„Powerpoint-Pinsler“ statt Praxiswissen KI-Experte warnt vor „falschen“ KI-Beratern

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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In der aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz würden sich viele Consultants regelrecht eine goldene Nase verdienen, warnt Dr. Harald Schönfeld. Der Geschäftsführer der Personalberatung Butterflymanager sieht Bedarf an praxiserfahrenen Umsetzern statt an „Powerpoint-Pinslern“.

Butterflymanager-Geschäftsführer Dr. Harald Schönfeld warnt vor KI-Experten, denen es an Praxiserfahrung mangelt.(Bild:  Butterflymanager)
Butterflymanager-Geschäftsführer Dr. Harald Schönfeld warnt vor KI-Experten, denen es an Praxiserfahrung mangelt.
(Bild: Butterflymanager)

„Die KI-Beratung läuft derzeit in eine völlig falsche Richtung“, warnt Schönfeld. Er leitet die Personalberatung Butterflymanager, die auf die Vermittlung von Führungskräften auf Zeit spezialisiert ist. Er sieht eine „riesige Lücke“ zwischen der Wichtigtuerei vieler Berater und der Realität im betrieblichen Alltag. Schönfeld ist selbst Herausgeber und Co-Autor mehrerer Fachbücher zum Thema Künstliche Intelligenz.

„Viele Consultants mutieren scheinbar über Nacht zu KI-Experten und verkaufen den Unternehmen teure Beratungsaufträge, an deren Ende ein dickes Konzeptpapier und viele Powerpointfolien stehen“, so der Experte. Doch die Firmen seien in den meisten Fällen gar nicht in der Lage, diese theoretischen Konzepte umzusetzen. Ihnen fehle dazu schlichtweg die Manpower. Schönfeld empfiehlt deshalb ausschließlich Experten zu beauftragen, die für die Umsetzung der KI-Strategie im Betrieb sorgen und dafür einige Zeit in der Organisation mit Verantwortung mitarbeiten. „Das sind in der Regel Interim Manager, die nachweislich schon viele digitale Transformationsprojekte mit Erfolg umgesetzt haben und die daraus gewonnene Praxiserfahrung bei der KI-Einführung in einem Unternehmen zur Anwendung bringen.“

Skalierung ist Herkules-Aufgabe

Laut Schönfeld sei die größte Herausforderung bei KI-Einführungen meist die Skalierung des Pilotprojekts auf den firmenweiten Einsatz. Potenziale wären meist relativ einfach zu bestimmen, während die Entwicklung einer konsistenten KI-Strategie und deren Implementierung im Geschäftsalltag dann schnell zur Herkules-Aufgabe würden. Zudem fehle es häufig am nötigen Personal, das in vielen Firmen gerade einmal für das Tagesgeschäft ausreiche. „In dieser Lage ist es unmöglich, ein umfassendes KI-Projekt sozusagen nebenher zu bewältigen. Allein aus diesen Gründen bleiben KI-Konzepte, die aus Reports mit vielen beschriebenen Seiten und Präsentationsfolien bestehen, meist in der Schublade liegen“, so Schönfeld.

Eine weitere Hürde stelle zudem die latente Angst vor den KI-Folgen für die eigene Person und den eigenen Arbeitsplatz dar, die vom Topmanagement bis hin zur Sachbearbeiterebene zu finden sei. Die Vermittlung von Know-how zum Thema KI sei deshalb besonders wichtig: „Je besser die Menschen unabhängig von ihrer Position verstehen, wie KI funktioniert, desto mehr Ideen entwickeln sie, wie sie diese Neuerung für sich selbst nutzen können.“

Neben persönlicher Befangenheit bereite auch die Komplexität von KI-Projekten vielen Topmanagern Kopfzerbrechen, wie Schönfeld aus zahlreichen Projektgesprächen weiß. Die Einführung von KI sei wie ein Aufbruch in eine neue Welt und bringe erhebliche organisatorische, personelle, regulatorische und technische Hürden mit sich. „Gerade angesichts der Komplexität ist ein erfahrener Interim Manager als KI-Lotse nützlich, der schon mehrfach durch alle Prozesse bei der KI-Einführung gegangen ist, die für das jeweilige Unternehmen ein Novum darstellen“, erklärt Schönfeld.

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