Das Manifest setzt in den deutschen Konzerneinheiten den Rahmen für die Verarbeitung von Beschäftigtendaten in KI-Systemen.
Künstliche Intelligenz wird unser Leben positiv beeinflussen. Doch sie braucht auch ethnische Leitplanken. Deshalb hat die Deutsche Telekom jetzt ein entsprechendes Manifest erarbeitet, das Mitarbeiter vor Missbrauch durch KI-Systeme schützen soll. Hier mehr dazu ...
(Bild: Deutsche Telekom)
Die Deutsche Telekom und der Konzernbetriebsrat (KBR) haben ein Manifest zur Nutzung von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) verabschiedet. „Damit schaffen wir die besten Voraussetzungen auch im Bereich der internen KI die führende digitale Telco zu werden“, so Personalvorstand Birgit Bohle zur Bedeutung der Vereinbarung. Damit wahre man die Interessen und schütze die Daten der Mitarbeiter. Es sei dabei nun klar geregelt, welche Standards für die Einführung von KI-Systeme gelten sollen. Auf dieser Basis will die Telekom die Entwicklung und den Einsatz neuer KI-Systeme, die viele Chancen bieten, beschleunigen.
Das Manifest regelt etwa, dass der Einsatz von KI-Systemen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte von Beschäftigten haben darf. Beispielsweise kann die KI für Personalentscheidungen zwar Vorschläge machen, sie trifft aber nie die Entscheidung, wie es beispielhaft heißt. Das sei ein gutes Verhandlungsergebnis für KBR-Vorsitzende Kerstin Marx: „Das KI-Manifest bietet uns die Möglichkeit, positive Anwendungen von KI zur Vereinfachung, Erleichterung und Steigerung der Effizienz unserer Arbeitsprozesse zu nutzen.“ Es sei wichtig zu betonen, dass der Einsatz von KI-Systemen sowohl Chancen als auch Risiken für die Beschäftigten berge. Während KI monotone Arbeiten übernehmen kann, muss demnach sichergestellt sein, dass sich durch ihren Einsatz keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten ergeben.
Neue Einsatzmöglichkeiten für Künstliche Intelligenz
Auch habe man nun eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Leitlinien zu Digitaler Ethik zum Umgang mit KI. geschaffen: Durch das Training von KI-Systemen stelle man sicher, dass die KI diskriminierungsfrei bleibt. Beispiele der Vergangenheit, wie der von Microsoft entwickelte Chatbot Tay, der auf Twitter eine rassistische Persönlichkeit erlernte, zeigten schließlich, dass auch in diesem digitalen Umfeld verantwortungsbewusst gehandelt werden müsse.
Die Telekom setzt aber schon heute Künstliche Intelligenz ein. Zum Beispiel bei der Prozessgestaltung, zur Steigerung der Qualität von internen Dienstleistungsangeboten oder zur Verbesserung des Kundenservices, wie betont wird. Man habe heute schon circa 180 solcher Systeme im Einsatz, die aber mit der Verarbeitung von Beschäftigtendaten nichts zu tun hätten. Die KI hilft der Telekom unter anderem bereits bei der Planung der Verlegung von Glasfasern, als „Chatbot“ im Service oder bei der Vermeidung von Störungen, weil damit die Technik proaktiv rechtzeitig neu gestartet wird, bevor es zu einem gravierenden Fehler kommt.
Künstliche Intelligenz darf niemals zum Spion werden
KI bietet aber noch weitere Einsatzmöglichkeiten – auch wenn es um Personalprozesse geht. Man nehme zum Beispiel die automatisierte Kommunikation mit Mitarbeitenden, wenn bei einem Antrag beispielsweise noch Unterlagen fehlen, im Personalmarketing, bei der Entscheidung, auf welchen Plattformen man die besten Kandidaten für bestimmte Jobs findet oder auch bei der Vorauswahl von Bewerbungen. Es sei deshalb sehr wichtig, dass das Unternehmen durch das Manifest ein gemeinsames Verständnis für den Umgang mit sensiblen Daten hat. Denn KI-Systeme dürften nie dazu verwendet werden, um Informationen über die Beschäftigten in Bezug auf deren politische Meinungen, weltanschauliche Überzeugungen, Gewerkschaftsmitgliedschaft oder sexuelle Orientierung zu sammeln. KI-Systeme dürften auch nicht zur Überwachung des Verhaltens, zur Kontrolle der Leistung oder zur Beeinflussung eingesetzt werden, damit alle Entscheidungen weiterhin von Menschen getroffen würden und nicht von Maschinen.
Das will die Telekom bei der KI-Nutzung gewährleisten
Die Telekom habe mit dem Manifest zudem frühzeitig und umfassend die Gedanken der kommenden KI-Verordnung der EU aufgegriffen, die aktuell das Gesetzgebungsverfahren durchlaufe. Wie der Entwurf der Verordnung auch, folge das Manifest einem risikobasierten Ansatz, um zu gewährleisten, dass der Einsatz von KI-Systemen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit, Gesundheit und Grundrechte von Beschäftigten hat.
Dabei setze es neue Standards, um den Aufwand bei der Einführung neuer Systeme sinnvoll und schnell zu machen. So wird es laut Aussage der Telekom keinen eigenen Prozess für KI-Systeme geben, sondern die bestehenden Prozesse wie das „Privacy & Security“-Assessment oder der IT-Systemsteckbrief werden erweitert und genutzt, verspricht das Unternehmen. Bei KI-Systemen mit hohem Risiko für Beschäftigte werde ein Expertenkreis eingebunden, in dem KI-Sachverständige von Seiten des Unternehmens und der Betriebsräte vertreten seien.
Im nächsten Schritt werden die Telekom und der Konzernbetriebsrat Beurteilungsfaktoren für KI-Systeme erarbeiten, um die Systeme unterschiedlichen Kritikalitätsstufen zuzuordnen und eine passende Reglementierung für die Systeme unterschiedlicher Einstufung zu erarbeiten, wie man erfährt. Um diese weiteren Regelungen zu erarbeiten, werde der Expertenkreis zunächst fünf bereits im Wirkbetrieb befindliche KI-Systemen analysieren und dann Empfehlungen für den Aufbau der neuen Risikoklassifikationen abgeben.
Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal MaschinenMarkt.
Stand: 08.12.2025
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