Studie von ABBYY belegt Vertrauensvorschuss FOMO treibt KI-Einführung voran

Von Martin Hensel 2 min Lesedauer

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Die Angst, etwas zu verpassen („Fear of Missing Out“, FOMO), ist laut einer aktuellen ABBYY-Studie ein wichtiger Treiber bei der Einführung von KI in Unternehmen. Grundsätzlich herrscht großes Vertrauen in die Technologie vor.

Obwohl die meisten IT-Entscheider grundsätzlich großes Vertrauen in KI-Technologie haben, bleiben laut einer aktuellen ABBYY-Studie zahlreiche Bedenken bestehen.(Bild:  ABBYY)
Obwohl die meisten IT-Entscheider grundsätzlich großes Vertrauen in KI-Technologie haben, bleiben laut einer aktuellen ABBYY-Studie zahlreiche Bedenken bestehen.
(Bild: ABBYY)

Die Studie „ABBYY State of Intelligent Automation Report: AI Trust Barometer“ untersucht das Vertrauen und die Akzeptanz von KI-Technologien. Dafür wurden 1.200 IT-Entscheider aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien befragt.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: 63 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass ihr Unternehmen Wettbewerbsnachteile erleiden könne, sofern sie auf den KI-Einsatz verzichten. Laut ABBYY ist angesichts dieser Bedenken wenig verwunderlich, dass die durchschnittlichen KI-Investitionen im vergangenen Jahr 600.000 Euro erreichten – obwohl ein Drittel (33 Prozent) der Entscheider Bedenken aufgrund der Implementierungskosten hatte. Nahezu alle (96 Prozent) Befragten gaben an, ihre KI-Investitionen im kommenden Jahr erhöhen zu wollen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) nannte Druck durch Kunden als weiteren wichtigen Grund für ihren KI-Einsatz.

KI gilt als vertrauenswürdig

Überraschend fand ABBYY dagegen, dass die größte Sorge der IT-Entscheider bei der KI-Implementierung der Missbrauch durch die eigenen Mitarbeiter ist (35 Prozent). Diese Befürchtung lag noch vor Kosten (33 Prozent), KI-Halluzinationen und mangelndem Fachwissen (je 32 Prozent) sowie Compliance-Risiken (29 Prozent). Insgesamt zeigte der Großteil (84 Prozent) der Studienteilnehmer ein hohes Maß an Vertrauen in KI-Tools. Als besonders vertrauenswürdig gelten kleine Sprachmodelle („Small Language Models“, SLMs) oder zweckgebundene KI (90 Prozent). Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) nutzt bereits derartige KI-Tools, etwa zur intelligenten Dokumentenverarbeitung (IDP).

Nahezu alle (91 Prozent) Teilnehmer sind zuversichtlich, dass ihr Unternehmen alle regulatorischen Vorschriften zum KI-Einsatz erfüllt. Allerdings verfügen nur 56 Prozent über eigene vertrauenswürdige KI-Richtlinien. 43 Prozent fragen hierbei einen Berater oder eine gemeinnützige Organisation um Rat. Software-Tools zur Überwachung der Einhaltung von KI-Richtlinien werden als vertrauensfördernd wahrgenommen (48 Prozent).

Weitere Ergebnisse aus Deutschland

Von den deutschen Teilnehmern attestierten sich 68 Prozent, viel über KI zu wissen. 57 Prozent verfügen über GenAI-Know-how, 49 Prozent kennen sich mit maschinellem Lernen und neuronalen Netzen aus. Gut ein Drittel (36 Prozent) kennt sich mit LLMs („Large Language Models“) aus, während 34 Prozent auch mit SLMs gut klarkommen. Vier von fünf deutschen Teilnehmern (83 Prozent) vertrauen darauf, dass KI eine Hilfe in ihrem Unternehmen darstellen wird. Ein gutes Drittel (38 Prozent) fürchtet aber missbräuchliche Nutzung. 32 Prozent der Entscheider haben Vorbehalte wegen der technischen Komplexität von KI-Lösungen.

Künstliche Intelligenz kommt bei nahezu allen befragten deutschen Unternehmen (93 Prozent) in unterschiedlichem Ausmaß zum Einsatz. Als Ziele wurden vor allem höhere Effizienz und besserer Kundenservice (55 Prozent) sowie bessere Dienstleistungsqualität (48 Prozent) genannt. Am häufigsten kommt KI in Kundenservice (49 Prozent) und Marketing (41 Prozent) zum Einsatz. Verbreitet sind vor allem generative KI-Lösungen (65 Prozent) und zweckgebundene KI-Tools (58 Prozent).

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