IBM-Studie KI wird zum Geschäftsmodell – warum 2030 für Unternehmen zur Bewährungsprobe wird

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Bis 2030 soll sich entscheiden, ob Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) als Effizienzwerkzeug oder als Wachstumsmotor begreifen. Eine Studie des IBM Institute for Business Value zeichnet ein klares Bild: Wer KI nicht tief in Strategie, Organisation und Wertschöpfung verankert, riskiere den Anschluss zu verlieren.

Eine IBM-Studie zeigt, wie KI bis 2030 Unternehmen verändert – von Effizienzgewinnen hin zu neuen Geschäftsmodellen und Wachstum.(Bild:  IBM)
Eine IBM-Studie zeigt, wie KI bis 2030 Unternehmen verändert – von Effizienzgewinnen hin zu neuen Geschäftsmodellen und Wachstum.
(Bild: IBM)

Die Studie „The Enterprise in 2030“ basiert auf einer globalen Befragung von Führungskräften und skizziert einen Wendepunkt: Künstliche Intelligenz werde nicht länger als unterstützende Technologie betrachtet, sondern als struktureller Bestandteil des Unternehmens. Knapp 80 Prozent der befragten Entscheider gehen davon aus, dass KI bis 2030 einen signifikanten Beitrag zum Umsatz leisten wird. Gleichzeitig gibt nur etwa ein Viertel an, heute schon klar benennen zu können, woher diese Erlöse konkret stammen sollen. Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Umsetzungsreife ist damit offensichtlich.

Investitionen steigen – der Fokus verschiebt sich

Bis zum Ende des Jahrzehnts rechnen Unternehmen mit einem massiven Anstieg ihrer KI-Investitionen, teils um mehr als 150 Prozent. Auffällig ist dabei die strategische Verschiebung: Standen bislang vor allem Automatisierung und Kostensenkung im Vordergrund, rücken nun Innovation, neue Produkte und veränderte Geschäftsmodelle in den Fokus. KI wird zunehmend als Hebel verstanden, um Wachstum zu finanzieren und nicht nur Effizienz zu optimieren.

Produktivität als Treibstoff für Transformation

Ein zentrales Argument der Studie ist der erwartete Produktivitätsschub durch KI. Viele Führungskräfte rechnen mit deutlichen Effekten im hohen zweistelligen Prozentbereich. Diese Produktivitätsgewinne sollen jedoch nicht primär in Kostendisziplin münden, sondern gezielt in Transformation reinvestiert werden: neue Services, schnellere Markteinführungen und experimentellere Geschäftsansätze. Produktivität wird damit zum Treibstoff für strategische Erneuerung.

„Your kind of AI“ statt Einheitsmodell

Ein wiederkehrendes Motiv der Studie ist die Abkehr von generischen KI-Ansätzen. Wettbewerbsvorteile entstehen demnach dort, wo Unternehmen KI mit eigenen Daten, Prozessen und Domänenwissen verknüpfen. Statt austauschbarer Modelle rücke eine unternehmensspezifische KI-DNS in den Mittelpunkt: Schwer kopierbar, eng verzahnt mit dem Kerngeschäft und strategisch differenzierend.

Mensch und Maschine neu gedacht

Die Studie widerspricht dem Narrativ der vollständigen Automatisierung. KI werde nicht als Ersatz für menschliche Arbeit beschrieben, sondern als Ergänzung. Rollen, Fähigkeiten und Führungsmodelle verändern sich, verschwinden jedoch nicht. Entscheidend werde die Fähigkeit von Führungskräften, KI zu verstehen, zu steuern und in Organisationen zu orchestrieren. Der Engpass liege weniger in der Technologie als in Skills, Governance und Entscheidungsstrukturen.

Blick über KI hinaus

Neben KI adressiert die Studie weitere technologische und organisatorische Einflussfaktoren: von neuen Führungsmodellen über Innovationskultur bis hin zu Quantencomputing als langfristigem Disruptionsfaktor. Diese Themen werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines größeren Transformationskontextes, in dem KI die verbindende Klammer bildet.

„The Enterprise in 2030“ möchte kein klassischer Markt-Forecast sein, sondern eine strategische Standortbestimmung. Die Studie zeige weniger, was technisch möglich sei, sondern wo Unternehmen strukturell stehen und wo sie Gefahr laufen, sich zu überschätzen. Die Botschaft: KI entscheide bis 2030 nicht nur über Effizienz, sondern über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Geschäftsmodelle.

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