Startup aus China sorgt für KI-Gewitter Deepseek setzt KI-Konkurrenz unter Druck

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Am Wochenende kochten Diskussionen über Deepseeks neuestes KI-Modell immer weiter hoch, da es kosteneffizient sein soll und womöglich mit weniger starken KI-Chips auskomme, als die großen KI-Modelle der etablierten Anbieter.

Bringt das KI-Modell von Deepseek und dessen Preis die KI-Konkurrenten etwa in Bedrängnis? (Bild:  putilov_denis - stock.adobe.com)
Bringt das KI-Modell von Deepseek und dessen Preis die KI-Konkurrenten etwa in Bedrängnis?
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)

Experten wollen die jüngsten Entwicklungen bezüglich des KI-Startups Deepseeks zwar nicht überbewerten. Gleichwohl könnte die Debatte eine Konsolidierung der teils hohen Bewertungen im Tech-Bereich auslösen, so ein Börsianer.

So weckt die Debatte bei Investoren Sorgen mit Blick auf die Bewertungen von Tech-Werten wie die KI-Chipspezialisten Nvidia, Broadcom und AMD oder des Software-Konzerns Microsoft. An der japanischen Börse waren die Halbleiterindustrie-Ausrüster Tokyo Electron und Advantest sowie der Tech-Investor Softbank deutlich unter Druck.

Konkurrenz unter Druck

Nvidia etwa sackte im vorbörslichen US-Handel um 7,5 Prozent auf knapp 132 US-Dollar ab. Damit droht Nvidia den Status als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen wieder an den iPhone-Konzern Apple zu verlieren. Der Softwareriese Microsoft bliebe mit einer Marktkapitalisierung von noch knapp 3,2 Billionen Dollar auf Platz 3 knapp hinter Nvidia (gut 3,2 Billionen Dollar) sowie Apple (knapp 3,3 Billionen Dollar). Am deutschen Markt gerieten Aktien wie Aixtron, Siltronic, Suss Microtec, Kontron und Infineon unter Druck.

Auch Papiere aus dem Energiebereich litten, nachdem in den vergangenen Monaten der steigende Strombedarf der rechenintensiven KI-Systeme teils kräftigen Rückenwind verliehen hatten. Einer der größten Leidtragenden war Siemens Energy

Sorgen unbegründet?

„Das Weltuntergangszenario, das gerade im Twitter-Universum verbreitet wird, scheint übertrieben“, schreiben die Experten um Stacy Rasgon von Analysehaus Bernstein Research. Die KI-Modelle von DeepSeek seien gut und böten eine gute Leistung, allerdings sei OpenAI garantiert nicht für 5 Millionen US-Dollar nachgebaut worden. Zudem überrasche die Effizienz von DeepSeek-V3 nicht angesichts des verwendeten Modellaufbaus. Diese sogenannte Mixture-of-Expert (MoE)-Architektur sei darauf ausgelegt, die Kosten für Training und Betrieb von KI-Modellen zu reduzieren, da immer nur ein Teil der Modellparameter aktiv sei.

Dass die aktuellen Entwicklungen Investoren dennoch nervös machten, basiert laut Rasgon und Kollegen auf einem Missverständnis mit Blick auf die Kosten für das jüngste Deepseek-Modell. Weitere Gründe seien, dass Deepseek kleinere Modelle aus größeren extrahiere sowie die niedrigen Preise, die es für die Nutzung seiner Programme aufrufe.

Der erste Sorgenfaktor erscheine grundsätzlich falsch, da das Unternehmen keine revolutionären oder unbekannten Technologien verwendet habe, so die Experten. Der zweite Punkt sei schon interessanter, aber auch nichts Neues, wenngleich die Berechtigung des Ansatzes untermauert worden sei.

Niedrige Preise

Die Investorensorgen angesichts der Preise, die Deepseek verlangt, seien allerdings nicht von der Hand zu weisen. Zwar sei die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens unklar, aber die Sache werfe Fragen über die Rolle und Lebensfähigkeit von proprietären KI-Modellen im Vergleich zu Open-Source-Ansätzen auf.

Grund zur Panik sei all das aber dennoch nicht, denn angesichts der rasant steigenden Kosten für den weltweiten KI-Ausbau seien Innovationen wie die von Deepseek notwendig. Diese Innovationen gingen zudem wohl kaum über das hinaus, was Top-KI-Entwickler nicht auch wüssten. Und: Im Tech-Sektor sorgten Effizienzzuwächse normalerweise für ein Nachfragewachstum.

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