Definition

Was ist eine IT-Strategie?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Nico Litzel

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die IT-Strategie macht Vorgaben über die zukünftige Entwicklung der Informationstechnik (IT) und IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Sie folgt immer der Unternehmensstrategie und ist eine zentrale Komponente des IT-Managements. Ziel der Strategie ist es, durch das Management der IT und die Definition der Rahmenbedingungen die langfristigen Unternehmensziele zu erreichen.

Die IT-Strategie eines Unternehmens gibt die Richtung der Entwicklung der Informationstechnik und IT-Infrastruktur vor. Sie enthält Vorgaben und Rahmenbedingungen für die IT, um die langfristigen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die IT-Strategie folgt daher immer der Unternehmensstrategie und leitet sich aus den allgemeinen Zielen des Unternehmens und den vorhandenen Unternehmensprozessen ab. Sie dient niemals einem reinen Selbstzweck und sorgt für den zielgerichteten Einsatz der Informationstechnik.

Eine geeignete IT-Strategie unterstützt das Unternehmen bei der effizienteren Gestaltung der Geschäftsprozesse. Alle beteiligten Bereiche eines Unternehmens wie die Produktion, der Ein- und Verkauf, die Logistik, das Finanzwesen, das Personalwesen und weitere werden von der IT-Strategie berücksichtigt. Die IT-Strategie ist zentrale Komponente des IT-Managements und orientiert sich an den Anforderungen des gesamten Unternehmens und der Kunden. Durch die Berücksichtigung neuer, innovativer Technologien kann die IT-Strategie neue geschäftliche Chancen erschließen. Eine ständige Kontrolle der IT und IT-Prozesse ermöglicht die Überprüfung, ob sich die Informationstechnik tatsächlich gemäß den Vorgaben der IT-Strategie entwickelt. Verantwortet wird die IT-Strategie auf der obersten Managementebene einer Organisation.

Die zentralen Ziele der IT-Strategie

Im Wesentlichen verfolgt die IT-Strategie folgende Ziele:

- Schaffung einer hohen Wertschöpfung im Unternehmen durch optimalen Einsatz der IT

- Richtungsvorgaben der Entwicklung der Informationstechnik zur Erreichung der langfristigen Unternehmensziele

- Definition der Rahmenbedingungen für ein effizientes Management der IT im Unternehmen

Die verschiedenen Teilbereiche einer IT-Strategie

Es existieren verschiedene Ansätze für die Entwicklung und Implementierung einer IT-Strategie. Da sie sich grundsätzlich an der umfassenden Geschäftsstrategie ausrichtet, lässt sie sich in unterschiedliche Teilstrategien aufteilen. IT-Strategien umfassen oft folgende Teilstrategien:

  • die Infrastrukturstrategie
  • die Sourcingstrategie
  • die Anwendungsstrategie
  • die Innovationsstrategie
  • die Investitionsstrategie

Im Rahmen der Infrastrukturstrategie wird festgelegt, wie Hardware, Betriebssysteme und Netzwerke möglichst effizient, performant und mit optimierten Kosten die benötigten Ressourcen bereitstellen.

Die Sourcingstrategie legt fest, welche Leistungen und Geschäftsprozesse auf eigener IT realisiert und welche als externe Dienstleistungen von IT-Anbietern bezogen werden.

Zentrales Ziel der Anwendungsstrategie ist es, ein optimiertes Anwendungsportfolio bereitzustellen, um die Anforderungen aller Fachbereiche optimal zu unterstützen.

Inhalt der Innovationsstrategie sind neue Technologien, Trends und Innovationen und deren Bewertung für einen Einsatz im Unternehmen, um Prozesse zu optimieren oder neue Geschäftsfelder zu erschließen.

In der Investitionsstrategie schließlich sind Vorgaben für die zukünftigen Investmententscheidungen enthalten, die für einen effizienten und kostenoptimierten Einsatz der Ressourcen sorgen.

Die IT-Strategie im Kontext des IT-Managements

Das IT-Management betrachtet die Informationstechnik als eine Ressource innerhalb des Unternehmens. Durch strategische und operative Betrachtungen soll das IT-Management den Geschäftserfolg positiv beeinflussen, indem es die Produktivität, Rentabilität und die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen optimiert. Von der IT verursachte Kosten und Risiken werden minimiert. Aufgabe des IT-Managements ist die Steuerung der Informationstechnik und deren Entwicklung innerhalb des Unternehmens. Alle hierfür notwendigen Teilaufgaben sind vom IT-Management zu koordinieren. Die Aufgaben des IT-Managements setzen sich aus folgenden Teilaufgaben zusammen:

  • Ausrichtung der Informationstechnik an den Geschäftsprozessen
  • Ausrichtung der Informationstechnik an den Kunden
  • aktive Erschließung neuer Geschäftsbereiche durch Informationstechnik
  • Entwicklung einer IT-Strategie unter Beachtung der Unternehmensstrategie
  • Steuerung der IT durch kontinuierliches IT-Controlling gemäß der Vorgaben der IT-Strategie

Die einzelnen IT-Management-Teilaufgaben sind eng miteinander verknüpft. Die IT-Strategie hat alle Teilbereiche zu berücksichtigen

Phasen zur Entwicklung und Einführung einer IT-Strategie

In der Regel erfolgt die Entwicklung und die Einführung einer IT-Strategie innerhalb eines Unternehmens in verschiedenen Phasen. Zunächst werden aus den Unternehmenszielen die korrespondierenden Ziele der IT-Strategie abgeleitet. In der nächsten Phase erfolgt eine Analyse der aktuellen Situation. Es werden interne und externe Faktoren berücksichtigt, die die Rolle der IT im Unternehmen beeinflussen. Betrachtet werden organisatorische Aspekte, technische Aspekte und finanzielle Aspekte. Die Ergebnisse aus der Analyse der Ist-Situation dienen als Basis für die Entwicklung eines Soll-Zustands der Informationstechnik zur Erfüllung der Unternehmensziele. In dieser Phase werden für alle fünf Teilstrategien Infrastrukturstrategie, Sourcingstrategie, Anwendungsstrategie, Innovationsstrategie und Investitionsstrategie entsprechende Vorgaben gemacht.

Nach der Ausarbeitung der Teilstrategien findet die Bewertung und die offizielle Verabschiedung der IT-Strategie statt. Im Anschluss an die Verabschiedung der IT-Strategie startet die Umsetzung. Es handelt sich um keinen einmaligen Vorgang, da die Vorgaben und Richtlinien der Strategie kontinuierlich umzusetzen und in allen Unternehmensbereichen zu verankern sind.

Vorteile einer IT-Strategie

Für ein Unternehmen bietet die Entwicklung und Umsetzung einer IT-Strategie folgende Vorteile:

  • Beseitigung von Schwachstellen in der Unterstützung der Geschäftsprozesse durch die IT
  • höhere Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern
  • höhere Stabilität des IT-Betriebs
  • Erreichung der langfristigen Unternehmensziele
  • Einhaltung von Compliance-Vorgaben
  • Erschließung neuer Geschäftsfelder
  • effizienterer Einsatz der IT
  • Kostenoptimierung
  • Risikominimierung
  • höhere Investitionssicherheit
  • höhere Produktivität
  • höhere Transparenz der Unternehmensprozesse

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

CIOs erwarten positiven Einfluss von Künstlicher Intelligenz

IT-Strategie und Jobprofile

CIOs erwarten positiven Einfluss von Künstlicher Intelligenz

Fast die Hälfte (45 Prozent) der deutschen CIOs will in den kommenden beiden Jahren in KI-Projekte investieren und so die IT-Strategie ihres Unternehmens unterstützen. Dies zeigt eine aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half. lesen

Was bringt das neue Jahr?

Red-Hat-Manager zu den Trends 2019

Was bringt das neue Jahr?

KI & ML, Edge Computing, Automatisierung und die Rolle der Telcos sind die Themenkomplexe, die DataCenter-Insider aus dem Fundus an Vorhersagen für 2019 aus dem Hause Red Hat ausgewählt hat, um einen Eindruck zu vermitteln, womit sich die Community beziehungsweise die Kundschaft des Unternehmens sich beschäftigt oder auch beschäftigen muss. lesen

2019 bringt mehr Daten, mehr Clouds und mehr Anforderungen an die IT

Dell Technologies prognostiziert

2019 bringt mehr Daten, mehr Clouds und mehr Anforderungen an die IT

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Augmented und Virtual Reality, Cloud Computing sowie 5G zählen für Dell Technologies zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien, mit denen Unternehmen im Jahr 2019 die Digitale Transformation vorantreiben. lesen

Mikrotransaktionen im IoT per IOTA

Das Internet of Things als Daten-Wertnetz

Mikrotransaktionen im IoT per IOTA

Eine kleine Utopie: Stellen wir uns vor, es regnete und wir säßen im Auto. Der Regensensor der Windschutzscheibe detektiert die Information, dass und wie stark es regnet. Dann passiert zweierlei: Zum einen wird der Scheibenwischer aktiviert, zum anderen sucht der Regensensor für seine Information auf einem digitalen Datenmarktplatz nach einem potenziellen Käufer. Der Käufer verdichtet dann die von ihm erworbenen Daten vieler mobiler Sensoren und erstellt dadurch präzise Wettermodelle oder er wertet sie weiter aus. lesen

AI verwandelt Big Data in Profit

Deutsche Unternehmen müssen Herausforderung annehmen

AI verwandelt Big Data in Profit

Rund zwei Drittel der deutschen Mittelstands- und Großunternehmen haben bereits Machine Learning-Technologien im Einsatz. Das ist allerdings noch ausbaufähig, befindet Dr. Carlo Velten, CEO des IT-Beratungsunternehmens Crisp Research. Es wäre ein Fehler, künstliche Intelligenz nicht strategisch anzugehen. lesen

IoT-Trends 2018: „Gefragt sind schlaue Produkte“

Kommentar von Werner Rieche, Software AG

IoT-Trends 2018: „Gefragt sind schlaue Produkte“

Werner Rieche, Geschäftsführer der Software AG, sieht 2018 die größten Fortschritte vor allem im Bereich der IoT-Plattformen und dem Einsatz von KI bei IoT-Geräten und dem IIoT. Außerdem misst er Legacy-Systemen weiterhin eine wichtige Bedeutung bei. lesen

Tibco will alles mit allem intelligent verbinden

Nachbericht Tibco Now 2017 in Berlin

Tibco will alles mit allem intelligent verbinden

Unter dem Begriff „Connected Intelligence“ hat der BI-Spezialist Tibco in Berlin eine Reihe von neuen Produkten vorgestellt, die IT-Anwendern helfen sollen, die Vorteile der Cloud und des Internets der Dinge (IoT) zu nutzen. lesen

Virenschutz für Produktionsroboter muss sein!

Sicherheit für vernetzte Produktionsanlagen

Virenschutz für Produktionsroboter muss sein!

Trotz vieler Sicherheitsrisiken bietet das Internet of Things (IoT) nicht nur für die Industrie große Chancen, sondern auch für Security-Dienstleister und Versicherungen. Vernetzte Produktionsanlagen brauchen neue IT-Security-Konzepte für den Mittelstand, sagt Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im eco - Verband der Internetwirtschaft. lesen

Hadoop-Distributionen im Vergleich

Auswahl & Bewertung

Hadoop-Distributionen im Vergleich

Von Vielen wird Hadoop bereits als Quasi-Standard für die Verarbeitung von Big Data angesehen. Doch die Basisversion bedarf offenbar noch einiger Ergänzungen, besonders in puncto SQL. Daher haben große Datenbankanbieter ihre eigene Hadoop-Distribution zusammengestellt. Deutschsprachige Analysen dieser Angebote bieten seit Kurzem das BARC-Institut und die Experton Group. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46184187 / Definitionen)