Daten sind auch im produzierenden Gewerbe die Zukunft, das ist längst bekannt. Doch Branchen wie der Maschinen- und Anlagenbau stehen damit vor großen Herausforderungen. Eine Initiative namens Manufacturing-X soll für die Branche nun zur digitalen Revolution werden.
Daten erheben, teilen und nutzen. Mit Manufacturing-X sollen Dateninseln in der Fertigungsindustrie abgeschafft und ein faires Datenökosystem aufgebaut werden.
(Bild: ZinetroN - stock.adobe.com)
Um den gesamten Wertschöpfungsprozess zu überblicken braucht es Daten. Viele Daten. Doch selbst wenn KMU es geschafft haben, diese Daten zu erheben und die passenden Schlüsse daraus ziehen, bekommen sie dadurch keinen umfassenden Einblick in ihre Lieferkette. So wird jedes Unternehmen in einem Wertschöpfungsnetzwerk zur Dateninsel, ein Austausch untereinander findet wegen misstrauen, mangelnder Digitalisierung oder unterschiedlichen Schnittstellen nicht statt. Die Automotive-OEMs wollen dieses Problem mit Catena-X lösen. Dabei handelt es sich um ein Datenökosystem, an dem sich alle Teilnehmer der automobilen Wertschöpfungskette gleichermaßen beteiligen können. So entsteht eine lückenlose Datenkette, auf die jeder Teilnehmer vertrauensvoll Zugriff hat. Dies erfordert jedoch die Zusammenarbeit aller Akteure in der Wertschöpfung.
Laut einem Whitepaper des VDMA soll Catena-X als Blaupause für die Initiative Manufacturing-X genutzt werden. Die Ziele sind dabei die gleichen: eine vollständige digitale Wertschöpfungskette schaffen, auf deren Daten jeder Teilnehmer gleichberechtigt Zugriff hat. Bei Manufacturing-X soll jedoch nicht nur die Automobilindustrie mit einbezogen werden, sondern das gesamte produzierende Gewerbe. Um für den Start der Initiative einen gemeinsamen kleinsten Nenner zu haben, wollen sich die Initiatoren zunächst auf die Ausrüsterindustrie konzentrieren.
Der VDMA geht davon aus, dass ein zusammenhängendes Datenökosystem positive Auswirkungen auf die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, auf den technologischen Fortschritt durch digitale Mehrwertdienste und Geschäftsmodelle sowie auf die Resilienz der Lieferkette hat. „Mit Manufacturing-X möchten wir einen förderativen – einen basisdemokratischen – Datenraum schaffen, der eine Alternative zu zentralistischen Lösungen der Plattformökonomie darstellt“, sagt der stellvertretende VDMA-Geschäftsführer Hartmut Rauen. „Ziel ist es, die Souveränität unserer Unternehmen auf der mikroökonomischen Ebene zu erhalten, den Zugang zur Kundenschnittstelle nicht zu verlieren und dennoch die Potenziale der Plattformökonomie zu erschließen.“
EU dreht den Wasserhahn für Daten auf
Um erfolgreich zu sein, muss Manufacturing-X einige Anforderungen erfüllen. Dazu gehören laut VDMA etwa ein Compliance- und Rechtsrahmen sowie ein faires Ökosystem. Es müsse auch ermöglicht werden, dass Unternehmen über ihre eigene Daten mithilfe von individuellen Verträgen souverän verfügen können. Außerdem sei ein föderatives Datenökosystem gegenüber einer zentralen Plattform von Vorteil, da so effektiv verhindert werden könne, dass ein einzelnes Unternehmen Manufacturing-X dominiert. Laut Rauen suchen Unternehmen bereits einen Datenraum für die Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle, den sie als Vertrauensraum verstehen. Sie wollen Synergien heben und Nutzwerte schaffen, ohne in neue Abhängigkeiten zu gelangen. „Zudem dreht die EU mit diversen Initiativen, allen voran dem European Data Act, den Wasserhahn für den Datenfluss auf. Wir müssen einen Eimer darunter stellen“, so Rauen.
Auf der technischen Seite sollen bereits bestehende Standards für die Umsetzung verwendet werden. Der VDMA schlägt hierbei unter anderem das europäische Cloudprojekt Gaia-X, aber auch die Asset Administration Shell der Plattform Industrie 4.0 oder die OPC UA als gemeinsamen Kommunikationsstandard vor.
Der Verband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom unterstützt die Initiative Manufacturing-X. „Aus unserer Sicht wird dieser nächste logische Schritt der Transformation nur gelingen, wenn von Anfang an auch die Erfahrungen der IKT-Branche und der Digitalwirtschaft im Aufbau sektorspezifischer Datenökosysteme einbezogen werden“, so der Verband in seinem Positionspapier.
Mittelstand früh involvieren
Für ein gelingen der Initiative müssten allerdings noch einige Herausforderungen gemeistert werden. Laut dem Branchenverband ist es entscheidend, den Mittelstand früh zu involvieren. Für ein Datenökosystem müssen außerdem Daten zwischen vielen Akteuren getauscht werden können. Inkompatible Schnittstellen verhindern dies. Normen und Standards, Bitkom verweist hierbei ebenfalls auf die Verwaltungsschale der Plattform Industrie 4.0, seien daher eine wichtige Voraussetzung.
Bereits in diesem Frühjahr soll die Initiative in eine Umsetzungsphase starten, verkündete Hartmut Rauen auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes bereits im Dezember. Bis März soll ein Konzept für Manufacturing-X vorgelegt werden. Erste projektbezogene Ausschreibungen für Forscher und Unternehmen sollen ebenfalls im Frühjahr beginnen. „Wir haben in unseren Netzwerken die Idee Manufacturing-X aus der Maschinenbau-Perspektive intensiv in Diskussion gebracht und maßgeblich dafür gesorgt, dass die Bundesregierung einen Förderrahmen für diese Initiative vorsieht, um mit einer Vielzahl von Forschungsprojekten die Umsetzung und Industrialisierung der Idee voran zu treiben“, sagt der stellvertretende VDMA-Geschäftsführer. Aktuell befinde sich der Verband im Aufbau einer Manufacturing-X-Community und erarbeite Empfehlungen für den Bauplan der Manufacturing-X-Welt.
Stand: 08.12.2025
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