Im vergangenen Jahr kosteten unzufriedene und demotivierte Arbeitnehmer die Weltwirtschaft 7,8 Billionen US-Dollar an Produktivitätsverlusten. Im Gegensatz dazu steigerten zufriedene Mitarbeiter die Gewinne der Unternehmen um bis zu 23 Prozent, wie ein Gallup-Bericht zeigt.
Die Autorin: Andrea Hendrickx ist Country Head - Germany, Infosys
(Bild: Infosys)
Firmen sollten laut dem aktuellen Infosys Digital Radar „The next digital frontier" dabei vornehmlich zwei Strategien verfolgen, um das Engagement ihrer Mitarbeiter und damit auch die Mitarbeiterbindung zu verbessern:
Den Aufbau einer datenorientierten Organisation, in der datengesteuerte Prozesse von der Führungsebene bis zu den Mitarbeitern, die mit Kunden interagieren, reichen.
Eine Kultur der verantwortungsbewussten Risikobereitschaft schaffen. Denn weniger risikoscheue Arbeitgeber sind laut Studie schneller dabei, Produkte zu entwickeln, den Gewinn zu steigern und ihre besten Mitarbeiter zu halten.
Für die Studie wurden 2.700 Personen in sieben Regionen und dreizehn Ländern befragt. Ziel war es, die wichtige Rolle von Technologie und Kultur in den momentan schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Zeiten herauszustellen. In einer Zeit, in der viele globale Tech-Giganten ihren Personalbestand reduzieren, um Kosten zu senken und die Auswirkungen von Inflation und hohen Zinsen zu begrenzen, zeigt die Studie, wie technologiebezogene Investitionen Unternehmen helfen können, bessere Resultate zu erzielen.
Mehr Daten, höhere Motivation
Daten richtig und effizient zu nutzen, ist nicht immer einfach – aber es ist auch nicht unmöglich. Die erfolgreichsten der befragten Unternehmen der Studie (fünf Prozent) nutzen Daten-Dashboards, saubere und sichere Daten sowie transparente Berichterstattungsprozesse, um in ihrem Business erfolgreich zu sein. Diese Unternehmen erhöhen die Mitarbeiterbindung um bis zu sieben Prozentpunkte. Die Experten der Studie stellen fest: Mitarbeiter, die sehen, dass ihre Führungskräfte sich ernsthaft mit Daten befassen, sind eher bereit, diese in ihrer täglichen Arbeit selbst zu nutzen. Außerdem erhalten sie dadurch eine höhere Autonomie. Denn laut Arianna Huffington ist ein autonomer Mitarbeiter auch begeisterungsfähiger und fühlt sich weniger als Rädchen im sprichwörtlichen Getriebe.
Der Weg zu einer risikoreicheren Kultur
Eine Kultur der verantwortungsvollen Risikobereitschaft funktioniert. Auf die Frage nach den wichtigsten Faktoren für die Verbesserung der digitalen Erfahrung der Mitarbeiter (die direkt mit der Markenwahrnehmung und der Mitarbeiterbindung korreliert), hatten fünf der sechs wichtigsten Antworten mit einer vielfältigen Führung zu tun, die auf der Grundlage transparenter Daten schnelle, inspirierende Entscheidungen trifft. Eine starke Führung inspiriert die mittlere Führungsebene und Mitarbeiter dazu, ihr Bestes zu geben. Zudem ermöglichen frische Daten und Analysen einen von den Mitarbeitern getragenen Wandel und geben ihnen mehr Mitspracherecht bei der Steuerung des Unternehmens in die richtige Richtung.
Andere Studien zeigen die Auswirkungen der Einbeziehung der Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess. Eine dieser Studien ergab, dass Mitarbeiter effizienter und produktiver sind, wenn die Unternehmenskultur von einem ausgeprägten Sinn für Aufgaben und Ziele bestimmt wird. Die Mitarbeiter bekommen dann das Gefühl, dass sie zu bestimmten Ergebnissen beitragen, die sich positiv auf die Kunden auswirken. Die Infosys-Studie liefert dafür gute Belege. Organisationen, die einer ergebnisorientierten Unternehmenskultur den Vorzug geben, das heißt, einer Kultur, in der Dienstleistungen und Produkte einen langfristigen Wert für Kunden und Partner darstellen, haben eine um neun Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, Mitarbeiter an sich zu binden.
Digitale Reibungsverluste vermeiden
Die Studie belegt, dass die Identifizierung und Beseitigung von Reibungen zwischen Mitarbeitern und Unternehmen das Engagement der Mitarbeiter um bis zu zwölf Prozentpunkte verbessert. Die Ursachen digitaler Reibung sind die menschliche Erfahrung über zu viele zur Auswahl stehende Plattformen, was sehr aufschlussreich in der heutigen hybriden Arbeitsumgebung ist. Aber auch mangelnde digitale Zugänglichkeit, unzureichende IT-Unterstützung und Bildschirm-Müdigkeit zählen dazu.
Unternehmen sollten nicht nur mit besseren Daten und einer höheren Risikobereitschaft führen, um Mitarbeiter zu motivieren und zu binden. Sie sollten auch ihre Organisationsstruktur grundlegend ändern, um sie agiler und produktorientierter zu machen. Konkret bedeutet das, dass die Teams sich auf Produkte und nicht auf Prozesse oder Funktionen konzentrieren. Allerdings hat nur ein Zehntel der in der Studie untersuchten Unternehmen diese Art von agilem Kultur- und Betriebsmodell aufgebaut, um voranzukommen. Diejenigen, die das bereits realisiert haben, können beständige Produktteams aufbauen, die motivierter und kreativer sind und deren Mitarbeiter sich über die Anforderungen der Kunden hinaus engagieren.
Voranschreiten
Natürlich ist dieses Maß an Hingabe und Motivation nur in einigen Unternehmen zu beobachten. Laut Challenger, Gray & Christmas, einer Outplacement-Firma, haben fast vier von fünf Unternehmen Probleme mit der Motivation.
„Wellness, Bürostipendien und mehr „Work-Life-Harmonie“, wie Jeff Bezos es ausdrückt, sind zwar notwendig, aber nicht ausreichend. Die Studie plädiert dafür, die Nutzung von Technologie in einem hybriden, dezentralen Arbeitsumfeld genauer zu untersuchen und den Mitarbeitern die Werkzeuge sowie die Organisationskultur und -struktur an die Hand zu geben, um Technologie effektiv zu nutzen. Eine leichtere Datennutzung und eine verantwortungsvolle Risikobereitschaft sind ein Mittel zu diesem Zweck. Führungskräfte sollten jetzt mit dieser Metamorphose beginnen, klein anfangen und riskante, datengesteuerte Sprünge in die Zukunft wagen.
Stand: 08.12.2025
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Methodik:
Das Infosys Knowledge Institute führte eine anonyme Online-Umfrage unter 2.700 Führungskräften aus verschiedenen Branchen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien, Neuseeland, China und Indien durch. Um zusätzliche, qualitative Erkenntnisse zu gewinnen, befragten die Forscher Fachexperten und Unternehmensleiter. Mithilfe linearer Regressionen wurde dann analysiert, welche Technologien und Geschäftspraktiken mit Gewinn- und Umsatzwachstum korrelieren.