Big Data führt nur in Kombination mit einer übergreifenden Datenstrategie zu Geschäftserfolg

Unternehmen benötigen eine All-Data-Strategie!

| Autor / Redakteur: Roy Kronester / Nico Litzel

Wollen Unternehmen Daten sinnvoll nutzen, braucht es eine integrierte und übergreifende Datenstrategie, die durch einen konkreten Business-Case gestützt wird.
Wollen Unternehmen Daten sinnvoll nutzen, braucht es eine integrierte und übergreifende Datenstrategie, die durch einen konkreten Business-Case gestützt wird. (Bild: Avanade)

Big Data ist eines der Top-Themen unter CIOs und CMOs. Dieser Hype hat jedoch viele Zweifler hervorgebracht, die den Nutzen von Big Data in Bezug auf den Geschäftserfolg zu Recht in Frage stellen. Denn Big Data kann nur dann zur „Big Opportunity“ werden, wenn Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und alle Informationsquellen und Technologien sinnvoll miteinander kombinieren.

Big Data alleine spielt für den Geschäftserfolg von Unternehmen keine Rolle, denn es geht nicht ausschließlich um „große Datenmengen“. Die berühmten drei „Vs“ – Volume, Variety, Velocity – werden zwar oftmals als Definition von Big Data verwendet, dabei stellen sie lediglich die technischen Rahmenbedingungen dar.

Wollen Unternehmen Daten sinnvoll nutzen, braucht es eine integrierte und übergreifende Datenstrategie, die durch einen konkreten Business-Case gestützt wird. Es müssen daher alle Daten und Informationsquellen – interne und externe Daten, strukturierte und unstrukturierte Daten, Big Data, Small Data, Dark Data, Long Data, Old Data – bewertet und strukturiert werden. Denn nur eine ganzheitliche Betrachtung von Daten, die einen direkten Nutzen für das Unternehmen hervorbringt, rechtfertigt den Aufwand und die Kosten, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigten.

Eine All-Data-Strategie kann für Unternehmen zur großen Chance werden, wenn ein klares Ziel definiert ist: Innovationen voranzutreiben, neue Erlösquellen zu schaffen, die Produktivität und Servicequalität zu steigern oder Geschäftsprozesse zu optimieren, sorgen für eine stabile Basis, die ein Unternehmen braucht um sicher in die Zukunft zu steuern. Um eine solche Strategie erfolgreich in die Praxis umzusetzen, müssen neue Datenquellen und modernste Technologien optimal miteinander vernetzt und für alle relevanten Nutzer zugänglich gemacht werden. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen der IT, der Geschäftsleitung und anderen Fachabteilungen voraus.

Praxisbeispiel: Umsatzsteigerung statt Personalabbau

Folgendes Praxisbeispiel steht stellvertretend für viele Möglichkeiten, wie man eine All-Data-Strategie gewinnbringend nutzen kann: Ein Unternehmen steht vor der großen Herausforderung mehrere Millionen Euro im Jahr sparen zu müssen, um weiterhin wirtschaftlich agieren zu können. Hätte das Unternehmen einen konservativen Sparansatz gewählt, so wäre, neben anderen Sparmaßnahmen, massiv Personal abgebaut worden, um fixe Kosten zu reduzieren.

Neben dem Personal hätte das Unternehmen damit auch sehr viel Wissen verloren; sind doch ca. 80 Prozent des Unternehmenswissens in den Köpfen der Mitarbeiter verankert. In der Folge wären die Innovationsrate und die Dynamik des Unternehmens stagniert bzw. gesunken. Auf den ersten Blick wäre zwar gespart worden, jedoch auf Kosten der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Alle zur Verfügung stehenden Daten werden berücksichtigt

Der Lösungsansatz unter Berücksichtigung von allen Daten hingegen eröffnet dem Unternehmen neue Erfolgschancen und Märkte. Anstelle der Kostenreduktion, wird die Steigerung des Umsatzes als neues Ziel definiert, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Dafür werden alle zur Verfügung stehenden Daten, u. a. hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit, ihrer Komplexität und ihrer Größe, analysiert und so verwertet, dass neue umsatztreibende Produkte und Service-Konzepte entstehen.

Gleichzeitig wird vorhandenes Personal optimiert eingesetzt, die Erfahrung und das Wissen der Mitarbeiter mit multiplen Informationsquellen synchronisiert und zur Entwicklung neuer innovativer Ideen herangezogen. Der Erhalt von bestehendem Wissen und die Nutzung der zur Verfügung stehenden Informationsquellen, ermöglichen eine deutliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch innovative und vor allem neue Geschäftsideen, die höhere Renditen ermöglichen und eine langfristig stabile Geschäftsgrundlage schaffen. Mit der Einbettung in die Geschäftsprozesse und in bestehende Landschaften, hat die Umsetzung der All-Data-Strategie die Zukunft des Unternehmens gesichert.

Fazit

Big Data, als wichtiger Teil einer All-Data-Strategie, ermöglicht die weitere Nutzung bestehender Systeme und Ressourcen. Technologien können nur in Verbindung mit einem geschäftlichen Vorteil auf lange Sicht sinnvoll für Unternehmen eingesetzt werden. Bestehendes zu optimieren und durch Neues zu ergänzen sollte das Ziel sein. Eine ganzheitliche Informationsstrategie ermöglicht es Unternehmen neue und vor allem erfolgreiche Wege zu beschreiten.

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