KI-Chips Microsofts Maia-KI-Beschleuniger verspäten sich Berichten zufolge

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Seit geraumer Zeit bemühen sich Hersteller, mit eigens entwickelten KI-Chips zum KI-Platzhirsch Nvidia aufzuschließen. Microsoft wird das wohl vorerst nicht gelingen. Berichten zufolge verspätet sich die Massenproduktion des Chips Maia 200 – und der soll ohnehin nicht mit Blackwell mithalten können.

Unerwartete Design-Änderungen und unrealistische Zeitanforderungen sollen zu Verzögerungen bei Microsofts KI-Beschleuniger Maia 200 sorgen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Unerwartete Design-Änderungen und unrealistische Zeitanforderungen sollen zu Verzögerungen bei Microsofts KI-Beschleuniger Maia 200 sorgen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

KI ist zwar längst kein Hype mehr, sondern mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angelangt, doch obwohl sich die frühen Vögel die größten Stücke von diesem lukrativen Kuchen sichern konnten, gibt es immer noch genug zu holen. Im Fall der hochpotenten KI-Chips ist der frühe Vogel definitiv der US-Hersteller Nvidia, der aktuell die Blackwell-Reihe produziert. Der Konzern hat sich große Anteile am  Markt gesichert und in den vergangenen Jahren traumhafte Profite eingefahren.

Da ist es wenig verwunderlich, wenn andere Chip-Entwickler und Software-Unternehmen auf diesen Zug aufspringen wollen, um sich ebenfalls ihren Anteil zu sichern. Man denke dabei etwa an Hyperscaler wie Amazon, Google und Meta. Auch bei Microsoft wird an eigenen KI-Chips gearbeitet. Beim Projekt Maia handelt es sich um einen spezialisierten Chip, der für Azure-Datacenter entworfen wurde, um rechenintensive KI-Modelle schneller und effizienter zu verarbeiten als klassische Server-Hardware. Zudem will man sich von den Lösungen Nvidias unabhängiger machen.

Doch wenn man den Berichten von The Information (via Reuters) Glauben schenken möchte, dann könnte sich diese Eigenentwicklung zu einem Schuss in den Ofen wandeln.

Projekt Maia (Braga): Massenproduktion verschoben und schwach auf der Brust

Maia, intern als Braga bezeichnet, wurde im Jahr 2023 von den Verantwortlichen von Microsoft als KI-Beschleuniger der nächsten Generation angekündigt. Entsprechend hoch sind vermutlich die Erwartungen. Im Sommer 2025 heißt es allerdings auf Basis der Quellen von The Information, dass sich die Massenproduktion der Maia-Chips um wenigstens sechs Monate ins Jahr 2026 verschiebt.

Unvorhergesehene Änderungen an der Konstruktion, Personalmangel und hohe Fluktuation sollen laut Bericht zu den Verzögerungen beigetragen haben. Auf der halben Strecke der Entwicklung von Braga, der als Maia 200 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, verlangte Microsoft Änderungen am Design, um neue, von OpenAI geforderte Funktionen einzubauen, so der Bericht weiter. Dadurch wurde der Chip bei Simulationen instabil und das Projekt wurde um mehrere Monate zurückgeworfen, während die Ingenieure an den Fehlern arbeiteten.

„Trotz erheblicher Änderungen an Bragas Design verschoben die Microsoft-Führungskräfte die Frist nicht, um das Design des Chips bis zum Jahresende abzuschließen. Die Frist verursachte so viel Stress, dass etwa ein Fünftel der Mitarbeiter einiger Teams, die mit dem Design des Chips zu tun hatten, das Unternehmen verließen“, wird unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Teammitglieder berichtet (via MSN).

Sobald Braga, oder Maia 200, in Massen produziert wird, wird obendrein nicht erwartet, dass der Chip mit dem Konkurrenzprodukt von Nvidia mithalten kann. Frühestens der Maia 300, intern Clea genannt, soll aufgrund einer anderen Architektur etwas auf dem Kasten haben. Die Leistung der Maia-200-Chips hingegen bleibt im Verhältnis zu ihren hohen Stromkosten hinter der Leistung vergleichbarer Chips von Nvidia zurück.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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