Studie offenbart das Fehlen klarer Verantwortlichkeiten Fragmentierte Datenprozesse bringen deutsche Firmen ins Hintertreffen

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Wie eine Studie der KI-Analyseplattform Alteryx feststellt, sind dezentrale Daten und Prozesse in deutschen Unternehmen weitverbreitet. Dadurch sind die Firmen nicht in der Lage, das wahre Potenzial ihrer Daten zu nutzen. Es besteht die Gefahr, von den Mitbewerbern abgehängt zu werden.

Das volle Potenzial der Datenanalyse kann ohne zentralisierte Strategie und Befehlskette nicht erschlossen werden.(Bild:  © Harsha – stock.adobe.com)
Das volle Potenzial der Datenanalyse kann ohne zentralisierte Strategie und Befehlskette nicht erschlossen werden.
(Bild: © Harsha – stock.adobe.com)

Die für die Studie „The Data Stack Evolution: Legacy Challenges and AI Opportunities“ durchgeführte Umfrage unter 200 IT-Entscheidungsträgern in Deutschland ergab, dass fast die Hälfte der Daten- und IT-Teams (46 %) nur geringfügige Überschneidungen in ihrer Arbeit hat. Ein Zehntel (10 %) gab sogar zu, dass es keinerlei Zusammenarbeit zwischen diesen Teams gibt. Das kann den Austausch von Daten und Wissen maßgeblich behindern und so die Entwicklung neuer Anwendungsfälle für die Datenanalyse blockieren.

Die Studie zeigt, dass sich dieser Mangel an Abstimmung zwischen Daten- und IT-Teams darauf auswirkt, wie andere Geschäftsbereiche mit Daten arbeiten. Viele IT-Führungskräfte geben an, dass Daten in der Abteilung verbleiben, in der sie generiert wurden (49 %), und dass jede Unternehmensabteilung für die Verwaltung ihrer Daten selbst verantwortlich ist (39 %).

Ein Teil des Problems besteht darin, dass es wenig Einigkeit darüber gibt, wo die Verantwortung für Datenprozesse liegt. So ergab die Befragung beispielsweise, dass das Datenqualitätsmanagement eher in den Zuständigkeitsbereich des IT-Teams (59 %) fallen sollte. Dagegen sehen 58 Prozent der Befragten die Verwaltung und Verarbeitung großer Datensätze und Datenbanken als Aufgabe des Daten-Teams an.

Das Fehlen klarer Verantwortlichkeiten führt auch zu einem Mangel an Datenkultur. Nur etwa ein Viertel (26 %) der IT-Entscheidungsträger gab an, dass sie der Datenkonsistenz über verschiedene Quellen hinweg Priorität einräumen, um qualitativ hochwertige, aussagekräftige Daten zu gewährleisten. Darüber hinaus gibt es nur in 22 Prozent der deutschen Unternehmen Governance-Richtlinien und -Strategien, die die Verteilung von Daten regeln, was auf mangelnde Datendemokratisierung hindeutet.

Alan Jacobson, Chief Data and Analytics Officer bei Alteryx, sagt: „Das volle Potenzial der Datenanalyse kann ohne eine zentralisierte Strategie und Befehlskette nicht erschlossen werden. Unternehmen, die sich bei IT-Projekten immer noch auf fragmentierte Abläufe und reaktive Analysen verlassen, laufen Gefahr, von ihren Mitbewerbern abgehängt zu werden. Die Möglichkeit, echte Veränderungen voranzutreiben, ist einfach nicht gegeben. Die Ausrichtung der Datenwissenschaft an der allgemeinen Unternehmensstrategie und die Einbettung einer Datenkultur in die gesamte Organisation ermöglicht die Lösung von Herausforderungen in mehreren Bereichen durch gemeinsame Datensätze und Erkenntnisse. Mit diesem Ansatz erreichen Organisationen die analytische Reife, die sie benötigen, um innovative und zukunftsweisende Anwendungsfälle zu erschließen.“

Über die Studie

Die Umfrage für die Studie „The Data Stack Evolution: Legacy Challenges and AI Opportunities“ wurde von Coleman Parkes von November 2023 bis Januar 2024 durchgeführt und richtete sich an 3.100 IT-Entscheidungsträger in Unternehmen aus Schlüsselsektoren in den Regionen Nord- und Südamerika, EMEA und APJ. Die Befragten arbeiteten im Finanzdienstleistungssektor, im öffentlichen Dienst, in der Industrie und im Technologiebereich in Unternehmen mit einem weltweiten Umsatz zwischen 50 Mio. und über zehn Mrd. US-Dollar. Die kleinsten Unternehmen beschäftigten zwischen 500 und 1.000 Mitarbeitende, die größten mehr als 10.000.

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