Booster für das europäische KI-Ökosystem Europas Milliardenprojekt AIoD für souveräne KI-Infrastruktur

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Mit der AI-on-Demand-Plattform bündelt die EU ihre Kräfte für eine eigene, souveräne KI-Infrastruktur. Neue Projekte wie DeployAI und AI4Europe sollen dafür sorgen, dass Daten, Tools und Rechenpower nicht nur in Konzernen, sondern auch bei Mittelstand und Forschung ankommen – und das über Ländergrenzen hinweg.

Neue KI-Services für Forschung und Wirtschaft: Die europäische AI-on-Demand-Plattform (AIoD) biete einen vertrauenswürdigen Zugang zu europäischen KI-Ressourcen und Tools, Daten und Diensten.(Bild:  Deploy AI)
Neue KI-Services für Forschung und Wirtschaft: Die europäische AI-on-Demand-Plattform (AIoD) biete einen vertrauenswürdigen Zugang zu europäischen KI-Ressourcen und Tools, Daten und Diensten.
(Bild: Deploy AI)

Die europäische AI-on-Demand-Plattform (AIoD) soll die bisher im europäischen KI-Ökosystem verteilte Ressourcen bündeln und sie über eine integrierte Schnittstelle zugänglich und wiederverwendbar machen – und sich damit zentralen Schaltstelle für KI in Europa wandeln. Das Ziel: Forschung, Wirtschaft und Politik über eine gemeinsame technische und organisatorische Infrastruktur zu vernetzen.

Die AIoD Plattform ist ein Eckpfeiler der europäischen Strategie im Rahmen der „KI-Kontinent“-Initiative zur Beschleunigung von KI-Innovationen. Sie stärke die technologische Souveränität Europas in Hinblick auf die geopolitischen und globalen KI-Entwicklungen sowie Europas Positionierung hinsichtlich Vertrauenswürdigkeit, Transparenz und Verantwortung von KI-Anwendungen.

Zwei EU-Projekte treiben den Ausbau voran: das Fraunhofer-geführte DeployAI (28 Millionen Euro) und AI4Europe (9 Millionen Euro) koordiniert von der University College Cork.

Die AIoD-Plattform bündelt verteilte KI-Ressourcen in Europa: Open-Source-Tools, Datensätze, Services, Annotationswerkzeuge, Experimente. Alles auf einer Oberfläche. Über 200 EU-geförderte Projekte sollen bereits Inhalte eingespeist haben. Neue Funktionen sollen die Plattform nun auch für Start-ups und KMU praktikabler machen – etwa durch Zugang zu Rechenressourcen oder industrietauglichen Werkzeugen.

Die AIoD verfolge einen zweigleisigen Ansatz, um sowohl den spezifischen Anforderungen der europäischen Forschungsgemeinschaft als auch denen der Wirtschaft gerecht zu werden.

Daten, Chips und europäische Werte

Im Fokus steht mehr als nur Infrastruktur: Die Plattform soll ein Gegenentwurf zu datenhungrigen, undurchsichtigen Systemen sein. „Mit dem Projekt DeployAI liefern wir industrietaugliche Lösungen, die an europäischen Werten wie Transparenz, Vertrauen und Datenschutz ausgerichtet sind“, sagt Joachim Köhler, Projektleiter beim Fraunhofer IAIS. Das Konsortium umfasst 28 Partner aus 13 Ländern.

Joachim Köhler, Projektkoordinator von DeployAI und Abteilungsleiter am Fraunhofer IAIS: „Dies ist erst der Anfang einer Reise hin zu einer umfassenden europäischen KI-Infrastruktur.“(Bild:  Fraunhofer IAIS)
Joachim Köhler, Projektkoordinator von DeployAI und Abteilungsleiter am Fraunhofer IAIS: „Dies ist erst der Anfang einer Reise hin zu einer umfassenden europäischen KI-Infrastruktur.“
(Bild: Fraunhofer IAIS)

Dabei greife die Plattform auf bestehende Kapazitäten zurück, etwa Hochleistungsrechenzentren oder nationale Datenräume. Auch rechtliche und ethische Komponenten sollen eingebunden werden: So arbeite AI4Europe an Zertifizierungsansätzen für vertrauenswürdige KI-Modelle. Perspektivisch könne so ein europäisches Gütesiegel für KI entstehen.

Forschung trifft Mittelstand

Der Spagat zwischen wissenschaftlicher Tiefe und industrieller Anwendung sei eine der größten Herausforderungen. Bisher war die Plattform vor allem für Forschungsprojekte relevant. Mit DeployAI sollen explizit auch nicht-akademische Zielgruppen erschlossen werden. Dazu gehören neben mittelständischen Unternehmen auch Verwaltungen und Organisationen aus dem Gesundheitssektor.

Eine eigene Usability-Offensive sei geplant: Nutzerführung, Dokumentation und Onboarding-Prozesse sollen stark vereinfacht werden. Auch die Integration existierender Plattformen wie AI4EU oder AI4Copernicus ist vorgesehen.

Mit Blick auf die Breite des Angebots entsteht eine Art europäisches Betriebssystem für KI. Damit sei klar: Europa setze auf kollaborative Entwicklung – mit offenem Quellcode, dezentraler Datenhoheit und rechtlicher Verlässlichkeit.

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