Strategien für den neuen Umgang mit Informationen

So machen Sie Daten zu Geld

| Autor / Redakteur: Michael Dietz * / Nico Litzel

Sind Daten allen Mitarbeitern zugänglich, lassen sich Prozesse transformieren, neue Umsatzmöglichkeiten erschließen und Strategien auf Basis bislang ungenutzter Informationen entwickeln.
Sind Daten allen Mitarbeitern zugänglich, lassen sich Prozesse transformieren, neue Umsatzmöglichkeiten erschließen und Strategien auf Basis bislang ungenutzter Informationen entwickeln. (Bild: © maxsim – stock.adobe.com)

Daten: Oft fühlt sich niemand im Unternehmen wirklich für sie verantwortlich. Doch eröffnen sich für Unternehmen eine Vielzahl an Möglichkeiten, wenn sie das volle Potenzial ihrer Informationen ausschöpfen. Schließlich generiert jede Organisation eine unvorstellbar große Menge an Daten. Das Problem liegt allerdings darin, diese Informationen in brauchbare Erkenntnisse zu verwandeln. So mangelt es häufig an der Integration verschiedener Datenquellen und an der geeigneten Technologie, Rohdaten in brauchbare Ergebnisse zu verwandeln.

Daten sind zu wichtig, um sie ausschließlich den Data Scientists zu überlassen. Denn auch andere Geschäftsbereiche profitieren von den Vorteilen reichhaltiger Informationen: Sind Daten tatsächlich für alle Mitarbeiter zugänglich, lassen sich Prozesse transformieren, neue Umsatzmöglichkeiten erschließen und Strategien auf Basis bislang ungenutzter Informationen entwickeln.

Alte Systeme als Hürde

Vergleichbar ist die Situation von Unternehmen mit einem alten Gebäude: Eine schöne und stabile Konstruktion reichte zwar für ehemalige Bewohner aus. Heute aber benötigen Unternehmen eine andere Aufteilung für moderne Geschäftsanforderungen: Großraumbüros sind häufig nicht realisierbar und auch das WLAN kommt nicht durch die dicken Wände. Ähnlich sieht es also aus, wenn wir mit bestehenden Systemen das volle Potenzial von Daten ausschöpfen wollen: Legacy-Systeme sind schlichtweg nicht darauf ausgelegt, Informationen zu verwalten, zu analysieren und zu teilen. Analysen werden erschwert, weil die Datenintegration und -verwaltung Lücken aufweisen und eine Vielzahl an Datensilos existiert. Zusätzlich fehlen vielen Unternehmen Self-Service-Fähigkeiten und die richtigen Tools, um große Datenberge zu bewältigen. Das ist allerdings notwendig, um es Unternehmen zu ermöglichen, ihre Daten zu Geld zu machen.

Die Lösung für dieses Problem ähnelt dem Umgang mit alten Gebäuden: Es ist nicht immer notwendig, den gesamten Komplex abzureißen und bei Null anzufangen. Oft hindern interne Wände und Schranken in den Köpfen der Mitarbeiter die Unternehmen daran, die vollen Möglichkeiten von Daten auszuschöpfen.

Barrieren niederreißen

Vor den Zeiten der Digitalisierung war die Verantwortung für Daten klar definiert: Unternehmensbereiche waren voneinander unabhängig und kümmerten sich ausschließlich um die Verwaltung ihrer eigenen Informationen. Heute sieht das anders aus: Zahlreiche Quellen speisen den Pool an wertvollen Informationen: CRM-Systeme, Social Media, mobile Geräte, Internet of Things oder Marketingplattformen. Diese Informationen werden für Operationen und neue Strategien über alle Unternehmensbereiche hinweg genutzt. Unternehmen sind dabei jedoch nur erfolgreich, wenn sie die alten Mauern zwischen Teams und den einzelnen Datensilos niederreißen, Daten in einen Kontext bringen und sie in Echtzeit analysieren.

In diesem Pool an Daten sind dann alle Informationen gespeichert, die von Unternehmen selbst generiert und gesammelt wurden. Aus diesem Reservoir lassen sich dann Daten filtern. Diese treiben Analysemaschinen, Business-Intelligence-Plattformen und Visualisierungs-Tools an, die Rohdaten in nützliche Erkenntnisse verwandeln.

Zusätzlich hilft ein effektives Stammdatenmanagement Unternehmen dabei, eine Übersicht über ihre Datenressourcen zu behalten. Gleichzeitig können sie so alle Informationen besser sammeln, bereinigen und analysieren. Mit diesen Werkzeugen lassen sich ebenso Taxonomien für verschiedene Datenbereiche erstellen und Self-Service-Portale integrieren. So können Mitarbeiter auf die jeweils benötigten Informationen zugreifen.

Von Daten zu Dividenden

Fest steht: Im Zeitalter der schnellen Informationsübertragung sind Daten Macht. Wer mehr notwendige Informationen sammelt, diese besser analysiert und im Unternehmen anwenden kann, sichert sich einen enormen Wettbewerbsvorteil. Organisationen können die interne Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen Abteilungen erheblich verbessern, wenn sie die vollen Fähigkeiten ihrer Daten ausschöpfen. Sie bekommen die Möglichkeit, das Unternehmen und Abläufe besser zu verstehen und sind dafür gerüstet, neue Marktchancen zu ergreifen. So bringen sie neue Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt, entwickeln ein tieferes Verständnis für Schlüsselbeziehungen und decken Zusammenhänge auf, die ihre künftige Strategie bestimmen könnten.

Darüber hinaus können sie Nachfragen besser vorhersagen und eine dynamische Preisgestaltung organisieren. Unternehmen verbessern dadurch ihre Geschäftsmodelle, identifizieren Up- und Cross-Selling-Gelegenheiten und erkennen Probleme im Kundenservice und bei der Produktgestaltung. Zusätzlich können sie aus ihren Daten Informationen zum Kontext, zum Verhalten und zum Standort ihrer Kunden ziehen. So verwandeln Unternehmen ihre gesamten Daten von ungenutzten Ressourcen in neue Einnahmequellen.

* Michael Dietz ist General Manager von Infosys Consulting Germany

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