Führungskräfte unter KI-Generalverdacht Nur jeder zweite CIO gilt als „KI-fit“

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz (KI) verändert Wirtschaft und Arbeit. Doch viele Führungskräfte scheinen damit überfordert. Laut einer Gartner-Umfrage sprechen CEOs ihren eigenen IT-Experten das nötige Know-how ab. Der Kompetenzschock im C-Level kommt zur Unzeit.

Laut Gartner sprechen CEOs ihren CIOs die KI-Kompetenz ab. Die Mehrheit der Führungsteams soll für die KI-Ära unzureichend aufgestellt sein.(Bild:  KI-generiert)
Laut Gartner sprechen CEOs ihren CIOs die KI-Kompetenz ab. Die Mehrheit der Führungsteams soll für die KI-Ära unzureichend aufgestellt sein.
(Bild: KI-generiert)

Nur 44 Prozent der CIOs gelten laut CEOs als „KI-kompetent“. Das zeigt eine weltweite Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gartner unter 456 Führungskräften. Der Rest? Fällt offenbar durch. Auch CISOs und CDOs schneiden schlecht ab. Und das, obwohl drei Viertel der befragten CEOs annehmen, dass Künstliche Intelligenz den Beginn einer neuen wirtschaftlichen Ära markiere.

Vertrauenslücke im C-Level: Laut Gartner sprechen CEOs selbst Technikverantwortlichen wie CIOs oder CISOs kaum KI-Kompetenz zu. Die Lücke zwischen früherer Technikaffinität und künftiger KI-Fitness fällt besonders bei Strategie- und Sicherheitschefs gravierend aus.(Bild:  Gartner)
Vertrauenslücke im C-Level: Laut Gartner sprechen CEOs selbst Technikverantwortlichen wie CIOs oder CISOs kaum KI-Kompetenz zu. Die Lücke zwischen früherer Technikaffinität und künftiger KI-Fitness fällt besonders bei Strategie- und Sicherheitschefs gravierend aus.
(Bild: Gartner)

„Wir haben noch nie eine so große Diskrepanz in der Wahrnehmung technologischer Umbrüche erlebt“, wird David Furlonger von Gartner zitiert. Der Analyst sieht KI nicht als Weiterentwicklung des digitalen Geschäfts, sondern als „fundamentalen Wandel“ in der Funktionsweise von Wirtschaft und Gesellschaft.

Ein großer Satz – dem viele CEOs zufolge ein kleiner Horizont im eigenen Haus gegenübersteht.

Kompetenzlücke mit Geschichte

Dass es am technologischen Durchblick in der Führungsetage hapert, ist kein neues Phänomen. Bereits 2019 kritisierte Gartner in einer Umfrage mangelnde Digitalkompetenz in den Chefetagen. Der Blick auf Künstliche Intelligenz legt nun offen, dass die Lücke eher gewachsen als geschrumpft ist.

Der Frust zieht sich durch mehrere C-Level-Funktionen. IT-Sicherheitschefs (CISOs) und Datenmanager (CDOs) schneiden in der Umfrage kaum besser ab als CIOs. Die Rede ist von einem durchgängigen Vertrauensdefizit – ausgerechnet dort, wo strategische Weichenstellungen zu treffen wären.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Laut der Erhebung sehen CEOs zwei große Bremsklötze für KI-Vorhaben: den Mangel an qualifiziertem Personal und die Schwierigkeit, den wirtschaftlichen Nutzen von KI-Projekten greifbar zu machen. Der Perspektivwechsel in der Chefetage ist dabei längst vollzogen. KI wird nicht mehr als weiteres Tool gesehen, sondern als neuer Arbeitsmodus – mit potenziell radikalen Auswirkungen.

Doch selbst dort, wo der Wille da ist, fehlt oft der Weg. 66 Prozent der befragten CEOs gaben an, dass ihr aktuelles Geschäftsmodell nicht KI-tauglich sei. Eine Organisation, die sich durch KI transformieren will, muss nach Einschätzung von Gartner nicht nur neue Talente gewinnen, sondern vor allem bestehende Mitarbeitende weiterbilden.

„Der Fokus auf Upskilling ist eine strategische Antwort“, sagt Gartner-Analystin Jennifer Carter. Der Satz klingt nüchtern. Doch er steht für einen radikalen Kurswechsel: Nicht mehr „Hire or Fire“, sondern „Train or Fade“.

Wer nicht mitzieht, bleibt zurück

Die Gartner-Zahlen zeigen ein klares Dilemma: Die Führungsetage erkennt zwar die strategische Bedeutung von KI – traut ihren eigenen Experten aber nicht zu, den Wandel zu gestalten. Dieses Misstrauen könnte sich als selbst erfüllende Prophezeiung erweisen.

Denn während KI-Systeme lernen, bleiben viele Entscheider stehen. Die Folge ist ein gefährlicher Stillstand. Unternehmen, die hier nicht investieren, riskieren nicht nur Marktanteile, sondern laut Gartner im Extremfall ihre Existenz.

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