Nachbericht „Smart Data Innovation Days 2024“ Know-how als Motor für Wirtschaft und Innovation

Von Dr. Andreas Wierse 4 min Lesedauer

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Der Wissenstransfer von der Forschung in die Wirtschaft ist ein zentraler Erfolgsfaktor, um den digitalen und technologischen Fortschritt voranzutreiben. Gerade im Bereich datengetriebener Technologien, wie Data Analytics und Künstliche Intelligenz, ermöglicht der enge Austausch, dass innovative Forschungsergebnisse nicht nur in den Laboren bleiben, sondern ihre reale Wirkung in Form von Produktivitätssteigerungen und neuen Geschäftsmodellen entfalten.

Der Autor: Dr. Andreas Wierse ist Geschäftsführer von Sicos BW(Bild:  Sicos BW)
Der Autor: Dr. Andreas Wierse ist Geschäftsführer von Sicos BW
(Bild: Sicos BW)

Das Interesse an den Smart Data Innovation Days war auch 2024 wieder groß.(Bild:  Sicos BW)
Das Interesse an den Smart Data Innovation Days war auch 2024 wieder groß.
(Bild: Sicos BW)

Wie gut das in der Praxis tatsächlich funktionieren kann, haben auch in diesem Jahr die Smart Data Innovation Days (SDID) gezeigt – organisiert und durchgeführt vom Smart Data Innovation Lab (SDIL), dem Smart Data Solution Center Baden-Württemberg (SDSC-BW) sowie den vier deutschen KI-Servicezentren WestAI, hessian.AI, KI-Servicezentrum Berlin-Brandenburg und KISSKI.

Wissenstransfers im Fokus

Die kostenfreie Veranstaltung im ZEISS Innovation Hub @KIT in Eggenstein-Leopoldshafen bot Anfang November eine Plattform für den Austausch zwischen führenden Experten aus Wissenschaft und Industrie. Anhand praxisnaher Beispiele zeigte sie, wie datenbasierte Innovationen direkt in industrielle Anwendungen überführt werden. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, von realen Projekten zu lernen und neue Technologien wie große Sprachmodelle und andere KI-Lösungen in ihrer Praxisnähe kennenzulernen. Über allem stand nicht zuletzt der Networking-Gedanke – im Hinblick auf zukünftige Partnerschaften und Projekte.

Erfolgsbeispiele und Technologietransfer als Schlüsselfaktoren

Zahlreiche Erfolgsbeispiele aus der Industrie verdeutlichten, wie datenbasierte Technologien in der Praxis Mehrwert schaffen können. So präsentierten in den Industriemodulen des ersten Veranstaltungstages verschiedene Unternehmen ihre erfolgreichen Projekte und Kooperationen mit dem SDSC-BW.

Helen Landhäußer, Geschäftsführerin der Mader GmbH & Co. KG, berichtet, wie sich ihr Unternehmen vom KMU zu einem digitalen Start-up mit einem datengetriebenen Geschäftsmodell entwickelt hat.(Bild:  Sicos BW)
Helen Landhäußer, Geschäftsführerin der Mader GmbH & Co. KG, berichtet, wie sich ihr Unternehmen vom KMU zu einem digitalen Start-up mit einem datengetriebenen Geschäftsmodell entwickelt hat.
(Bild: Sicos BW)

Weitere spannende Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Zukunftstechnologien folgten am zweiten Tag Hier zeigte u. a. Helen Landhäußer, Geschäftsführerin der Mader GmbH & Co. KG, wie sich ihr Unternehmen vom KMU zu einem digitalen Start-up mit einem datengetriebenen Geschäftsmodell entwickelt hat. Dabei spielt die datengetriebene Optimierung von Druckluftprozessen eine zentrale Rolle, die neben Energieeinsparungen auch eine nachhaltigere und ressourcenschonendere Produktion ermöglicht. Durch innovative Lösungen wie das Condition Monitoring konnte das Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln, die auf IoT und Big Data basieren und maßgeblich zur Effizienzsteigerung und Kundenorientierung beitragen: Druckluft 4.0 mit einer auf den Kubikmeter genauen Abrechnung auf Pay-per-use-Basis.

Die KI-Servicezentren boten darüber hinaus spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Anwendungen großer Sprachmodelle sowie die Bereitstellung von Rechenleistung und Infrastruktur für KI-Innovationen.

Das SDIL gab seinerseits einen detaillierten Einblick in seine aktuellen Mikroprojekte und zeigte mit Unterstützung der jeweiligen Projektpartner auf, wie Künstliche Intelligenz in verschiedenen Unternehmensbereichen zur Anwendung kommen kann. So stellten beispielsweise die Nuraxys GmbH und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein Projekt zur Erkennung kritischer Situationen in öffentlichen Bussen vor. Dieses KI-Modell soll die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr erhöhen, indem es in Echtzeit potenziell gefährliche Situationen erkennt und entsprechende Maßnahmen einleitet.

Smart Data Solution Center e. V.

Die Vereinsgründung des Smart Data Solution Center e. V. war ein zentrales Thema auf den Smart Data Innovation Days 2024.(Bild:  Sicos BW)
Die Vereinsgründung des Smart Data Solution Center e. V. war ein zentrales Thema auf den Smart Data Innovation Days 2024.
(Bild: Sicos BW)

Ein weiterer Fokus der SDID 2024 lag auf dem neugegründeten Smart Data Solution Center e. V. Nach einem erfolgreichen Jahrzehnt des Smart Data Solution Centers Baden-Württemberg (SDSC-BW) wird die Organisation fortan ohne Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) als Verein fortgeführt. Gründungsmitglieder sind die BREOS GmbH, die EDI GmbH, das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), die iodata GmbH, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Sicos BW GmbH, die SSC-Services GmbH, die Validaitor UG sowie die XPLN GmbH.

Michael Vetter, Gründer und früherer Geschäftsführer der iodata GmbH und seit Juni Vorstandsvorsitzender des neuen Vereins.(Bild:  Sicos BW)
Michael Vetter, Gründer und früherer Geschäftsführer der iodata GmbH und seit Juni Vorstandsvorsitzender des neuen Vereins.
(Bild: Sicos BW)

Gemäß Michael Vetter, Gründer und früherer Geschäftsführer der iodata GmbH und seit Juni Vorstandsvorsitzender des neuen Vereins, verfolgt dessen Gründung das Ziel, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu intensivieren und datenbasierte Innovationen langfristig zu sichern. Im Sinne dieser Zielsetzung wendet sich das SDSC als Verein mit seinem Angebot offen an Unternehmen sowie Forschung und Lehre gleichermaßen: Auf Unternehmensseite können das (beratende) Dienstleister und Softwareanbieter, mittelständische Unternehmen mit Eigenbedarf, Großunternehmen oder Start-ups sein. Seitens Forschung und Lehre wird der Verein Universitäten und Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Studierende und Privatpersonen adressieren.

Das SDSC-BW und das SDIL konnten in den vergangenen zehn Jahren mit über 100 erfolgreichen Projekten zeigen, wie eng verzahnt Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten können, um nachhaltige Innovationen für Unternehmen zu entwickeln. Der neue Verein lädt nun aktiv Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein, Teil (s)eines starken Netzwerks zu werden, das ethische, nachhaltige Innovationen fördert und praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen der Industrie entwickelt.

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Zukunftsperspektiven und der Aufruf zur Beteiligung

In Summe haben die SDID wieder eindrucksvoll gezeigt, welchen Mehrwert der Wissenstransfer liefert, um datengetriebene Technologien in die Anwendung zu bringen. Die Veranstaltung verdeutlichte dabei die zentrale Rolle von Netzwerken und Partnerschaften: Sie bieten nicht nur eine Plattform für den Austausch von Ideen und Innovationen, sondern schaffen auch Synergien, die zu nachhaltigem wirtschaftlichem Wachstum beitragen. 2025 gehen die Smart Data Innovation Days nicht zuletzt deshalb in die nächste Runde.

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