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Produktionsfaktor Daten So bereiten sich Unternehmen auf neue Big-Data-Berufe vor

Autor / Redakteur: Peter Wüst / Nico Litzel

Die digitale Transformation verändert rapide bestehende Märkte und schafft neue datenzentrierte Geschäftsmodelle. Mithilfe von Big-Data-Technologien entstehen Analysemöglichkeiten, um noch schneller und direkter auf die Wünsche von Kunden einzugehen. In einem solchen Umfeld führt die digitale Transformation dazu, dass sich Unternehmen zu Echtzeitorganisationen entwickeln, in der Marktanalysen und Absatzzahlen direkt zu Veränderungen in der Produktion oder beim Vertrieb führen.

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Neue Positionen wie der Chief Data Officer tragen künftig die Verantwortung für die organisationsweite Datenstrategie. Sie arbeiten außerhalb der klassischen IT-Abteilung und sind auf einer gehobenen Management-Ebene fachbereichsübergreifend tätig.
Neue Positionen wie der Chief Data Officer tragen künftig die Verantwortung für die organisationsweite Datenstrategie. Sie arbeiten außerhalb der klassischen IT-Abteilung und sind auf einer gehobenen Management-Ebene fachbereichsübergreifend tätig.
(Bild: Pixabay, André Lira)

Aber auch wenn die Geschwindigkeit nicht im Vordergrund steht: Das detaillierte Wissen um Kunden, Märkte und Trends wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil in einer globalisierten Wirtschaft.

Neue Berufe rund um den Rohstoff Daten

Als Produktionsfaktor werden die unternehmenseigenen Daten immer wichtiger. Viele Manager wissen heute noch gar nicht, welche neuen Erkenntnisse sich in ihrem Datenbestand verbergen. Schon die systematische Auswertung von Verkaufshistorien, Reklamationen und Service-Anfragen liefern Fakten, um bestehende Prozesse gezielt zu optimieren und neue Service-Angebote zu erstellen.

Die Konsequenz davon: Um die Datenverfügbarkeit und Datenqualität zu sichern, benötigen Unternehmen neue Verantwortlichkeiten, die nicht mehr zwingend innerhalb der klassischen IT-Abteilung (IT Operations) liegen. Neue Positionen wie der Chief Data Officer (CDO) tragen dann die Verantwortung für die organisationsweite Datenstrategie. Diese Mitarbeiter sind auf einer gehobenen Management-Ebene fachbereichsübergreifend tätig.

Ein weiteres Beispiel ist der Data Scientist, ein Wissenschaftler im Bereich Forschung und Entwicklung, der neue Algorithmen entwickelt, um damit aus vorhandenen Daten neue Mehrwerte zu schaffen. Auch in dieser Position wird eine enge Kommunikation mit unterschiedlichen Fachabteilungen notwendig sein.

Vorausschauend agierende Manager stehen damit vor der Herausforderung, wie sie die eigene Organisation auf neuen Positionen und Rollen vorbereiten, die sich durch die digitale Transformation ergeben. Der im Januar 2016 vom World Economic Forum veröffentlichte Report „The Future of Jobs“ zeigt deutlich, wie schnell sich Industrien in der vierten industriellen Revolution verändern. In vielen Branchen und Ländern besteht heute eine hohe Nachfrage nach Experten, die es so in dieser Form vor fünf bis zehn Jahren noch gar nicht gab. In dem Report wird geschätzt, dass 65 Prozent der heutigen Grundschüler im späteren Arbeitsleben einen Beruf einnehmen werden, der aktuell noch gar nicht existiert.

Ein Digital-Manager treibt die Veränderungen

Um die Veränderungen zu beherrschen, die sich durch die digitale Transformation ergeben, sollten Unternehmen die strategische Funktion eines Chief Digital Officers (CDO) implementieren. Dieser definiert eine Digitalstrategie, die das Ziel verfolgt, traditionell-analoge Geschäftsmodelle durch digitale Prozesse zu erweitern oder komplett neue digitale Produkte und Dienste auf den Markt zu bringen.

Wie eine im März 2016 veröffentlichte Umfrage von Bitkom zeigt, ist die Position des CDOs in der deutschen Wirtschaft so gut wie nicht verbreitet, denn nur zwei Prozent der Organisationen ab 500 Beschäftigten haben diese Stelle tatsächlich besetzt. Nach Schätzung des US-Berufsverbands „CDO Club“ gab es im Jahr 2015 weltweit rund 2.000 Chief Digital Officer. Insbesondere in den angelsächsischen Ländern haben viele Unternehmen diese Position bereits eingerichtet, um ihre Organisation strategisch auf die neue digitale Realität vorzubereiten.

Der Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder unterstreicht die Relevanz dieser Position: „Die Digitalisierung muss in der Unternehmensspitze verankert und zentral koordiniert werden. Hier sollten kaufmännisches und IT-Know-how zusammenkommen“. Nur so gelingt es Unternehmen, den digitalen Wandel aktiv voranzutreiben.

Mehr Geschwindigkeit durch die digitale Transformation

IT-Manager sollten heute eng in die strategische und operative Unternehmensentwicklung eingebunden werden. Mit ihren Erfahrungen und ihrem Fachwissen liefern sie wertvollen Input und tragen beispielsweise dazu bei, Innovationen zu beschleunigen. Die Grundlagen für eine schnellere Produktentwicklung kann der CIO schon auf Ebene der IT-Infrastruktur legen, indem er zum Beispiel die Einführung von schnellen All-Flash-Speichersystemen empfiehlt. In der frühen Produktentwicklung kann ein rascher Zugriff auf Test- und Simulationsdaten dazu beitragen, die Marktreife neuer Produkte erheblich zu beschleunigen.

Wer die digitale Transformation vorantreibt, benötigt eine hochverfügbare IT-Landschaft, die Daten rund um die Uhr und ohne Unterbrechung bereitstellt. Gleichzeitig müssen die Speichersysteme über Schutzmechanismen verfügen, die dabei helfen, einen Datenverlust zu verhindern. Vor allem müssen die IT-Mitarbeiter Werkzeuge an die Hand bekommen, um die immer weiter wachsenden Datenbestände sicher zu beherrschen.

Beruf des IT-Administrators verändert sich

Der Autor: Peter Wüst ist Director Cloud & Alliances EMEA bei NetApp
Der Autor: Peter Wüst ist Director Cloud & Alliances EMEA bei NetApp
(Bild: NetApp)

Das kontinuierliche Datenwachstum verändert auch die Verantwortung der technischen Mitarbeiter im Rechenzentrum. Dies zeigt zum Beispiel die Entwicklung der Speicherkapazität, die pro Storage-Administrator verwaltet wird. Eine Analyse von Gartner (Gartner IT Metrics 2015) hat ermittelt, wie sich die TB/FTE-Ratio (Terabyte per Full-Time Employee) in den vergangenen Jahren verändert hat: Im Jahr 2010 betreute ein Storage-Administrator im Schnitt noch 81 Terabyte, im Jahr 2014 bereits 299 Terabyte. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert weiterhin ansteigt und somit die Verantwortung der Admins weiter zunehmen wird. Damit müssen die IT-Manager neue Wege finden, um den laufenden IT-Betrieb weiter zu automatisieren.

Fazit

Mit dem von NetApp entwickelten Data-Fabric-Konzept erhalten Unternehmen die hierfür notwendigen Methoden und Technologien für ein sicheres Datenmanagement, das auch die Integration von IT-Ressourcen aus der Cloud umfasst. Erst mit einer solchen Plattform für ein vereinheitlichtes und unternehmensweites Datenmanagement schaffen Organisationen die Grundlagen, damit neue Stellen wie ein Chief Digital Officer oder Data Scientist ihre Ziele erreichen können.

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