In der Cloud und On-Prem mit Nvidia-Microservices Siemens-KI-Tools für die Chip- und Platinen-Entwicklung

Quelle: Pressemitteilung Siemens Digital Industries Software 2 min Lesedauer

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Siemens veröffentlicht die Early-Access-Version eines umfassenden KI-Systems für die Elektronikentwicklung. Generative und agentenbasierte KI für die eigenen EDA-Tools sowie der Einsatz von Nvidia-Techniken sollen Produktivität und Entwicklungszeiten optimieren.

Siemens erweitert sein Software-Portfolio für das Chip- und Platinen-Design mit einem umfassenden KI-System.(Bild:  Siemens)
Siemens erweitert sein Software-Portfolio für das Chip- und Platinen-Design mit einem umfassenden KI-System.
(Bild: Siemens)

Siemens hat auf der „Design Automation Conference“ (22. bis 25. Juni 2025) in San Francisco ein KI-System (Künstliche Intelligenz) für sein Portfolio von Softwarewerkzeugen für das Chip- und Leiterplatten-Design (Electronic Design Automation, EDA) vorgestellt. Der Hersteller spricht von einem umfassenden EDA-KI-System, das verschiedene Large Language Models (LLMs) und Small Language Models unterstützt und zugleich diverse Daten in einen zentralen Pool zusammenführt.

Damit soll jede Interaktion die Produktivität der KI-Tools steigern. Zudem lasse sich das EDA-KI-System nahtlos mit den Workflows der Kunden integrieren. Hinzu kommen integrierte Sicherheitsfunktionen, eine anpassbare Zugriffskontrolle und flexible Optionen zur Bereitstellung On-Premises und in der Cloud.

Generative und agentenbasierte KI-Funktionen für drei EDA-Plattformen

Das Interface des neuen „AI Design Explorer“ für die Design-Plattform für digitale Schaltungen „Aprisa“.(Bild:  Siemens)
Das Interface des neuen „AI Design Explorer“ für die Design-Plattform für digitale Schaltungen „Aprisa“.
(Bild: Siemens)

Ein zentraler Bestandteil der Ankündigung sind generative und agentenbasierte KI-Tools für bestehende EDA-Produkte von Siemens. Die Designplattform für digitale Schaltungen „Aprisa“ soll mit dem „AI Design Explorer“ KI-Funktionen zur Optimierung von Stromverbrauch, Leistung und Flächenbedarf erhalten. Zudem soll ein generativer KI-Assistent Entwicklungsprozesse mit betriebsbereiten Beispielen und eigenen Lösungsvorschlägen unterstützen.

Die Verifikationsplattform „Calibre“, die Layouts auf Funktionalität und Schaltplanübereinstimmung prüft, wird um das „Vision AI“-Tool erweitert. Dieses soll kritische Designprobleme rapide verarbeiten, intelligent in Cluster ordnen und so den Zeitaufwand beim Troubleshooting halbieren. Die Kompatibilität mit kundeneigenen Layout-Viewern und Design-Tools soll die Arbeit von Entwicklerteams genauso erleichtern wie teilbare Lesezeichen mit Analysedaten und Kommentaren.

Auch die Backend-Tools der Plattform „Solido“ für individualisierte Schaltungen sollen von dem neuen KI-System profitieren. Generative und agentenbasierte KI-Funktionen sollen mit vorausschauender Zuteilung von Rechenressourcen, mit automatisierter Auswertung und eingehender Analyse von Ergebnissen sowie mit der Automatisierung von Setup und Konfigurationen die Entwicklung von maßgeschneiderten Chips zu verkürzen helfen.

Nvidia-Modelle und Bereitstellungs-Tools

Neben Siemens-Tools und mehreren, bislang ungenannten, Modellen anderer Hersteller wird das EDA-KI-System auch auf den spezialisierten „Llama Nemotron“-Modellen von Nvidia sowie den „NIM Microservices“ aufbauen. Die containerisierten Microservices übernehmen die Bereitstellung von KI-Modellen im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud und ermöglichen ebenfalls die Orchestrierung von KI-Tools und -Agenten in Echtzeit.

Die „Nemotron“-Modelle sollen besonders gute Kontextschlussfolgerungen und eine präzise Auswahl und Steuerung von Entwicklungs-, Simulations- und Verifizierungs-Tools ermöglichen und so eine intelligente Automatisierung von Design-Workflows stützen.

Kurs auf agentenbasierte Tools quer durch die EDA-Welt

Das EDA-KI-System von Siemens ist bereits im Rahmen eines Early-Access-Programms zugänglich. Ein Termin für die offizielle Veröffentlichung wurde noch nicht bekanntgegeben. Mit den neuen KI-Funktionen baut Siemens das 2016 mit dem Kauf der EDA-Spezialisten Mentor Graphics (ab 2021: Siemens EDA) übernommene und seitdem weiterentwickelte Software-Portfolio für Halbleiter- und Platinenentwicklung aus.

Auch die Siemens-Konkurrenten im EDA-Bereich Synopsys und Cadence haben nahezu zeitgleich (im März beziehungsweise Mai 2025) agentenbasierte KI-Funktionen für ihre Designplattformen angekündigt.

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