AWS KI-Report 2025 Der KI-Boom steht auf wackligen Beinen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Deutschland glänzt bei der Verbreitung von KI, doch unter der Oberfläche brodelt es. Fachkräftemangel, Regulierungslücken und strategische Lethargie bremsen das Wachstum. Eine Studie von AWS zeigt, wie nah Erfolg und Stillstand beieinanderliegen – und wo es klemmt.

AWS-Studie zeigt: 53 Prozent der Firmen nutzen KI – doch Fachkräftemangel und Regulierungsstau bremsen Strategietiefe und Wachstum.(Bild:  KI-generiert)
AWS-Studie zeigt: 53 Prozent der Firmen nutzen KI – doch Fachkräftemangel und Regulierungsstau bremsen Strategietiefe und Wachstum.
(Bild: KI-generiert)

53 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz ein, ein Plus von 47 Prozent im Vergleich zu 2023. Doch hinter der Zahl lauern Hindernisse: Fachkräftemangel bremst, Regulierung verunsichert. Während Start-ups vorpreschen, bleibt bei Großunternehmen strategische Tiefe meist aus. Eine AWS‑Studie zeigt Chancen und Grenzen der deutschen KI‑Adoption.

Unternehmen treten meist auf der Stelle

Laut der Studie nutzen heute rund 53 Prozent der deutschen Unternehmen KI – das sind circa. 1,8 Millionen Firmen, ein Anstieg von 36 Prozent auf 53 Prozent innerhalb eines Jahres. Dahinter stecke ein schneller Einstieg – oft jedoch ohne klare strategische Vision.

Nur 33 Prozent der Start-ups kombinieren mehrere KI-Tools zu fortgeschrittenen Lösungen, während das bei großen Unternehmen nur selten gelingen soll. Hier setze man eher auf vereinzelte KI-Anwendungen statt auf umfassende Integrationen. In dem Kontext ist das Bild also gemischt: hohe Breite, geringe Tiefe.

Gründerpower vs. Unternehmensreserve

Start-ups treiben den Wandel: 45 Prozent dieser Firmen haben laut Studie neue KI-Produkte eingeführt – im Vergleich zu nur 16 Prozent der Großunternehmen. Während Start-ups experimentieren, sollen Großkonzerne lieber bestehende Abläufe verfeinern. Es entstehe eine Kluft: Innovation versus Optimierung.

Fachkräfte fehlen, Preisdruck wächst

35 Prozent der Unternehmen nennen fehlende KI-Kompetenz als größte Hürde. In den kommenden drei Jahren werden voraussichtlich 51 Prozent der neuen Stellen in Deutschland KI-Kenntnisse erfordern. Erste Reaktionen zeigen sich vor allem in Gehaltsversprechen: Im Schnitt bieten Unternehmen bis zu 45 Prozent mehr für digitale Fachkräfte.

Doch während von „Fachkräftemangel“ die Rede ist, bleiben gezielte Maßnahmen zur Ansprache aus. Viele Unternehmen suchen zwar, aber sie schalten keine Stellenanzeigen. Eine aktuelle Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt: Die Zahl der öffentlich ausgeschriebenen KI-Jobs in Deutschland ist erstaunlich gering – selbst bei Konzernen mit bekanntem Innovationsanspruch. Die Diskrepanz zwischen Bedarf und aktivem Recruiting wirft Fragen auf zur tatsächlichen Umsetzungsbereitschaft in der Breite.

Regulierung – Ballast oder Leitplanke?

44 Prozent der IT-Budgets fließen in Compliance, während es im EU-Schnitt „nur“ 40 Prozent sind. 63 Prozent der Unternehmen fühlen sich durch den EU AI Act „nicht vollständig klar in Aufgaben und Verantwortlichkeiten“. Klare Regeln fehlen – das bremst insbesondere die Umsetzung strategischer KI-Initiativen, die über Pilotphasen hinausgehen und zentrale Geschäftsprozesse transformieren könnten

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