinionWay* durchgeführten Barometers 2026 befragten Führungskräfte bewerten ihr Vertrauen in Innovationen als hoch – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig legt die Studie offen, dass Technologieakzeptanz, Sicherheitsrealität und geopolitische Souveränität zunehmend auseinanderlaufen.

Nationalität wird zur Vertrauensfrage

Bei der Einführung neuer Technologien bevorzugen 92 Prozent der Führungskräfte Anbieter aus dem eigenen Land, fast die Hälfte betrachtet diese Übereinstimmung als zwingend. In Deutschland vertrauen 61 Prozent besonders stark auf europäische Lösungen. Herkunft wird damit zum strategischen Faktor.

Vertrauen wird in erster Linie über Sicherheitsaspekte definiert. 57 Prozent nennen Schutz und Stabilität als entscheidendes Kriterium. Innovationskraft und Leistungsfähigkeit folgen dahinter. Technologieentscheidungen entwickeln sich damit zu geopolitischen Entscheidungen.

KI genießt Rückhalt trotz riskanter Praxis

Künstliche Intelligenz wird breit akzeptiert. 89 Prozent der Befragten trauen KI zu, unternehmerische Entscheidungen sinnvoll zu unterstützen. Gleichzeitig geben 39 Prozent an, bereits Unternehmensdaten an KI-Tools weitergegeben zu haben, denen sie nicht vollständig vertrauen.

Die Diskrepanz ist erheblich: Strategische KI-Ambitionen treffen auf unzureichende Governance. Interne Richtlinien und Schutzmechanismen halten vielerorts nicht mit der Geschwindigkeit der Einführung Schritt. Die Studie beschreibt ein System, das schneller wächst als seine Kontrollstrukturen.

Investitionen verschieben sich Richtung Sicherheit

Cybersicherheit steht mit 82 Prozent an der Spitze der aktuellen Technologieinvestitionen, dicht gefolgt von KI mit 76 Prozent. Für die kommenden zwölf Monate planen 87 Prozent steigende KI-Budgets, 77 Prozent wollen mehr in Security investieren. In Deutschland zeigt sich ein nahezu identisches Bild.

Begleitende Technologien gewinnen an strategischer Bedeutung. Robotergestützte Prozessautomatisierung und Quantencomputing werden zunehmend als infrastrukturelle Grundlage für KI gesehen. Investitionen verschieben sich damit von isolierten Projekten hin zu langfristigen Plattformarchitekturen.

Europa holt auf, bleibt aber im Schatten der USA

87 Prozent der Führungskräfte halten die Unternehmen ihres Landes technologisch für international wettbewerbsfähig. Während die USA weiterhin Spitzenwerte erreichen, steigt das Vertrauen in mehreren europäischen Ländern deutlich. Deutschland bleibt stabil knapp unter der 80-Prozent-Marke.

Die Studie signalisiert einen europäischen Aufholprozess, jedoch ohne grundlegende Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse. Transatlantische Dominanz bleibt bestehen.

* Methodik OpinionWay: Diese Umfrage wurde zwischen November 2025 und Dezember 2025 unter 1.524 Führungskräften durchgeführt, die repräsentativ für Privatunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern oder Start-ups, Unicorns oder Scale-ups sind, deren Unternehmen Tech-Lösungen anbieten oder die ein Interesse an Tech-Themen haben. Die geografische Verteilung der Stichprobe erfolgte wie folgt: 301 Befragte in Frankreich, 204 in Deutschland, 204 in Spanien, 200 in Italien, 208 im Vereinigten Königreich, 205 in den Vereinigten Staaten und 202 in den Niederlanden.

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