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Bitkom-Studie zur digitalen Transformation

Digitalisierung: Chance oder Risiko?

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Veränderungen beim Personal

Die Auswirkungen der Digitalisierung zeigen sich auch in Personalfragen. Je nach Branche erwarten zwei Drittel bis drei Viertel der Unternehmen, dass es künftig mehr spezialisierte Tätigkeiten geben wird. Gleichzeitig sagt etwa die Hälfte aller Befragten, dass einfache Tätigkeiten wegfallen werden. 23 Prozent der Touristik-Manager, 32 Prozent der Fahrzeugbauer und 51 Prozent der Finanzmanager erwarten, dass in ihren Unternehmen unter dem Strich Arbeitsplätze abgebaut werden.

„Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Beschäftigung infolge der Digitalisierung stabil bleibt oder sogar zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt Rohleder. „Digitale Technologien steigern die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Die Digitalisierung ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden.“ Klar sei, dass der Bedarf an IT-Spezialisten steigen wird, in den untersuchten Branchen am stärksten bei Banken, Autobauern und Pharma-Unternehmen. „Die Unternehmen brauchen nicht nur IT-Experten für den Betrieb ihrer IT-Systeme, sondern um ihre Kernkompetenzen weiterzuentwickeln.“

Hindernisse

Bei der Frage nach den Hindernissen für die Digitalisierung ist das Thema Regulierung in drei Branchen unter den beiden wichtigsten Hemmnissen gelandet. So sagen 81 Prozent der Banken, dass Innovationen im Finanzbereich durch eine zu starke Regulierung gebremst werden. Das Gleiche gilt aus Sicht der Pharma-Unternehmen (61 Prozent) für das Gesundheitssystem. Nach Ansicht der Autobauer fehlt es beim autonomen Fahren noch an einem rechtlichen Rahmen, zum Beispiel bei Haftungsfragen. Die Medien-Manager beklagen an erster Stelle die mangelnde Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte (88 Prozent) und die Touristik-Manager fehlende IT-Experten in ihren Unternehmen (58 Prozent).

Politische Handlungsfelder

Die wichtigsten Handlungsfelder für die Politik sind über die Branchen hinweg der Breitbandausbau (66 Prozent), Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel (50 Prozent) und mehr Engagement bei der IT-Sicherheit (47 Prozent). Ebenfalls häufig genannt wurden in der Studie einheitliche Datenschutzgesetze in Europa (38 Prozent) und die Förderung von Industrie 4.0 (29 Prozent).

„Wir müssen die Digitalisierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen. Startups müssen besser gefördert, der Breitbandausbau politisch flankiert, die Jugend muss fit für die digitale Zukunft gemacht und Beschäftigte lebenslang weitergebildet werden“, erklärt Rohleder. Zudem gelte es, digitale Technologien erfolgreich zu entwickeln und zu vermarkten. „Dazu müssen wir Orte schaffen, an denen Global Player, Mittelstand und Startups mit Wissenschaftlern und Forschern gemeinsam an digitalen Lösungen arbeiten können“, so Rohleder weiter.

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