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Nachbericht SAP Sapphire SAP koppelt Resilienz, Innovation und Umwelt

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch / Nico Litzel

Widerstandsfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit – diese Schwerpunkte setzt SAP-CEO Christian Klein in seiner Keynote zur Hausmesse Sapphire. Leitbild bleibt das intelligente Unternehmen, das künftig umweltfreundlich werden soll.

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Laut SAP-CEO Christian Klein sei das wirtschaftliche Überleben in der Corona-Pandemie für viele Unternehmen die erste Priorität. Intelligente Technologie ermögliche es, stärker aus der Krise herauszukommen und die Weichen schnell wieder in Richtung Wachstum zu stellen.
Laut SAP-CEO Christian Klein sei das wirtschaftliche Überleben in der Corona-Pandemie für viele Unternehmen die erste Priorität. Intelligente Technologie ermögliche es, stärker aus der Krise herauszukommen und die Weichen schnell wieder in Richtung Wachstum zu stellen.
(Bild: SAP)

Survival-Modus: „Das wirtschaftliche Überleben hat in der Corona-Pandemie für viele Unternehmen die erste Priorität“, berichtet Christian Klein, der seit Oktober 2019 alleiniger CEO der SAP ist. „Um stärker aus dieser Krise herauszukommen, ist es jedoch unerlässlich, die Weichen schnell wieder in Richtung Wachstum zu stellen. Intelligente Technologie ermöglicht genau das.“

Der Hebel für diese Richtungsänderung ist laut Klein der Einsatz Künstlicher Intelligenz, um die Automatisierung und die Produktivität eines Unternehmens zu steigern. Als Leitbild propagiert Klein das intelligente Unternehmen. Wichtige Bausteine dafür sind Integration, Innovation sowie Agilität und Geschwindigkeit.

One Master Data Service integriert Datenmodelle

Integration umfasst laut Klein End-to-End-Geschäftsprozesse und harmonisierte Datenmodelle. Beim letztgenannten Punkt hatte SAP bislang Probleme, macht aber Fortschritte: „Die Stammdatenmodelle von C/4HANA und S/4HANA passen semantisch nicht zusammen“, beklagte Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der SAP-Anwendervereinigung DSAG auf deren Jahreskongress im September 2019. „Diese Systeme lassen sich zwar technisch integrieren, aber sie können dennoch nicht miteinander reden, weil die Daten nicht die gleiche semantische Struktur haben.“

Im Oktober 2019 hatte SAP auf der Hausmesse SAP Teched den One Master Data Service angekündigt, der genau auf dieses Problem zielt: „Es handelt sich dabei um ein virtuelles Datenmodell das Begriffe wie Mitarbeiter, Kunde oder Auftrag definiert“, erklärte Jan Schaffner, Senior Vice President Central Engineering im Hintergrundgespräch mit BigData-Insider. Klein kann nun Erfolge vermelden: „30 Prozent der benötigten Integration sind aktuell verfügbar, bis Jahresende sollen es 90 Prozent sein.“ Eingebunden werden laut Klein auch Applikationen von Drittanbietern. Somit seien künftig ein anwendungsübergreifende Reporting und eine ebensolche Planung möglich.

Artificial Intelligenz soll die Effizienz steigern

Innovation ist der zweite Grundpfeiler in SAPs Modell eines intelligenten Unternehmens. Laut Klein reichert die SAP ihre Applikationen mit Artificial Intelligence an, damit die Kunden die Effizienz ihrer Geschäftsprozesse steigern. Als Beispiel nennt Klein den engen Abgleich von Produktion und Nachfrage, um die Lagerbestände zu verringern und trotzdem lieferfähig zu bleiben. Experience Management nennt sich ein weiterer Baustein des intelligenten Unternehmens. Das SAP-Modul Qualtrics erfasst die Emotionen von Kunden und ermöglicht es Unternehmen, darauf zu reagieren.

In der SAP Industrie Cloud liefert SAP künftig Cloud-native Branchenlösungen: „Wir kooperieren mit Partnern in unserem Ökosystem, um unsere Präsenz in allen Branchen zu steigern“, kündigt Klein an. In der Cloud will SAP weiterhin mit Microsoft Azure, der Google Cloud Plattform, Amazon Web Services und Alibaba zusammenarbeiten. „Wir als SAP werden dabei die Business Platform und den Application Layer bestimmen“, erläutert der CEO.

Implementierung in der Public Cloud in unter vier Monaten

Agilität uns Geschwindigkeit sind weitere Grundpfeiler des intelligenten Unternehmens. Ein Element dabei sind beschleunigte Implementierungen von ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning). Auch hier vermeldet Klein Fortschritte. „Die durchschnittliche Dauer für das Einrichten eines SAP-Systems in der Public Cloud liegt inzwischen bei weniger als vier Monaten.“ Für Cloud-Systeme will SAP sogar alle vier Wochen neue Funktionen liefern.

Auch das Thema Nachhaltigkeit thematisierte Klein in seiner Keynote. Unter dem Banner ‚Climate 21‘ sollen künftig SAP-Applikationen den Unternehmen dabei helfen, ihre Treibhausemissionen zu erfassen und zu reduzieren. Der Softwarehersteller sieht sich hier in einer guten Position. Laut Klein nutzen 85 Prozent der Betriebe mit den höchsten CO2-Emissionen SAP-Systeme, und das betrachtet er als Chance: „Wenn Branchen wie Versorger, Landwirtschaft und Transport ihre Emissionen mit IT reduzieren, entspricht das einer möglichen Einsparung von 26 Gigatonnen CO2.“

Wegen der Corona-Pandemie findet die Sapphire in diesem Jahr ausschließlich online statt. Wie sich gleich zu Beginn gezeigt hat, kann auch ein IT-Riese wie SAP keine Internet-Ressourcen herbeizaubern. Die Übertragung von Kleins Keynote brach zusammen. SAP verlinkte den Live-Stream dann auf Twitter. Dort konnten Interessenten die zweite Hälfte der Keynote und später die Aufzeichnung ansehen.

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