Multimodale Eingaben Wenn die KI eine emotionale Intelligenz bietet

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Emotionale Nuancen erfassen hilft bei persönlichen Assistenzsystemen oder im Gesundheitswesen. Die Entwicklung emotional intelligenter Künstlicher Intelligenz (KI) ist daher der nächste logische Evolutionsschritt. Es geht nicht nur darum, was wir sagen, sondern wie wir es sagen.

Eine emotionale KI ist der nächste logische Evolutionsschritt. Ein solches System kombiniert multimodale Eingaben wie Gesichtserkennung, Stimmanalyse und Verhaltensmonitoring.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine emotionale KI ist der nächste logische Evolutionsschritt. Ein solches System kombiniert multimodale Eingaben wie Gesichtserkennung, Stimmanalyse und Verhaltensmonitoring.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Mensch-Maschine-Schnittstelle steht vor einem Paradigmenwechsel. Das US-europäische Unternehmen Neurologyca hat mit Kopernica die erste KI-Plattform vorgestellt, die menschliche Emotionen durch die Kombination multimodaler Eingaben wie Gesichtserkennung, Stimmanalyse und Verhaltensmonitoring erfassen, interpretieren und adaptiv darauf reagieren kann.

Neurologyca pflegt Partnerschaften mit über 50 internationalen Forschungseinrichtungen und ist an der Entwicklung ethischer KI-Frameworks beteiligt. Laut eigenen Angaben verbindet man neurowissenschaftliche Prinzipien mit technologischer Innovation. Neurologyca kooperiert zudem mit führenden Cloud-Anbietern wie AWS, Google Cloud und Azure. Das erleichtert die Integration in bestehende Systemarchitekturen.

Die Kopernica-Plattform soll bereits bestehende Entwicklungen zum Erkennen von Emotionen übertreffen. Dabei hilft ihr ihre technische Architektur:

  • Hochleistungs-Bildverarbeitung: Das 3D-Mustererkennungssystem überwacht 790 Referenzpunkte am menschlichen Körper. Das sind siebenmal mehr als vergleichbare Entwicklungen.
  • Edge-Computing-Architektur: Die lokale Datenverarbeitung auf dem Endgerät gewährleistet Datenschutz und Echtzeitfähigkeit, was für den Einsatz in der Industrie essenziell ist.
  • Multimodale Signalfusion: Erstmals werden visuelle, auditive und psychologische Signale kombiniert, um komplexe Zustände wie kognitive Belastung, Aufmerksamkeit und Stress präzise zu erfassen.

Für Elektronikentwickler ist besonders die nahtlose Integrierbarkeit interessant: Die Plattform bietet APIs für gängige Entwicklungsumgebungen und kann auf Chip-Ebene in bestehende Systeme implementiert werden.

Vielfältige Anwendungsszenarien für Elektronikentwickler

„Diese Technologie überwindet eine entscheidende Limitierung heutiger KI-Systeme, die zwar verstehen, was wir sagen, aber nicht, wie wir uns fühlen“, erklärt Juan Graña, Mitgründer und CEO von Neurologyca. „Für Entwickler aus der Elektronikbranche bedeutet dies, dass ihre Systeme erstmals eine menschenähnliche Kontextwahrnehmung erlangen können.“

  • Automotive: Fahrerüberwachungssysteme können Müdigkeit, Ablenkung oder gesundheitliche Notfälle frühzeitig erkennen.
  • Industrieelektronik: Maschinen-Mensch-Schnittstellen lassen sich durch kontextbezogene Anpassung optimieren und steigern die Bedienersicherheit.
  • Medizintechnik: Frühwarnsysteme können Stressmarker und sogar Anzeichen für akute medizinische Notfälle wie Schlaganfälle erkennen.
  • IoT und Smart Home: Elektronische Systeme können durch emotionsbasierte Anpassungen intuitivere Benutzererlebnisse schaffen.

Datenschutz durch Design

Im Gegensatz zu Cloud-basierten Entwicklungen setzt Kopernica auf lokale Verarbeitung und anonymisierte Erkenntnisse ohne Speicherung oder Weitergabe personenbezogener Daten. Das ist vor allem für europäische Elektronikentwickler wichtig, die DSGVO-konform entwickeln müssen.

Die Kopernica-Plattform wird ab dem zweiten Halbjahr 2025 breit verfügbar sein. Ausgewählte Partner haben bereits Zugang zu einer Vorversion. Mit der Eröffnung eines US-Büros in San Francisco reagiert das europäische Unternehmen auf die steigende Nachfrage nach emotionaler KI-Technologie im amerikanischen Markt.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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