Aus Umfragen der AI@Work-Studie von Oracle geht hervor, dass Arbeitnehmer 2020 als das stressigste Jahr der Geschichte empfinden. Hilfe wünschen sie sich hierbei von Künstlicher Intelligenz.
Die Corona Situation ruft bei vielen Arbeitnehmern wegen Überforderung und Angst um den Arbeitsplatz Depressionen oder das Burnout-Syndrom hervor.
(Bild: pexels)
Durch die COVID-19-Pandemie wird die psychische Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zunehmend schlechter. Denn der Mensch leidet unter mehr Stress, Angst und Depression. Das haben Forscher und Forscherinnen von Oracle und Workplace Intelligence, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Bereich Human Resources (HR), in ihrer AI@Work-Studie herausgefunden. Dazu wurden in elf Ländern mehr als 12.000 Mitarbeiter, Manager, HR-Leiter und Führungskräfte der C-Level-Ebene befragt.
Die Arbeitsbelastung in Deutschland
Unter den ausgewählten Ländern für die Befragung befand sich auch Deutschland. Die Ergebnisse fielen ernüchternd aus. 52 Prozent verspüren mehr Stress und Angst am Arbeitsplatz als in jedem anderen Jahr zuvor. Bei 68 Prozent leidet dadurch die eigene psychische Gesundheit, was oft weiteren Stress, eine unausgeglichene Work-Life-Balance, Burnout oder eine Depression aufgrund fehlender menschlicher Kontakte zur Folge hat. Das alles stellt eine neue Belastung am Arbeitsplatz dar, die zu den bereits existierenden Anforderungen hinzukommt. Dazu gehören für 42 Prozent die Einhaltung von Leistungsstandards, für 33 Prozent die Bewältigung routinemäßiger sowie monotoner Aufgaben und für 41 Prozent der Umgang mit einem nicht zu schaffenden Arbeitspensum.
„Angesichts der neuen Gegebenheiten in puncto Fernarbeit und der verschwindenden Grenzen zwischen dem Berufs- und Privatleben ist der Tribut, den die COVID-19-Pandemie von unserer psychischen Gesundheit fordert, beträchtlich. Damit müssen Arbeitnehmer aus jeder Branche und in jedem Land zurechtkommen“, sagt Dan Schawbel, Managing Partner bei Workplace Intelligence. „Die Pandemie hat die psychische Gesundheit der Menschen in den Fokus gerückt. Die Beeinträchtigung eben jener stellt sowohl heute als auch im kommenden Jahrzehnt eine der zentralen Herausforderungen für die Arbeitswelt dar. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie weit verbreitet psychische Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz inzwischen sind und warum es jetzt für Unternehmen an der Zeit ist, darüber zu sprechen und neue Lösungen für dieses Problem zu finden.“
Das Privatleben trägt Schäden davon
Dieser Stress am Arbeitsplatz belastet auch das Privatleben, so 77 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. Folglich leiden die Befragten an Schlafentzug, einer schlechten körperlichen Gesundheit, weniger Freude zu Hause, negativ beeinträchtigten Beziehungen innerhalb der eigenen Familie und einer Isolation von Freunden.
Durch die unklaren Grenzen zwischen dem Berufs- und Privatleben im Homeoffice arbeiten 28 Prozent mehr als 40 zusätzliche Stunden im Monat. Infolge dieser Überlastung klagen 15 Prozent über Burnout-Symptome.
Wohingegen Menschen, die schon vor der Pandemie im Homeoffice arbeiteten, ihre Arbeit durch COVID-19 als attraktiver einstufen (54 Prozent). Laut Angaben haben sie nun mehr Zeit für die Familie, zum Schlafen und für die Arbeit. Mehr als drei Viertel dieser Arbeitnehmer im Segment Fernarbeit hatten vor dem Ausbruch mit Stress und Angst zu kämpfen.
Entlastung durch KI?
In Bezug auf die eigene psychische Gesundheit wünschen sich viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Hilfe. Die Studie zeigt, dass sie sich dafür eher Künstlicher Intelligenz zuwenden würden als anderen Menschen. Sie versprechen sich von Technologie mehr als nur Collaboration Tools. 56 Prozent der deutschen Beschäftigten würden laut der Studie lieber mit einem KI-gestützten Ansprechpartner als mit ihrem Vorgesetzten über Stress und Angst am Arbeitsplatz reden. Zudem sind 70 Prozent offen dafür, KI-gestützte Therapie oder Beratung zu bekommen. Die deutschen Arbeitnehmer sehen in dem Gespräch mit einem Chatbot einige Vorteile: eine urteilsfreie Beratung (sagen 34 Prozent), unvoreingenommene Gespräche über Probleme (sagen 23 Prozent) und schnelle Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen (sagen 28 Prozent).
KI kann auch förderlich für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sein. Laut der Studie bot sie für 68 Prozent der Deutschen bereits eine Hilfe. Beispielsweise liefert das System ihnen die Informationen, die sie benötigen, um ihre Arbeit effektiver zu erledigen (sagen 26 Prozent). Sie automatisiert zudem Aufgaben und verringert so das Arbeitspensum, um Burnout zu vermeiden (sagen 21 Prozent). Außerdem reduziert sich der Stress, da der Mensch bei der Priorisierung von Aufgaben unterstützt wird (sagen 21 Prozent).
Demzufolge stehen Arbeitnehmer hierzulande KI grundsätzlich positiv gegenüber. Dank dieser verkürzte sich für 36 Prozent die eigene Arbeitswoche und bei 34 Prozent war es möglich, länger Urlaub zu nehmen. Darüber hinaus sorgt das System bei den Arbeitnehmern für mehr Produktivität (sagen 49 Prozent), Zufriedenheit (sagen 39 Prozent) und allgemeines Wohlbefinden (sagen 35 Prozent).
Stand: 08.12.2025
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Fünf Gründe, warum Personalabteilungen die psychische Gesundheit von Mitarbeitern in den Fokus rücken sollten.
(Bild: Oracle)
Aus der Studie geht hervor, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit von ihrem Unternehmen mehr Unterstützung beim Thema psychische Gesundheit wünschen (über 63 Prozent der Deutschen). Durch die COVID-19-Pandemie wird das bereits bei 46 Prozent der Befragten im eigenen Unternehmen umgesetzt. 75 Prozent würden es begrüßen, wenn diese Unterstützung auf technischen Weg stattfinden würde. Auf der Wunschliste stehen Beratungsdienste auf Abruf (bei 36 Prozent), ein Zugang zu Apps aus den Bereichen Wellness und Meditation (bei 31 Prozent), proaktive Tools zur Überwachung der eigenen Gesundheit (bei 28 Prozent), ein Self-Service-Zugang zu Gesundheitsangeboten (bei 26 Prozent) und Chatbots zur Beantwortung gesundheitsbezogener Fragen (bei 25 Prozent).
Schlechterer Absatz bei schlechter Psyche
Im engen Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit der Angestellten steht der Erfolg des Unternehmens. Die Produktivität sinkt bei 40 Prozent der Befragten durch den aufkommenden Stress, Angst oder einer Depression. Für weitere 38 Prozent führen diese Faktoren zu schlechteren Entscheidungsfindungen.
So auch Emily He, Senior Vice President bei Oracle Cloud HCM: „Im Verlauf der Pandemie ist psychische Gesundheit nicht nur zu einem breiteren gesellschaftlichen Thema geworden, sondern auch zu einer der größten Herausforderungen der Arbeitswelt. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die individuelle Leistung von Arbeitnehmern, die Effektivität von Teams und die Produktivität von Unternehmen. Über sie zu sprechen ist jetzt mehr denn je erforderlich und Arbeitnehmer erwarten von Führungskräften, dass sie sich stärker engagieren und Lösungen anbieten. Es gibt viele Mittel, um für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen – gerade eine Technologie wie Künstliche Intelligenz bietet hierzu einige Möglichkeiten. Doch erst einmal müssen Unternehmen psychische Gesundheit auf ihre Tagesordnung setzen. Wenn es gelingt, sowohl auf der HR- als auch auf der Führungsebene entsprechende Gespräche zu starten, ist ein Fortschritt möglich. Die Zeit dafür ist jetzt gekommen.“
Weiteres zur Studie
Zwischen dem 16. Juli und dem 4. August führte Oracle und Workplace Intelligence die AI@Work-Studie durch, worin insgesamt 12.347 Personen im Alter zwischen 22 und 74 Jahren (aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Italien, Deutschland, Indien, Japan, China, Brasilien und Korea) interviewt wurden. Ziel war es, die Einstellung von Führungskräften und Mitarbeitern zu psychischer Gesundheit, Künstlicher Intelligenz, digitalen Assistenten und Chatbots am Arbeitsplatz zu untersuchen. Die Befragten wurden durch eine Reihe von Mechanismen und über verschiedene Ausgangspunkte zur Teilnahme an Panels und Marktforschungsumfragen rekrutiert. Alle Panelisten durchliefen ein Double-Opt-In-Verfahren und lieferten vor der Teilnahme an Umfragen durchschnittlich 300 Profiling-Datenpunkte. Die Einladung zur Teilnahme erfolgte per E-Mail und erbrachte den Teilnehmern einen kleinen finanziellen Anreiz.