Physische KI in der Robotik Microsoft will mit Rho-alpha das Datenproblem in der Robotik lösen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit Rho-alpha stellt Microsoft Research ein neues Robotikmodell vor, das Sprache, visuelle Wahrnehmung und taktiles Feedback verbindet. Entscheidend ist weniger der Roboterarm als die Trainingsstrategie dahinter: Simulationen und synthetische Daten sollen das strukturelle Datenproblem physischer KI adressieren.

Ein Roboter greift einen Stecker und passt seine Bewegung situativ an: Rho-alpha dient Microsoft Research als Forschungsplattform, um zu zeigen, wie Simulation und synthetische Trainingsdaten das Lernen physischer KI skalierbar machen sollen.(Bild:  Microsoft)
Ein Roboter greift einen Stecker und passt seine Bewegung situativ an: Rho-alpha dient Microsoft Research als Forschungsplattform, um zu zeigen, wie Simulation und synthetische Trainingsdaten das Lernen physischer KI skalierbar machen sollen.
(Bild: Microsoft)

Roboter gelten als präzise, aber unflexibel. Sie funktionieren zuverlässig in klar definierten Umgebungen, scheitern jedoch schnell an Abweichungen. Microsofts Rho-alpha setzt an genau dieser Schwachstelle an. Das Modell übersetzt natürliche Sprache direkt in Steuerbefehle und kombiniert visuelle Eindrücke mit taktilem Feedback, um beidhändige Manipulationsaufgaben auszuführen. Ziel ist kein fest programmiertes Verhalten, sondern situative Anpassung.

Technisch basiert Rho-alpha auf Microsofts Vision-Language-Modellfamilie Phi. Im Unterschied zu klassischen Vision-Language-Action-Ansätzen integriert das Modell zusätzliche Wahrnehmungs- und Lernmodalitäten und wird fortlaufend durch menschliches Feedback angepasst. Damit folgt Rho-alpha einem Prinzip, das aus großen Sprachmodellen bekannt ist, nun aber auf physische Systeme übertragen wird.

Simulation als Ersatz für fehlende Trainingsdaten

Der zentrale Engpass physischer KI bleibt der Zugang zu Trainingsdaten. Reale Demonstrationen sind teuer, langsam und schwer zu skalieren. Microsoft adressiert dieses Problem mit einem hybriden Trainingsansatz aus realen Interaktionen und synthetischen Daten. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Simulationen auf Basis von NVIDIA Isaac Sim, die in der Cloud auf Microsoft Azure ausgeführt werden.

In diesen simulierten Umgebungen lassen sich Manipulationsaufgaben variieren, Fehlerfälle gezielt erzeugen und Trainingsdaten in großer Zahl generieren. Der Ansatz ähnelt bekannten Strategien aus autonomem Fahren oder Reinforcement Learning, wird hier jedoch konsequent auf Robotik übertragen. Simulation wird damit zur Datenfabrik für Physical AI.

Forschung statt Produktversprechen

Rho-alpha befindet sich aktuell im Forschungs- und Evaluierungsstadium. Microsoft testet das Modell auf Dual-Arm- und humanoiden Plattformen und bietet interessierten Partnern Zugang über ein Research Early Access Program. Aussagen zu kommerziellen Produkten oder konkreten Einsatzszenarien macht das Unternehmen bislang nicht.

Damit bleibt Rho-alpha vorerst ein Forschungsprojekt, liefert jedoch einen klaren Hinweis auf die Richtung: Fortschritte in der Robotik entstehen weniger durch neue Hardware als durch skalierbare Trainingsmethoden, synthetische Daten und kontinuierliches Lernen. Physical AI rückt damit näher an die bekannten Paradigmen moderner KI-Entwicklung heran.

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