KI-Monitor des BVDW und IW KI scheitert in Deutschland an Rahmenbedingungen

Von Martin Hensel

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Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) haben ihren aktuellen KI-Monitor veröffentlicht. Erstmals seit vier Jahren ist der errechnete KI-Index rückläufig.

BVDW-Präsident Alexander Kiock
BVDW-Präsident Alexander Kiock
(Bild: BVDW)

In Deutschland scheitert der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) vor allem an den Rahmenbedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Ausgabe des KI-Monitors des BVDW und IW. Die seit vier Jahren regelmäßig erscheinende Studie befasst sich mit Einsatz und Verbreitung der KI-Technologie. Sie errechnet zudem einen KI-Index, der nun erstmals in der vierjährigen Historie des KI-Monitors rückläufig ist.

„Deutschland schwelgt in Dichter-und-Denker-Romantik – leider auf Kosten der Künstlichen Intelligenz. Die Rahmenbedingungen für KI müssen dringend positiv verändert werden“, fordert BVDW-Präsident Alexander Kiock. Es brauche aus Brüssel und Berlin mutige Zeichen und Impulse statt Regulierung und Einschränkungen. Positive Lösungsansätze für den Einsatz von Daten seien laut Kiock gefragt.

Regulatorische Barrieren in Sicht

In Brüssel wurde kürzlich der „AI-Act“ („KI-Verordnung“) diskutiert und ein Gesetzesentwurf zur Abstimmung vorbereitet. Unternehmen und Forschung müssen demnach von neuen regulatorischen Barrieren ausgehen. Das entsprechende Regelwerk soll Anfang 2023 verabschiedet werden. BVDW und IW gehen davon aus, dass es sich negativ auf den KI-Index auswirken wird. Dieser berücksichtigt eine zweistellige Zahl an Indikatoren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Infrastruktur und politischen Rahmenbedingungen.

Die Studie zeigt auch, dass weniger Unternehmen als noch im Vorjahr auf KI-Lösungen setzen: Ihr Anteil fiel von 21 auf 19 Prozent aller Firmen. Auch im Jobmarkt sieht es eher düster aus, da KI-relevante Stellenanzeigen um 9 Prozent zurückgingen. „In Summe konstatieren wir alarmierende Tendenzen. Die Ursachenforschung wird uns beschäftigen – Fakt ist jedoch, nicht alles ist der Pandemie zuzuschreiben“, meint Kiock. Positiv ist dagegen das Interesse an KI in der Gesellschaft aufgefallen: So stieg etwa der Indikator „Bekanntheit von KI“ zwischen 2019 und 2022 um mehr als 44 Prozent an.

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