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Umfrage des TDWI Hierhin geht die betriebliche Planung in Unternehmen

| Autor / Redakteur: Immo Gehde / Nico Litzel

Wie entwickelt sich die betriebliche Planung in Unternehmen? Wie und in welchen Abständen planen sie, um ihr Geschäft vorzubereiten? Was sind die Zukunftsthemen? Das verrät eine Studie des TDWI. Sie zeigt: Es gibt einen Trend hin zur Standard-IT-Lösung, jedoch Zurückhaltung bei der Public Cloud.

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Der TDWI Germany e. V. hat die Studie „Betriebliche Planung in Zeiten der digitalen Transformation 2016“ gemeinsam mit Microsoft und der Bissantz & Company erstellt.
Der TDWI Germany e. V. hat die Studie „Betriebliche Planung in Zeiten der digitalen Transformation 2016“ gemeinsam mit Microsoft und der Bissantz & Company erstellt.
(Bild: TDWI e. V.)

161 Teilnehmer aus zahlreichen Branchen haben sich an der Studie „Betriebliche Planung in Zeiten der digitalen Transformation 2016“ beteiligt, die der TDWI Germany e. V. im Frühjahr 2016 gemeinsam mit Microsoft und der Bissantz & Company GmbH durchgeführt hat. Zu den Teilnehmern zählen BI-Experten, Projekt- und Teamleiter, Abteilungs- und Bereichsleiter sowie Mitglieder der Geschäftsführung und des oberen Managements. Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, wo die betriebliche Planung in deutschen Unternehmen steht und wohin sie sich entwickelt.

Stellenwert und Planungsintervalle

Insgesamt nimmt die betriebliche Planung bei den Befragten einen hohen Stellenwert ein. Allerdings gibt es Unterschiede in Abhängigkeit von Hierarchieebene und Funktion: Während das Top-Management die Bedeutung der Planung als hoch bis sehr hoch (85 Prozent) einschätzt, kommen nur noch 69 Prozent der Befragten aus den Fachabteilungen auf diesen Wert. Die geringste Bedeutung hat Planung für den IT-Bereich.

Betrachtet man die Häufigkeit der Planungsrunden, zeigt sich: Kleinere Unternehmen (bis 100 Mitarbeiter) arbeiten meist mit einer Monatsplanung, mittlere Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern planen am häufigsten quartalsweise, während große Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern in der Regel den Jahresrhythmus vorziehen. Längere Planungsintervalle bei großen Unternehmen sind vermutlich dem Aufwand geschuldet, denn mit wachsender Unternehmensgröße steigt auch der Abstimmungsbedarf überproportional.

88 Prozent halten Kommentierungsfunktion für wichtig

Bei der Steuerung des Planungsprozesses sehen viele Befragte die persönliche Kommunikation als Erfolgsfaktor. 65 Prozent der Befragten nutzen Planungsmeetings und Workshops, 62 Prozent E-Mails, etwas mehr als die Hälfte setzt zudem auf direkte, verbale Information. Umfassende Workflow-Steuerung als Instrument, um die digitale Zusammenarbeit zu unterstützen, nutzen hingegen bisher nur 36 Prozent. Das könnte sich ändern, denn über die Hälfte der Befragten will künftig Steuerungstools häufiger oder sogar intensiv nutzen. Zudem halten 88 Prozent der Befragten für die Zusammenarbeit eine Option, Plandaten kommentieren zu können, für wichtig oder sogar sehr wichtig. Die aktive Nutzung ist jedoch noch steigerungsfähig: Nur 60 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass die Planung in ihrem Unternehmen auch tatsächlich kommentiert wird.

Zukunftsthemen und Zentralisierung

Für die Zukunft messen die Befragten Hochrechnungen, Prognosen sowie aufwendigen Simulationen wachsende Bedeutung bei - auch wenn diese Innovationsthemen noch keine gängige Praxis sind. Noch wichtiger ist allerdings die Einbindung von Ist-Daten in die laufende Planung, die 75 Prozent als wichtig oder sehr wichtig einschätzen. Auch die Bedeutung externer Daten – Markt, Wettbewerb, Demografie und ähnliche – und deren Integration in die Planung wächst. Ein weiterer Aspekt: die Anpassbarkeit von Planungssystemen, um unternehmensspezifische Gegebenheiten widerspiegeln zu können. 50 Prozent der Teilnehmer haben ihre Planungssysteme bereits an ihre Anforderungen angepasst. Wurden bisweilen für unterschiedliche Anforderungen auch schon mal verschiedenen Planungsanwendungen verwendet, zeichnet sich verstärkt der Wunsch nach Zentralisierung und Konsolidierung der Planung in einer Standardanwendung ab.

Fazit und Ausblick

Insgesamt steigt der Stellenwert der Planung mit zunehmender Hierarchiestufe. In den IT-Abteilungen scheint noch Überzeugungsarbeit notwendig zu sein, um Verständnis für die Bedeutung und den Einsatz von Planungssystemen zu schaffen. Innovative Planungsfunktionalitäten wie Prognose und aufwendige Simulation gewinnen an Bedeutung. Planungslösungen müssen eine Brücke zwischen kundenindividuellen Anpassungsmöglichkeiten und dem Streben nach Standardisierung schlagen. Unter Architekturgesichtspunkten kann man künftig eine Zentralisierung erwarten, allerdings auf lokalen Rechnern im Unternehmen und erst in Ansätzen in einer Public Cloud.

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