Gartner hat Hyperautomatisierung als den wichtigsten strategischen Trend für 2022 identifiziert, während Deloitte die Technologie als „die nächste Hürde für Unternehmen weltweit“ bezeichnet. Das überrascht nicht. In den dynamischen Arbeitsumgebungen von heute hat Hyperautomatisierung das Potenzial, die Arbeitsweise von Unternehmen radikal zu verändern.
Der Autor: Kai Schwab ist Regional Sales Director für DACH bei Crosser
(Bild: Crosser)
Laut Gartner wird Hyperautomatisierung – das Automatisieren so vieler Geschäftsprozesse wie möglich – Unternehmen helfen, ihre Betriebskosten bis 2024 um 30 Prozent zu senken. Dazu gehört der orchestrierte Einsatz unterschiedlicher Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), RPA, maschinelles Lernen (ML) sowie Low-Code-Plattformen. Gartner ist überzeugt, dass diese Kombination die erforderliche Leistungsfähigkeit und Flexibilität bietet, um auch Prozesse zu automatisieren, die sich bisher nicht automatisieren ließen.
Fabrizio Biscotti, Research Vice President bei Gartner, bestätigt: „Hyperautomatisierung hat sich von einer Option zu einer Voraussetzung für das Überleben entwickelt. Unternehmen werden mehr IT und mehr automatisierte Geschäftsprozesse benötigen, da sie sich in der Post-COVID-19-Welt von heute gezwungen sehen, ihre Pläne für die digitale Transformation zu beschleunigen.“
Durch das Automatisieren so vieler Prozesse wie möglich können Unternehmen die Vorteile höherer Produktivität nutzen, die steigende Nachfrage ihrer Produkten zu befriedigen, IT-Teams helfen, mit einer zunehmenden Anzahl von Projekten Schritt zu halten und die bessere Einhaltung von Regelwerken gewährleisten, da Automatisierung mehr Konsistenz bietet und die Gefahr menschlicher Fehler minimiert.
Mit Hyperautomatisierung können Unternehmen unnötige Schritte in einer Aufgabe eliminieren und die verbleibenden Schritte automatisieren. Das Ergebnis sind optimierte Geschäftsprozesse, welche die Notwendigkeit von menschlichen Eingriffen reduzieren, die Effizienz steigern und Kosten sparen.
Hyperautomatisierung in Deutschland
Obwohl Hyperautomatisierung als entscheidend wichtig für das Überleben angesehen wird, hat dieser Ansatz in Regionen wie Deutschland, dem Geburtsort der vierten industriellen Revolution, nur langsam begonnen, Fuß zu fassen.
Im Maschinenbausektor ist Deutschland dagegen stark vertreten, wobei Siemens, die ThyssenKrupp AG und auch der globale Marktführer im Bereich Process Mining aus Deutschland stammen. Deutschland hat darüber hinaus die am stärksten automatisierte Wirtschaft in Europa – zumindest was den Einsatz von Industrierobotern betrifft.
Die zögernde Akzeptanz der Hyperautomatisierung ist größtenteils auf eine Kultur von „trial and error“ zurückzuführen. Im Gegensatz zu technologischen Früheinsteigern wie den USA – einem der wichtigsten Akteure in den Bereichen KI und Cloud-Technologie – nimmt sich Deutschland mehr Zeit bei der Einführung neuer Praktiken und Technologien.
In Deutschland lag der Fokus viele Jahre lang auf Hardware und nicht auf Software. Aber das hat sich geändert. Fast alle deutschen Ingenieurunternehmen verfügen heute neben ihren Maschinen über Software und Industrie-4.0-Funktionalität, sodass die Grundlage für Hyperautomatisierung gegeben ist. Es geht also nicht darum, ob Deutschland die Hyper-automatisierung akzeptieren wird, sondern wann das geschehen wird.
Der Stellenwert des Menschen
Es bestehen Befürchtungen, dass Automatisierung letztlich alle menschlichen Arbeitsplätze ersetzen wird. Unternehmen sollten Hyperautomatisierung jedoch dazu einsetzen, ihren Mitarbeitern zu helfen.
Die Welt hat sich in den vergangenen zwei Jahren stark verändert und damit auch die Art und Weise, wie Unternehmen geführt werden und wie Menschen arbeiten. Dieser Wandel hat für Unternehmen zahlreiche Herausforderungen mit sich gebracht, darunter einen stärkeren globalen Wettbewerb, beschleunigte technologische Innovationen und einen Mangel an digitaler Kompetenz innerhalb der Belegschaft.
Verständlicherweise kann der Versuch, alle Prozesse in einer Anlage zu automatisieren, überwältigend erscheinen, sodass Unternehmen ein solches Projekt nur zögernd angehen werden. Um diesen vorsichtigen Ansatz zu ändern, sollten Unternehmen ihren Fokus auf Technologie reduzieren und stattdessen den Menschen ins Rampenlicht rücken.
In der Welt von heute müssen Arbeitskräfte befähigt und unterstützt werden. Die Pandemie hat einen weltweiten Wandel in der Arbeitsweise von Menschen ausgelöst. Es wird heute mehr Arbeit als je zuvor im Homeoffice erledigt und dieser Trend wird nur weiter zunehmen. Eine Untersuchung von OwlLabs, in der 2.000 führende Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien befragt wurden, hat ergeben, dass 89 Prozent nach der Pandemie mit hybriden Arbeitsmodellen rechnen.
Stand: 08.12.2025
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So wird die Produktivität nicht nur beibehalten, sondern sogar verbessert. Einfache, repetitive Aufgaben können von einem automatisierten System ausgeführt werden, das Fehler und Ungenauigkeiten reduziert. Das Ziel der Hyperautomatisierung ist, unnötige menschliche Eingriffe zu vermeiden. Dies geschieht durch das Automatisieren der größtmöglichen Anzahl von Prozessen, sodass menschliche Eingriffe nur noch dann erfolgen, wenn es absolut erforderlich ist. Auf diese Weise wird das Arbeitserlebnis optimiert, da Mitarbeiter sich im Homeoffice auf komplexe und wichtige Aufgaben konzentrieren können, während routinemäßige Prozesse autonom abgewickelt werden.
Die Vorteile von Low Code
Die Notwendigkeit von Hyperautomatisierung wird noch dringender, wenn man die IT-Kompetenzlücke betrachtet, die in den vergangenen sechs Jahren um 150 Prozent gewachsen ist. Das ist weltweit ein Problem in vielen Branchen, da Unternehmen nicht über die IT-Kompetenzen verfügen, die sie zum Erreichen ihrer Geschäftsziele benötigen. Darüber hinaus wird die Kompetenzlücke wahrscheinlich weiter wachsen, wie eine Studie von McKinsey zeigt, in der 87 Prozent von Unternehmen weltweit angaben, dass sie bereits jetzt eine Kompetenzlücke haben oder diese innerhalb weniger Jahre erwarten.
Die Technologie entwickelt sich mit einem so rasanten Tempo weiter, dass selbst IT-Profis Schwierigkeiten haben, mit dem Wissen Schritt zu halten, das für neue Technologien erforderlich ist. Gleichzeitig hat sich der Arbeitsaufwand für IT-Abteilungen deutlich erhöht. So stellte der Connectivity Benchmark Report 2021 von MuleSoft fest, dass die Anzahl der Projekte, die IT-Teams durchführen müssen, seit 2017 jedes Jahr um mindestens 30 Prozent angestiegen sind. Als Folge waren im vergangenen Jahr weniger als vier von zehn IT-Teams in der Lage, allen ihren Projektverpflichtungen im Unternehmen nachzukommen.
Wie kann Hyperautomatisierung also dazu beitragen, diese Herausforderungen zu bewältigen? Eine effektive Methode ist die Integration einer multifunktionalen Plattform, die Workflows von der Fertigungshalle bis hin zur Führungsetage autonom ausführen kann. Eine Hyperautomatisierungsplattform muss in der Lage sein, Geräte unterschiedlichen Alters sowie verschiedene Vernetzungsebenen in einer Anlage miteinander zu verbinden. Dazu gehört auch die Fähigkeit, verschiedene Datentypen zu integrieren, darunter Legacy-Systeme, Cloud-Anwendungen sowie Maschinen- und IoT-Daten. Wir sind fest davon überzeugt, dass Organisationen ihre Digitalisierung erst dann signifikant beschleunigen werden, wenn sie die Implementierung der Prozessautomatisierung in die Hände von „normalen“ Anwendern geben.
Fazit
Auf den ersten Blick mag es überwältigend erscheinen, alles zu automatisieren, aber das wird die betriebliche Effizienz verbessern und Kosten sparen. Wenn wir die Zukunft der Arbeitswelt betrachten, wird Hyperautomatisierung der Schlüssel zur Unterstützung von Homeoffice-Arbeitern sein. Mit einer Low-Code-Plattform können Unternehmen ihre Hyperautomatisierung beschleunigen, indem sie auch Mitarbeiter befähigen, die wenig oder keine Programmierkenntnisse haben. Hyperautomatisierung wird mehr als nur ein strategischer Trend sein. Sie wird sich in den veränderlichen Arbeitsumgebungen von heute als entscheidend für den Geschäftserfolg erweisen.