KI-Druck in der Finanzwelt Finanzbranche am Limit: KI-Pflicht trifft auf DORA-Defizite

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Europas Finanzhäuser sehen sich durch Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung unter Zugzwang. Doch während der regulatorische Rahmen mit DORA neue Maßstäbe für Resilienz und Datenmanagement setzt, offenbaren aktuelle Zahlen massive Lücken bei der Umsetzung.

Europas Finanzhäuser geraten durch DORA und KI unter Zugzwang. Eine PwC-Umfrage deckt Defizite bei Datenstrategie und IT-Risikomanagement auf.(Bild:  KI-generiert)
Europas Finanzhäuser geraten durch DORA und KI unter Zugzwang. Eine PwC-Umfrage deckt Defizite bei Datenstrategie und IT-Risikomanagement auf.
(Bild: KI-generiert)

Die Finanzwelt in Europa steht an einem technologischen Scheideweg. 84 Prozent der befragten Institute stufen es als existenziell ein, Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge im eigenen Haus einzusetzen. Die Angst, ohne digitale Offensive den Anschluss zu verlieren, dominiert das Denken in den Chefetagen. Gleichzeitig ringt die Branche mit der Umsetzung der Vorgaben aus der Digital Operational Resilience Act (DORA). Das zeigt eine Umfrage von PwC Luxembourg, durchgeführt unter Führungskräften regulierter Finanzinstitute aus dem gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

Datenwüste statt Datenstrategie

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität könnte größer kaum sein: Während nahezu jeder zweite Entscheider auf Kostensenkungen durch KI hofft, verfügen gerade einmal zwölf Prozent der befragten Häuser über eine tragfähige Datenmanagement-Strategie. Die Mehrheit tastet sich noch an die Grundlagen der Resilienz heran.

Nur vier Prozent führen DORA-Anforderungen im Tagesgeschäft konsequent aus. Die restlichen Institute befinden sich überwiegend im Stadium der Analyse und Planung. Das Kriterium „Business-as-Usual“ bleibt für die Branche Ausnahme statt Regel.

Risiko bleibt schwer fassbar

Der Report nennt Fortschritte bei der Identifikation von IT-Risiken: 86 Prozent der Institute nutzen eine dedizierte Risikosteuerung. Doch die systematische Quantifizierung von Risiken steckt noch in den Kinderschuhen. Lediglich 39 Prozent der Finanzdienstleister haben Methoden entwickelt, um die Risiken im IT-Bereich konkret zu bemessen.

Besonders bei kritischen IT-Assets und Prozessen herrscht Unsicherheit. Über die Hälfte der Häuser kämpft weiterhin damit, die eigenen Kernfunktionen und Informationen so zu klassifizieren, wie es die DORA-Vorgaben verlangen.

DORA als Gamechanger für den Markt

Auch auf dem Markt der IT-Dienstleister setzt DORA neue Akzente: 58 Prozent der Institute bewerten die Compliance ihrer Provider als unzureichend. Mehr als ein Viertel der Befragten plant, im laufenden Jahr mindestens einen Anbieter auszutauschen, weil die regulatorischen Anforderungen nicht erfüllt werden. Der Druck auf externe Partner nehme zu – der Markt könne sich in kurzer Zeit spürbar verschieben.

PwC sieht DORA als „Katalysator für gut kalibrierte Erneuerung“. Laut Olivier Carré, Technologie- und Transformationsleiter bei PwC, steige die Zahl der Institute, die auf KI und Risikoquantifizierung setzen, um Kosten zu senken und die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Michael Horvath, Nachhaltigkeitsexperte bei PwC, spricht von DORA als „fundamentalem Baustein der digitalen Transformation“. Wer die Chancen nicht ergreife, riskiere, abgehängt zu werden.

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