Forrester veröffentlicht Budget-Guides 2026 Forrester warnt vor KI-Investitionen ohne Substanz

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Die Budgetplanung für 2026 steht im Zeichen wirtschaftlicher Unsicherheit. Forrester ruft Unternehmen dazu auf, vorsichtiger zu agieren, gezielter zu investieren und technologische Experimente zu wagen – insbesondere im Umgang mit KI, Datenarchitektur und Cyberrisiken.

Sharyn Leaver, Chief Research Officer bei Forrester, betont, dass konservative Budgets ein sinnvoller Ausgangspunkt seien – doch jetzt sei nicht die Zeit zum Abwarten. Führungskräfte müssten mit Kürzungen ebenso rechnen wie mit plötzlichen Investitionschancen.(Bild:  Forrester)
Sharyn Leaver, Chief Research Officer bei Forrester, betont, dass konservative Budgets ein sinnvoller Ausgangspunkt seien – doch jetzt sei nicht die Zeit zum Abwarten. Führungskräfte müssten mit Kürzungen ebenso rechnen wie mit plötzlichen Investitionschancen.
(Bild: Forrester)

Die Forrester Budget Planning Guides 2026 liefern datengestützte Handlungsempfehlungen für Technologieverantwortliche in Unternehmen.

Laut Analyse erwarten 86 Prozent der Befragten zwar höhere Budgets als im Vorjahr, doch angesichts globaler Unsicherheiten wie Handelskonflikten, geopolitischen Spannungen und Cyberbedrohungen betont Forrester die Notwendigkeit von Szenarioplanung.

Führungskräfte sollten sich sowohl auf Kürzungen als auch auf unerwartete Investitionschancen vorbereiten.

Agentische KI testen – aber kontrolliert

Forrester empfiehlt, mit agentischer KI zunächst auf Applikationsebene zu experimentieren. Einsatzbereiche seien etwa analytische oder rein lesende Aufgaben, um regulatorische Risiken zu minimieren. Erst danach solle die Automatisierung auf mehrere Geschäftsanwendungen ausgedehnt werden.

Neue Protokolle wie das Model Context Protocol (MCP), das A2A Protocol oder das Agent Communication Protocol (ACP) könnten dabei helfen, Interaktionen über Systemgrenzen hinweg zu koordinieren.

KI-Strategien erfordern klare Dateninfrastruktur

Technologieentscheider sollen KI nicht isoliert betrachten. Der Nutzen steige mit der Qualität und Struktur der zugrunde liegenden Daten. Statt auf Marktreife zu warten, rät Forrester dazu, herstellerintegrierte Orchestrierungstools für KI-Agenten zu testen.

Parallel sollten offene Standards pilotiert und die Datenarchitektur modernisiert werden – inklusive Zugriff in Echtzeit.

Cloud-Strategien neu denken

Ein abrückender Trend vom Cloud-First-Prinzip deute sich an. Neue regulatorische Vorgaben, Kostenfragen und technische Schulden sollen dazu führen, dass Unternehmen laut Forrester wieder verstärkt auf hybride Modelle oder On-premises-Infrastrukturen setzen.

Besonders bei KI-Anwendungen, die auf vertraulichen Daten beruhen, könne ein selektiver Einsatz von Cloudressourcen Vorteile bieten.

Deepfakes und Quantenrisiken im Blick

Im Sicherheitsbereich nennt Forrester zwei Schwerpunkte: Die Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptografie und der Umgang mit Deepfakes. Letztere seien inzwischen technisch kaum noch von echtem Material zu unterscheiden.

Für Forrester steht fest: Herkömmliche Methoden greifen nicht mehr. Unternehmen sollen auf Lösungen setzen, die mehrere Signale in Echtzeit auswerten. Gleichzeitig müsse mit der Krypto-Migration begonnen werden – orientiert an Zeitplänen wie denen des NIST.

Investitionen priorisieren, technische Schulden abbauen

Budgetverantwortliche sollen laut Forrester nicht nur investieren, sondern auch entschlossen alte Technologien abschalten. Legacy-Infrastrukturen binden Mittel, erhöhen Risiken und blockieren moderne Ansätze.

Forrester spricht von einem „bankrotten“ Status technischer Schulden, der bewusst adressiert werden müsse, um Ressourcen für adaptive Systeme freizumachen.

„Konservative Budgeterwartungen sind zwar ein guter Ausgangspunkt für 2026, aber jetzt ist nicht die Zeit, sich zurückzulehnen“, sagt Sharyn Leaver, Chief Research Officer bei Forrester. Ein Ende der aktuellen Volatilität sei nicht in Sicht, daher sollten Führungskräfte „sowohl auf aggressivere Kürzungen als auch auf unerwartete Investitionsmöglichkeiten vorbereitet sein“.

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