IBM hat kürzlich mit IBM Concert eine umfassende Verwaltungs- und Automationslösung für seine Watsonx-Produktfamilie vorgestellt. Mehrere Kunden verwenden Watsonx bereits erfolgreich. Big Blue detaillierte seine Pläne für erweiterte Beratungsdienstleistungen, zudem will es den Anbieter HashiCorp übernehmen.
Überblick über das Produktportfolio IBMs im Bereich KI. Unten links ist das Feld rot eingefärbt, um anzuzeigen, dass dort die IBM-Tochter Red Hat ins Spiel kommt, um Hybrid-Cloud-Modelle zu ermöglichen.
(Bild: IBM)
IT-Automatisierung wird zur geschäftskritischen Notwendigkeit, sie muss Mehrwerte erzeugen. Das adressiert IBM mit einem umfassenden Produktportfolio, das es IT-Verantwortlichen erlauben soll, ihre zunehmend komplexeren IT-Umgebungen zu verwalten. Zum Beispiel liefern die Softwareprodukte von Apptio datenbasierte Einblicke für fundierte Technologie-Investitionsentscheidungen und ihre Auswirkungen auf den Geschäftserfolg.
Das Tool Instana kontextualisiert Monitoring- und Tracing-Daten in Echtzeit und macht automatisierte Observability für jeden zugänglich. Das Tool Turbonomic soll dabei helfen, die Leistung und Kosten von IT-Infrastruktur zu optimieren, einschließlich öffentlicher, privater und hybrider Cloud-Umgebungen. Um diese Produkte zu ergänzen, gab IBM kürzlich die Absicht bekannt, HashiCorp zu übernehmen.
Bildergalerie
Auf der Tech-Konferenz „Think 2024“ wurde kürzlich „IBM Concert“ vorgestellt. Das neue Tool erweitert das Produktportfolio von IBM im Bereich der IT-Automatisierung und seit dem 14. Juni verfügbar. Es basiert auf der KI-Plattform „IBM watsonx“ und soll Anwendungsverantwortlichen eine umfassende, strategische 360-Grad-Sicht auf ihre Anwendungen sowie deren Lifecycle-Management ermöglichen.
IBM Concert integriert sich in bestehende Systeme und kann Abhängigkeiten, Risiken und Compliance-Aspekte aus allen relevanten Perspektiven und Datenquellen aufdecken. Es macht auf reale oder drohende Probleme aufmerksam, schlägt konkrete Handlungsempfehlungen vor, reduziert den Verwaltungsaufwand und wird so zur „Single Source of Truth“.
Concert soll ab Verfügbarkeit zunächst Einblicke in Probleme bieten, die im Zusammenhang mit der Verwaltung von Anwendungsrisiken und Compliance auftreten können, weitere Anwendungsfälle werden folgen. Auffällt dabei die Abwesenheit von Governance-Funktionen in IBM Concert. Diese Aufgabe fällt nämlich dem entsprechenden Watsonx-Modul „watsonx.governance“ zu.
Kooperation mit AWS und Azure
Fast alle öffentlich zugänglichen Daten sind inzwischen in Foundation Models (FMs) dargestellt, aber nur ein Prozent der Unternehmensdaten. Diese Daten sind schwieriger zu verarbeiten, weil sie auf verschiedene Datenspeicher wie öffentliche und private Clouds sowie On-Premises-Datenzentren verteilt sind. Sie sind jedoch die Grundlage für den Einsatz von Generativer KI in der Praxis.
Die IBM-Lösung InstructLab soll sie zugänglich und in Foundation-Modellen nutzbar machen. Mit InstructLab können Entwickler spezifische Modelle für ihre Geschäftsbereiche oder Branchen zielgerichtet und ressourcenschonend mit eigenen Daten erstellen. Die Methodik soll eine kontinuierliche Entwicklung von Basismodellen durch ständige inkrementelle Beiträge ermöglichen, ähnlich wie die Softwareentwicklung seit Jahrzehnten im Open-Source-Umfeld funktioniert. So werde es möglich, Entwicklungszyklen von Monaten auf Wochen zu reduzieren. IBM will sowohl seine Basismodelle als auch InstructLab unter Open Source auf Basis der Apache-2-Lizenz zur Verfügung stellen.
IBM versetze Kunden damit in die Lage, mit Generativer KI echte Wertschöpfung zu erzielen. Dafür braucht es Transparenz und Verlässlichkeit durch Entwicklung und Training auf kuratierten Daten, umfangreiche Haftung für die IBM-Modelle, führende AI Governance, aber auch Flexibilität bezüglich Multi-Cloud und on-premises: Die KI muss dahin, wo die Daten sind – das föderative Prinzip, das IBM seit Jahren umsetzt. Dafür wurden u. a. die Zusammenarbeit mit AWS angekündigt, um Amazon SageMaker und watsonx.governance auf AWS zusammenzubringen (ab sofort verfügbar). Auch wurde die Unterstützung für die KI- und Datenplattform watsonx auf Microsoft Azure bekannt gegeben.
Ausbau des KI-Beratungsangebots und des Ökosystems von IBM Consulting
Das IBM-Ökosystem entwickle sich „mit hoher Geschwindigkeit“. Es sei heute möglich, buchstäblich das Wissen der Welt mit Einblicken in Unternehmensdaten zu verbinden und über Produkte zu verarbeiten. Da diese immer zahlreicher werden, sei Orchestrierung ein zentrales Thema. Strategische Partnerschaften sind dabei unerlässlich, denn Kunden müssen dort abgeholt werden, wo sie sind. IBM kooperiere deshalb mit allen Hyperscalern, mit Frontend-Anbietern wie Salesforce, SAP, Meta oder Palo Alto im Security-Bereich, der stark wächst. Bei Business-Applikationen werden SAP, Adobe und Salesforce genannt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Zu den großen Herausforderungen für Unternehmen zählt es laut IBM, das eigene Wissen angesichts der rasanten Entwicklung permanent aktuell zu halten: Generative KI betrifft heute jeden Geschäftsprozess, jedenfalls im Idealfall. Ihre Wirkmacht ist damit enorm, denn sie kann jeden Prozess optimieren. Workloads verschieben sich aktuell in Richtung generativer KI. Damit wird Arbeit auch wieder „lokaler”. Die Effizienzgewinne können im Land erzielt werden, Arbeit muss dazu nicht immer zwingend international ausgelagert werden.
Während Generative KI zunächst auf bestehende Prozesse aufgesetzt wurde, gilt nun zunehmend „AI first”: Das gesamte Design von Geschäftsprozessen wird von Anfang an so angelegt, dass Generative KI eingesetzt werden kann. Das Consulting-Angebot von Big Blue sei dementsprechend erweitert worden. Dazu gehören Services Digital Product Engineering, AI@Scale, Fachwissen in Branche und Domäne sowie „Consulting as Code“ mit dem Programm „IBM Consulting Advantage & Assets“.
Besonders hebt IBM die Prozessoptimierung (BPO) mit Generativer KI hervor. Die Einsatzgebiete sind AI for Admin, AI for Service und AI for Code. Vier Ämter auf Vorstandsebene sollen davon profitieren. AI for Code bedeutet auch die Umwandlung von altem Cobol-Code in Java, was zahlreiche Mainframe-Anwendungen betreffen dürfte, die noch heute in Banken ihre Arbeit verrichten.
In der Realität angekommen
Eine aktuelle Studie des IBM Institute for Business Value (IBV) zeigt den Stand der Markteinführung. 77 Prozent der Befragten Entscheider sind der Überzeugung, dass Generative KI marktreif ist – im Vorjahr waren es nur 36 Prozent. 62 Prozent stimmten der Aussage zu, Generative KI sei kein Hype, sondern Realität (Vorjahr: 33 Prozent). Dazu passt, dass der durchschnittliche ROI von KI-Projekten 31 Prozent beträgt – im Vergleich zu lediglich 13 Prozent im Jahr 2022.
Unternehmen experimentierten zunächst mit generativen KI-Implementierungen und sammelten in unkritischen Bereichen Erfahrungen. Aktuell verschiebe sich der Fokus auf die Suche nach Anwendungsfällen in zentralen Geschäftsbereichen, wo der ROI weiter steigen werde.
Praxisbeispiele
EDEKA Rhein-Ruhr hat sich für die Nutzung der KI-Plattform watsonx von IBM entschieden, um das Einkaufserlebnis zu verbessern. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde die Support-Hotline für technische Anfragen optimiert. Es umfasste die Erstellung einer Wissensdatenbank, das Training eines Sprachmodells für Benutzeranfragen und die Entwicklung einer benutzerfreundlichen Anwendung für die Sucheingabe und Anzeige von Antworten. Das Ergebnis war eine drastische Reduzierung der Zeit für die Problemlösung, was eine messbare Verbesserung für Support-Mitarbeiter und Händler darstellt.
Die Watsonx-Plattform bietet Vorteile wie einen Single-Point-of-Entry, aktuelle und getestete Tools und kuratierte Large Language Models (LLM). Lösungen können innerhalb der Plattform angepasst und optimiert werden.
Mit den Fähigkeiten von Watsonx wurden weitere praxistaugliche Lösungen entwickelt:
Das Oberlandesgericht Stuttgart ((https://de.newsroom.ibm.com/KI-in-der-Justiz)) klassifiziert Fallakten und beschleunigt so die Erzeugung von Entscheidungsgrundlagen für Richter.
Die Anwälte Burger & Partner (Österreich) setzen eine von IBM und ABP entwickelte Branchenlösung für das Patentmanagement ein.
Das Jugendamt des Landratsamts Augsburg erzielte eine Verbesserung von bis zu 91 Prozent bei der Zeit, die benötigt wird, um Fallinformationen zusammenzustellen.