Edge-Core-Cloud

Dell präsentiert Strategie und Vision zum Internet of Things

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Nico Litzel

Firmenchef Michael Dell will in den kommenden drei Jahren eine Milliarde US-Dollar in die Forschung und Entwicklung von Hard- und Software für die Handhabung von IoT-Devices stecken.
Firmenchef Michael Dell will in den kommenden drei Jahren eine Milliarde US-Dollar in die Forschung und Entwicklung von Hard- und Software für die Handhabung von IoT-Devices stecken. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Dell Technologies brachte Analysten und Medienvertreter nach New York, um dort den IoT-Geschäftsbereich vorzustellen, den Ray O‘Farrell zusätzlich zu seiner Aufgabe als CTO von VMware übernimmt. In den kommenden drei Jahren will die texanische Company rund eine Milliarde Dollar in den neuen Geschäftszweig pumpen.

Das Internet of Things (IoT) soll in Zukunft vor allem in der Industrie Einzug halten und Dell will sich eine gehörige Portion von diesem Geschäft sichern. Zudem kann man sich so gegen sinkende Erträge aus dem Hard- und Software-Geschäft absichern, weil immer mehr Firmen lieber Rechen-Power und Speicherplatz von Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services kaufen statt ins heimische Data Center zu investieren. Laut Gartner sollen sich die Ausgaben, die Unternehmen für Hard- und Software ausgeben, von diesem Jahr bis 2020 nur um drei Prozent auf dann 178 Milliarden US-Dollar steigern, während sich die Investitionen in die Cloud-Infrastrukturservices auf 70 Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Ray O'Farrell, frischgebackener Chef des neuen Geschäftsbereichs Dell IoT und CTO von VMware, beschreibt das dreistufige IT-Modell Edge-Core-Cloud.
Ray O'Farrell, frischgebackener Chef des neuen Geschäftsbereichs Dell IoT und CTO von VMware, beschreibt das dreistufige IT-Modell Edge-Core-Cloud. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

„Der neue IoT-Geschäftsbereich wird die Stärken der gesamten Unternehmensfamilie von Dell Technologies nutzen, um sicherzustellen, dass wir – in Kombination mit unserem umfangreichen Partner-Ökosystem – die richtige Lösung für die Kundenbedürfnisse liefern und sie bei der Implementierung integrierter IT-Systeme unterstützen“, fasst IoT-Chef O‘Farrell sein neues Aufgabengebiet zusammen.

So funktioniert Datenauswertung in Echtzeit

Realtime Analytics

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11.09.17 - Prozesse, Endgeräte, Sensoren und Maschinen liefern laufend Logfiles, Sensor- und Betriebsdaten, Transaktionsdaten, die sich korrelieren und auswerten lassen – in Echtzeit. Doch „Echtzeit“ muss nicht unbedingt „ohne Verzug“ bedeuten, sondern lediglich in ausreichender Schnelligkeit für den jeweiligen IT-Benutzer, also vielmehr „rechtzeitig“. Daher befasst sich Realtime Analytics nicht nur mit Streaming-Daten, sondern auch mit viel „langsameren“ Datenlieferungen. lesen

Höhere Sicherheit dank Edge-Computing

Die wachsenden Datenmengen, die Sensoren etwa in fahrerlosen Autos liefern, müssen schnell – oft in Echtzeit – verarbeitet werden. Das gelingt nur vor Ort und darf, auch aus Sicherheitsgründen, nicht in einem entfernt stationierten Cloud-Rechenzentrum passieren. Auf Edge-Computing richten sich deshalb alle Augen, das, zusammen mit Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz, die Datenflut nutzen und beherrschbar machen soll. Dell setzt deshalb für die Zukunft statt auf ein zentralisiertes auf ein verteiltes IT-Modell: „Dell Technologies ist Vorreiter mit einer neuen verteilten IT-Architektur, die IoT und Künstliche Intelligenz in einem einzigen, miteinander verflochtenen Ökosystem (from edge to core to cloud) vereint, das unsere globale Gesellschaft tiefgreifend verändern wird“, beschreibt Firmenchef Michael Dell die Strategie.

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PowerEdge-Server für Maschinelles Lernen aufgerüstet

Schon jetzt bietet die Company Edge-Gateways an, die sich über das Edge-Control Center von VMware sichern und verwalten lassen. Zudem wurden die Fähigkeiten der PowerEdge-Server der C-Serie verbessert, die jetzt besser für Batch-Training und Maschinelles Lernen gerüstet sind. In der Entwicklung befindet sich derzeit unter anderem das Projekt „Nautilus“. Mit dieser Software sollen sich Daten aus den Edge-Gateways in Echtzeit erfassen und an Datei- und Objektspeicher für weitere Analysen weiterreichen lassen. Das Projekt „Fire“ will eine „hyperkonvergente Infrastruktur für IoT“ liefern und stammt ebenfalls aus den VMware-Labors. In puncto Sicherheit wird in den RSA-Labors am Projekt „IRIS“ gearbeitet, das für mehr Sicherheit beim Übergang der Daten ins Internet sorgen soll. Erweitert werden die analytischen Sicherheitsfunktionen der Software.

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Der neue Geschäftsbereich von Dell wird ergänzt durch Services. Die Beratungsleistungen von „Advisory Services“ reichen von Hilfen zur Strategie der Unternehmen über die Festlegung von Geschäftszielen bis hin zu Implementierungs- und Support-Diensten. Die Consulting-Services „World Wide Herd“ helfen bei der Analyse lokal verteilter Daten. Das wird zunehmend wichtig, um Deep Learning auf Daten anzuwenden, die wegen ihrer Größe, des Datenschutzes oder aus regulatorischen Gründen nicht verschoben werden können. Ergänzt wird das Service-Angebot durch das mehrstufige „IoT-Solutions-Partner-Programm“ mit bislang 90 Partnern wie Intel, SAP oder Microsoft, bei dem aber auch Start-ups beteiligt sind. In New York stellt Scott Darling, President von Dell Technologies Capital fünf Newcomer vor, an denen Dell sich beteiligt hat:

  • Die Entwicklung von Moogsoft nutzt Künstliche Intelligenz, um die Komplexität der riesigen Datenmengen besser zu erfassen. „Use the data to understand the data“, lautet das Credo.
  • FogHorn Systems will eine Software für „Edge Intelligence“ in der industriellen IoT entwickeln. Bei FogHorn ist man der Meinung, dass Edge Computing das Cloud Computing ablösen wird.
  • ZingBox ist eine Security-Lösung, die Sicherheitslücken in IoT-Systemen vor allem im Gesundheitsbereich entdeckt. Unentdeckte IoT-Systeme werden aufgespürt und sichtbar gemacht. Hier lautet die Devise: „Healthcare for IoT-Devices“.
  • Graphcore aus dem englischen Bristol entwirft optimierte Prozessoren, mit deren Hilfe sich intelligente Systeme etwa für Aufgaben aus der Künstlichen Intelligenz/Maschinenlernen bauen lassen.
  • Edico Genome entwickelt den Bio-IT-Prozessor „Dragon“, mit dem sich das menschliche Genom rasend schnell analysieren lässt. Profitieren sollen etwa Neugeborene, die krank auf die Welt kommen und deren Ursache man nicht kennt. Dank der schnelle Analyse lassen sich Hilfsmaßnahmen sofort einleiten.

Standardisierung im Internet of Things

Darüber hinaus setzt Dell Technologies sein Engagement für Offenheit und Standardisierung im Internet of Things fort und beteiligt sich unter anderem mit Sourcecode an EdgeX Foundry sowie dem Industrial Internet Consortium (IIC) und dem OpenFog Consortium. EdgeX Foundry ist ein herstellerneutrales Open-Source-Projekt, das ein gemeinsames Interoperabilitäts-Framework entwickelt, um ein Ökosystem für IoT Edge Computing aufzubauen. Seit der Gründung im April 2017 ist EdgeX Foundry auf mittlerweile 60 Mitgliedsorganisationen angewachsen. Vor kurzem wurde mit der Veröffentlich des Codes „Barcelona“ein erster Meilenstein erreicht.

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