Kommentar von Christian Schütz, Salesforce So fördern interne Daten-Communities Innovationskraft und Erfolg

Von Christian Schütz Lesedauer: 5 min |

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Daten sind der Schrittmacher von Innovation und somit die Basis für den Unternehmenserfolg. 2020 betrug das jährlich aggregierte Datenvolumen laut IDC weltweit 64,2 Zettabyte. Bis 2025 ist eine knappe Verdreifachung auf 181 Zettabyte zu erwarten. Ein großer Teil davon ist in Unternehmen auf vielfache Systeme verteilt. Diese Daten zugänglich zu machen und Mehrwert daraus zu generieren, erfordert Investitionen in Datenerfassungs- und Datenanalysetechnologien.

Der Autor: Christian Schütz ist Marketing Director und Tableau-Experte bei Salesforce
Der Autor: Christian Schütz ist Marketing Director und Tableau-Experte bei Salesforce
(Bild: Salesforce)

Datenerfassungs- und Datenanalysetechnologien entfalten ihre Wirkung aber erst dann, wenn die Informationen unmittelbar in Geschäftsprozesse einfließen und die Datennutzung zur unternehmensweiten Selbstverständlichkeit wird. Und das ist kein Selbstzweck: Denn Daten sind die Grundlage für Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und die Einführung von zukunftsorientierten Anwendungen wie beispielsweise KI-basierten Lösungen. Von effizienterer Produktion über die Automatisierung von Routineaufgaben bis hin zur Differenzierung durch bessere Kundenerfahrungen mittels Personalisierung und Echtzeitangeboten: Daten sind und bleiben der Treibstoff für den Unternehmenserfolg.

Die Voraussetzung dafür ist, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – nicht nur auf dem C-Level, im Controlling oder der IT – im Umgang mit Daten und den zugehörigen Anwendungen geschult werden. Allerdings lassen einer aktuellen Studie nach nur 39 Prozent der befragten Führungskräfte die gesamte Belegschaft schulen. Das ist nachvollziehbar, denn für alle Beteiligten bedeuten formelle Schulungen einen hohen Aufwand. Viele Unternehmen verfügen nicht über die nötigen Ressourcen oder sind sich der unternehmensweiten Notwendigkeit nicht bewusst.

Bei Datenkenntnissen aufholen

Einen wesentlichen Beitrag, die Kompetenzlücke zu schließen, können Daten-Communities leisten. Dafür organisieren sich unternehmensinterne Mitarbeitergruppen, um ihre Datenkenntnisse in einem informellen Rahmen zu erweitern. Sie können auch formalisierte Schulungen durch externe Anbieter ergänzen, diese weiterentwickeln und ausbauen. Dieses Konzept erfordert zwar Anfangsinvestitionen und Arbeit, birgt dafür aber das Potenzial, Datenkompetenzen nachhaltig zu verankern und das kontinuierliche Lernen zu verstetigen.

Daten-Communities können in vielfacher Hinsicht helfen, die Lücke bei der Datenkompetenz zu schließen und der Etablierung einer Datenkultur Vorschub leisten. Die vier wichtigsten Tipps und Vorteile im Überblick:

1. Weniger kostspielig als formelle Schulungen

Um ein solches internes Programm anzuschieben und Menschen und Daten zusammenzubringen, braucht es zu Beginn eigentlich nur jemanden, der die Initiative ergreift, einen Meeting-Raum (auch virtuell), etwas Zeit und ein kleines Budget. Das sind oftmals datenbegeisterte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine solche Gruppe aus eigenem Antrieb koordinieren und moderieren: Etwa jemand aus dem IT-Team, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer über neue Analysetools, Technologien oder Funktionen zu informieren und so die Akzeptanz und Adaption zu erhöhen. In einer alternativen oder weiteren Ausbaustufe kann im Fokus stehen, grundlegende Datenkompetenzen zu vermitteln, etwa anhand von Beispielen, wie sich Datennutzung auf Geschäftsprozesse oder das gesamte Unternehmen auswirkt.

So bieten etwa „Lunch-and-Learn“-Veranstaltungen ein zwangloses Format, bei dem sich die Schulungsthemen in mehrere einstündige Sitzungen aufteilen lassen, sodass sie weniger überfordernd und leichter zu erfassen und zu verinnerlichen sind. Weitere Optionen sind die Einrichtung von Sprechstunden oder vertiefende Formate wie spezielle Benutzergruppen.

Wenn die Communities wachsen und sich als wertvoll erweisen, können die Unternehmen deren Organisation in Tätigkeitsprofilen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern formalisieren und in größeren Unternehmen sogar dedizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür einsetzen.

2. Durch persönliche Relevanz motivieren

Laut der Forrester-Studie nutzen 47 bzw. 32 Prozent der Führungskräfte, die Datenschulungen anbieten, ein Kursangebot eines Service- bzw. Technologiepartners. Denn viele Partner schneiden ihre Programme gerne auf die individuellen Bedarfe ihrer Kunden zu. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Erwerb von Kenntnissen, sondern auf für die jeweilige Branche oder Rolle relevanten Schulungen für eine umfassende Datenkompetenz.

Wenig überraschend, hängt doch der Erfolg von Schulungen maßgeblich von der Mitarbeitermotivation ab, die sich in erster Linie aus der Relevanz für jeden einzelnen Teilnehmenden ergibt. Die Forrester-Studie hat ermittelt, dass für Mitarbeiterinnen die Bedeutung für die aktuelle Tätigkeit nachrangig gegenüber anderen Faktoren ist. Während sich 21 bzw. 35 Prozent durch die Erwartungen ihrer Kolleginnen und Kollegen sowie einer Führungskraft an ihre Kompetenz bzw. erhöhte Beförderungschancen motiviert fühlen, ist es bei 57 Prozent das intrinsische Motiv, einfach selbst besser werden zu wollen. So erwarten die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Schulung, dass sie auf eine künftige nächste Aufgabe oder Rolle vorbereitet werden – und nicht nur darauf, ihre derzeitige Aufgabe besser zu erfüllen.

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3. Mehr Offenheit und niedrigere Barrieren

Interne Communities können Schwellenängste abbauen, die oft bei formellen Schulungsveranstaltungen auftreten. Bei informellen Formaten lassen sich die Hemmungen und Unsicherheit beim Ausprobieren von Neuem leichter überwinden. In einer Daten-Community liegt der Schwerpunkt viel stärker darauf, Netzwerke zu schaffen, sich gegenseitig zu unterstützen und zum Lernen zu motivieren.

Communities leben von der gegenseitigen Bestärkung durch Gleichgesinnte. Zusätzlich fördern lässt sich das beispielsweise auch durch spielerische Elemente, wie Wettbewerbe zu Datenvisualisierungen, das Lösen einer Businessherausforderung oder das Erzählen einer von einem Datensatz inspirierten Geschichte.

Eine weitere Möglichkeit ist die Etablierung eines „Datendoktors“ oder einer Helpdesk-Stunde, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Kollegen helfen. Denn oftmals kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einer Einführungsschulung nicht weiter, wenn eine konkrete Aufgabe komplexer ist als die im Training geübten.

4. Weniger Abhängigkeit von individuellen Personen oder Teams

Schulungsprogramme bedeuten einen hohen Aufwand für eine Organisation. Communities erlauben jedoch, die Arbeitslast auf mehreren Schultern zu verteilen. Gerade hier liegt ein Dilemma der selektiven Schulungsangebote für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Denn durch ihre Kompetenz entsteht leicht eine Dynamik, bei der sie Aufgaben von Kolleginnen und Kollegen miterledigen – was keine nachhaltige Lösung sein kann.

Viel sinnvoller ist es, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine spezialisierte Schulung absolviert haben, ihr Wissen teilen, sodass mehr Menschen im Unternehmen ihre Kenntnisse und Fertigkeiten erweitern können – und genau dafür eignet sich die Daten-Community. Mit den internen Communities entsteht eine ganze Gruppe an Menschen, die den Ausbau von Datenkompetenz weiter vorantreiben können und das Unternehmen ist nicht von einer einzigen Person abhängig, mit der das Wissen geht, falls sie das Unternehmen verlässt.

Fazit

Durch die Pflege einer Unternehmenskultur, in der die Entwicklung informeller Daten-Communities gefördert wird, können Führungskräfte einen wesentlichen Beitrag leisten, die Datenkompetenz der gesamten Belegschaft kontinuierlich zu steigern.

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